Wasser marsch: Nachwuchspflege für unser aller Sicherheit - Feuerwehr Holzwickede

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Keine Angst vor großen Höhen haben Moritz Wettklo und Annika Jaskowski. Im Rettungskorb haben sie einen schönen Ausblick über das Feuerwehrgelände. (Foto: Prochnow)

Stell dir vor, es brennt, und keiner fährt hin. Solch ein Szenario mag sich hierzulande sicherlich niemand vorstellen, gilt der Brandschutz und das Rettungswesen in Deutschland doch geradezu als vorbildlich organisiert. Sorgen um die Sicherheit in diesem Bereich muss sich zurzeit wirklich niemand machen. Doch wird es in Zukunft auch so bleiben?

Von Jörg Prochnow

Holzwickede gehört mit über 16.000 Einwohnern zu den beiden Gemeinden des Kreises Unna und hat eine Freiwillige Feuerwehr, bestehend aus zwei Löschzügen mit 89 aktiven Einsatzkräften. Hinzu kommen 25 Jugendfeuerwehrleute und eine Altersabteilung.

Nach Berechnungen des Brandschutzbedarfsplans sollten es eigentlich zehn aktive Einsatzkräfte mehr sein. Brandoberinspektor Marco Schäfer (41) ist Pressesprecher der FF Holzwickede sieht in dieser Tatsache keinen Grund zur Sorge. „Wir sind eine leistungsfähige Feuerwehr, die ihre Aufgaben personell bewältigt.“ Trotzdem ist man in der Emschergemeinde froh um jeden neuen Interessenten.

Wie viele Hilfsorganisationen und Vereine, wirbt die Feuerwehr um Nachwuchs, um den Brandschutz langfristig zu sichern. Die Holzwickeder Wehr besteht ausschließlich aus Freiwilligen, die diese wichtige Aufgabe in ihrer Freizeit ehrenamtlich war nehmen. Oder aber auch während der regulären Arbeitszeit – sofern es der Arbeitgeber zulässt. Und da kann es schon mal zu Engpässen kommen.

Viele Arbeitnehmer pendeln zu ihren Arbeitsplätzen und stehen ihrer Feuerwehr damit tagsüber nicht zur Verfügung. Einige Feuerwehrleute sind bei der Gemeindeverwaltung beschäftigt und dürfen bei Einsätzen ihren Arbeitsplatz ohne Probleme verlassen. Aber auch in anderen Bereichen steht die Gemeinde hinter ihrer Feuerwehr. „Technisch haben wir alles, was wir brauchen“, erklärt Schäfer. Im „richtigen Leben“ ist er Fleischermeister bei einer großen Lebensmittelkette.

Der Altersdurchschnitt in der Holzwickeder Feuerwehr beträgt zurzeit 41 Jahre. Der Nachwuchs rekrutiert sich meistens aus der Jugendfeuerwehr, aus der man mit 18 Jahren in die „richtige“ Wehr wechseln kann. Was auch viele tun. Allerdings setzt das Studium oder die Berufsausbildung dem Hobby häufig ein Ende. Ein verändertes Freizeitverhalten tut ihr übriges.

Wie andere Feuerwehren auch, begrüßt man in Holzwickede aber auch Quereinsteiger. „Ältere Interessenten verfügen über mehr Lebenserfahrung und können sich mit ihrer Berufserfahrung gut in die Feuerwehr einbringen. Hinzu kommt, dass man seinen Lebensmittelpunkt gefunden hat. Älter als 50 Jahre sollte man allerdings nicht sein, da die Ausbildung ja schon zwei Jahre in Anspruch nimmt und wir ja noch etwas von ihnen haben wollen“, so Schäfer. Mit Blick auf die zukünftige personelle Situation hat man in Nordrhein-Westfalen die Alters­obergrenze für aktive Feuerwehrleute gelockert. Auch in Holzwickede hat schon ein Kamerad auf eigenen Wunsch seine Dienstzeit um fünf Jahre, also bis 65 verlängert. Eine groß angelegte Werbekampagne mit Flyern, Postkarten und Plakaten brachte nicht den gewünschten Erfolg.

Doch was erwartet den Interessenten bei der Feuerwehr Holzwickede? Die gesamte Modulausbildung dauert zwei Jahre. Danach stehen 18 Dienstabende im Jahr an, jeweils 14-tägig an Freitagabenden. Hinzu kommen vier Zugübungen, die an Samstagen stattfinden. Der Löschzug 1 wird pro Jahr durchschnittlich 140 mal zu Einsätzen gerufen, der Löschzug 2 zwischen 30 und 50 mal. Alarmiert wird mit digitalen Meldeempfängern.

Junge Menschen für das Ehrenamt begeistern

Groß geschrieben wird die Jugendarbeit. Jugendwart Patrick Mecklenbräucker (29) ist Brandmeister und führt die Jugend an die Aufgaben heran. Neben der eigentlichen Feuerwehrausbildung stehen regelmäßig andere Freizeitaktivitäten wie beispielsweise Kinobesuche, Grillen, Schwimmen und Besichtigungen auf dem Dienstplan. Wer möchte, kann auch eine Leistungsspange bei Wettkämpfen machen. Bei dem jährlichen Pfingstzeltlager der Jugendfeuerwehren des Kreises ist Holzwickede immer mit dabei.

Ein weiteres Projekt, junge Menschen für den ehrenamtlichen Brandschutz zu begeistern, ist die Feuerwehr-AG mit Schülern der Josef-Reding-Schule. Einmal in der Woche nimmt eine kleine Gruppe von Hauptschülern für eineinhalb Stunden an der Feuerwehrausbildung teil.

Kreisfeuerwehrtag am 20. Juni

 Die Kreisjugendfeuerwehr Unna feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass sind eine Vielzahl von Aktivitäten geplant.

 Zum Kreisfeuerwehrtag am Samstag, 20. Juni, kommen Jugendgruppen von Hilfsorganisationen des Kreises Unna und Jugendfeuerwehren des Landes NRW nach Unna.

 Ab 11 Uhr präsentiert sich die Jugendfeuerwehr mit Fahrzeugen und Geräten auf dem Rathausplatz, entlang der Bahnhofstraße und auf dem Alten Markt in der Unnaer Innenstadt.

 Ein buntes Rahmenprogramm mit Musik, Spiel, Spaß (u.a. Kinderschminken und Hüpfburg) und Verpflegung begleitet die Veranstaltung und rundet das Jubiläum der Kreisjugendfeuerwehr ab.

Feuerwehren im Kreis Unna

 Im Kreis Unna gibt es in Schwerte, Unna und Kamen Freiwillige Feuerwehren mit hauptamtlichen Wachen, angeschlossenem Rettungsdienst und Kranken­transport.
 Die Feuerwehr Lünen wurde vor ungefähr zwei Jahren in eine Berufsfeuerwehr umgewandelt.

 Die Feuerwehren in Werne, Selm, Bönen, Fröndenberg, Bergkamen und Holzwickede sind rein freiwillig.

 Im Feuerwehr-Service-Zentrum des Kreises Unna an der Florianstraße an der B1 in Unna befinden sich neben der Kreisleitstelle, dem Bereich Bevölkerungsschutz sowie dem Kreis-Bauhof u.a. die Schlauchwerkstatt und eine Übungsstrecke für Atemschutz.
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