Abwasserkanal macht gute Fortschritte

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Gut zu sehen sind auf diesem Foto die Fugen, die auf die sechs einzelnen Bestandteile des Kanalrings hinweisen. Foto: Rupert Oberhäuser/Emschergenossenschaft

Der Bau des Abwasserkanals Emscher unter dem Stadtgebiet von Oberhausen macht weiter gute Fortschritte. Die Emschergenossenschaft verlegt eine insgesamt zehn Kilometer lange Doppelrohrtrasse.

Das südliche Rohr hat bereits 8448,66 Meter erreicht (Stand: 25. Januar, 9 Uhr). Hier wurden insgesamt 7065 Kanalringe verlegt. Das nördliche Rohr misst mittlerweile 8399,04 Meter, bei insgesamt 7024 Ringen. Ein Kanalring besteht aus sechs einzelnen Elementen, die erst unter Tage wie ein Puzzle zu einem Kanalrohr zusammengefügt werden. Die Emschergenossenschaft hat also in Summe 14.089 Ringe mit insgesamt 84.534 einzelnen Elementen verbaut.
Der sogenannte Bauabschnitt 40 des AKE beginnt an der Stadtgrenze Bottrop/Oberhausen und endet östlich des Holtener Bruchs in Oberhausen-Biefang (im Bereich der A 3). Im September 2014 hatte die Emschergenossenschaft mit den Tunnelbauarbeiten in Bottrop-Süd begonnen. Die beiden rund 80 Meter langen Tunnelbaumaschinen bohren sich parallel durch den Boden.
In Biefang erreichen die beiden Bohrer nach derzeitiger Schätzung der Emschergenossenschaft im Laufe des Frühjahres ihr finales Ziel – die Baugrube des neuen Pumpwerks, dessen Bau im Mai 2016 im Holtener Bruch begonnen hat. Anders als in den anderen AKE-Bauabschnitten 20 (ausschließlich auf Bottroper Stadtgebiet, bereits seit 2013 fertiggestellt) und 30 (Bottrop-Ost bis Dortmund, seit Oktober 2015 fertiggestellt) wird der Abwasserkanal Emscher in Oberhausen nicht im reinen Rohrvortrieb verlegt, sondern im Tübbingausbau.
Generell unterscheidet sich der Vortrieb mit Tübbingausbau vom Rohrvortrieb dadurch, dass keine kompletten Rohrelemente durch den Boden geschoben werden, sondern das Rohr aus einzelnen Segmenten direkt in der Vortriebsmaschine hergestellt wird.

Hintergrund:
Der Abwasserkanal Emscher ist insgesamt 51 Kilometer lang und reicht von Dortmund bis Dinslaken. Er ist ein wesentlicher Bestandteil des Generationenprojekts Emscher-Umbau, in das die Emschergenossenschaft über fast 30 Jahre prognostizierte 5,266 Milliarden Euro investiert. Diese Kosten werden zu rund 80 Prozent von den Mitgliedern der Emschergenossenschaft getragen, d.h. von Bergbau, Industrie und Kommunen. Knapp 20 Prozent steuern das Land NRW und die EU über Fördermittel bei.

Ende 2020 ohne Abwasser

Der Umbau des Emscher-Systems wurde 1991 beschlossen und Anfang 1992 begonnen. Ende 2020 soll die Emscher, einst der „dreckigste Fluss Europas“, weitestgehend wieder vom Abwasser befreit sein und – wo der Platz es zulässt – naturnah umgestaltet werden.
Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtlicher Wasserwirtschaftsverband und wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet. Ihre Aufgaben sind unter anderem die Unterhaltung der Emscher, die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie der Hochwasserschutz.
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Wolf Wigman aus Oberhausen | 03.02.2017 | 07:28  
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