Wer regiert das Geld?

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Buchcover ISBN 978-3-86489-125-0 mit 224 Seiten (Foto: Westendverlag)
 
Paul Schreyer (Foto: Westendverlag)
Frankfurt: Westendverlag |

Diese Frage kommt auch auf, wenn in den Medien die Abschaffung des Bargeldes propagiert wird. Soll nur die Bequemlichkeit beim bargeldlosen Bezahlen gefördert werden oder steckt mehr dahinter.

Wer will welchen Einfluss ausüben. Es drängen sich die Stichworte des Untertitels auf:

Banken, Demokratie und Täuschung

Paul Schreyer geht den Stichworten nach und ist mit dem Buch damit aktuell. Sein Ansatz in der Diskussion um das Bargeldverbot und der Eurokrise ist: Geht es vorrangig um die Interessen der Banken und wird Demokratie und Regierungshandeln nur suggeriert, vorgetäuscht? Es drängt sich in diesem Zusammenhang die Tatsache auf, Geld fehlt insbesondere im Sozialbereich, nicht aber bei der Rettung der Banken. Der Autor geht der Frage nach, ob ein System und eine Begründung in dem vorgenannten Verhalten zu erkennen ist.

In dreizehn Kapiteln wird der herrschenden Struktur der Geldordnung nachgeforscht. Ein Ziel des Buches ist es auch, zu ergründen, ist die Schöpfung und Steuerung von Geld wirklich so schwer und unverständlich oder wird dies nur behauptet. Wenn letzteres zutrifft, erhält das Zitat von Henry Ford ein noch größeres Gewicht: „Es sei gut, dass die Menschen das Banken- und Geldsystem nicht verstünden, sonst hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh.“

Es gelingt Schreyer in den Recherchen die Profiteure der Eurokrise zu benennen und nachzuweisen. Die schnelle Bankenrettung war nicht ein einmaliger Zufall. Bewusst ist in der westlichen Welt verankert, dass heute nicht die Staaten über das Finanzsystem herrschen, sondern ein Geldadel.

Wird nur theoretisch daran gedacht, dass durch die Verzögerung von Zahlungen Griechenland zum Wohlverhalten gezwungen werden soll, ist dies nicht abwegig. In der jüngsten Vergangenheit gibt es ein Vorbild. Zur Erinnerung: 1923 marschierte Frankreich ins Ruhrgebiet ein, um die geplante Zusammenarbeit von Deutschland mit Russland im Ölgeschäft zu verhindern. Der Aufstand der Bevölkerung wurde mit einer Inflation und dem späteren Chaos erkauft. Die Hintergründe und internationalen Vernetzungen in der damaligen Zeit unter diesem Gesichtspunkt und zum heutigen Verständnis nachzulesen, allein ist es wert das Buch zu erwerben. Was durch den Einmarsch der Franzosen gelang, sollte auch gegenüber Griechenland gelingen. Doch damals wurde das Ruhrgebiet mit dem Dawes-Plan gerettet, ein Rettungsplan für Griechenland ist noch nicht in Sicht.

Das Buch ist der notwendige Einstieg für die, die sich um ihr Einkommen und die Alterssicherung Gedanken machen und bereit sind, die öffentlichen Aussagen der Politiker und Medien zu hinterfragen. Wer wird sich bei fehlendem Bargeld retten können?

Ein sehr lesenswertes Buch mit Suchtpotential. Der Autor hat sich streng an das selbst gesteckte Ziel gehalten. Dem Leser obliegt es bereits bestehende Antworten und Alternativen, wie das Trennbankensystem oder gar bestehende Alternativwährungen nach Gsell zu finden.

Der Autor Paul Schreyer, Jahrgang 1977, ist freier Journalist, unter anderem für das Magazin „Telepolis“, sowie Autor mehrerer politischer Sachbücher. Seine letzte Veröffentlichung„Wir sind die Guten“ (2014) war über viele Monate ein Spiegel-Bestseller.

Leseprobe
Erschienen am 1.3.2016 im Westendverlag Frankfurt
unter ISBN 978-3-86489-125-0 mit 224 Seiten
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