Zeichen für Frieden

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Ein sehr emotionaler Moment für die Angehörigen der Bomberbesatzung, die im November 1944 zwischen Nordrath und Windrath abgeschossen wurde: Eine kleine Gedenktafel unweit von Haus Bucken erinnert jetzt an dieses Ereignis. (Foto: Ulrich Bangert)
Zwischen idyllischen Wäldern und Feldern bei milder Herbstsonne wurden die Schrecken des Zweiten Weltkrieges spürbar. Angehörige und enge Freunde der siebenköpfigen Besatzung des britisch-australischen Halifax-Bombers LV 936 trafen sich an der Absturzstelle zwischen Nordrath und Windrath zum Gedenken.
Ehrenamtliche Mitarbeiter des Rheinischen Amtes für Bodendenkmalpflege hatten nicht nur letzte Trümmerteile des am 4. November 1944 abgeschossenen Flugzeuges ausgegraben, sie recherchierten auch die Lebensläufe der sechs Australier und einem Briten.
Unabhängig davon forschte der Engländer Paul Knott nach dem Schicksal seines Onkels, der als Bordingenieur in eben diesem Flugzeug den Abschuss überlebte. Er wandte sich ans Kloster, die Franziskanerbrüder verwiesen ihn an die ehrenamtlichen Archäologen Jürgen Lohbeck, Dr. Helmut Grau, Sven Polkläser und Marcel Lesaar, die eine Grabung nach letzten Trümmerteilen planten. Vier Besatzungsmitglieder starben seinerzeit, drei überlebten den Absturz, nachdem sie ihre Tod bringende Fracht über Bochum abgeworfen hatten.
„Zu dieser Grabung hatten wir Paul Knott eingeladen. Und dabei machte er den Vorschlag, an diesem Ort eine Gedenktafel aufzustellen und einen Gottesdienst für Frieden und Völkerverständigung abzuhalten“, beschreibt Helmut Grau den Beginn der Initiative. Und er stellt fest, dass die Briten und Australier eine ganz andere Erinnerungskultur haben. „Für die war es sehr wichtig zu sehen, an welchem Ort ihre Angehörigen das Schicksal ereilte. Es war für alle ein sehr emotionaler Akt, als Paul Knott den Kranz mit Mohnblüten ablegte.“
Zusammen mit Teresa Church, der Tochter von Bordingenieur Harry Knott und seiner Cousine ließ Paul Knott eine Gedenktafel anfertigen, die an diese Episode des Krieges erinnert. Vertieft wurde das Gedenken bei einem zweisprachigen Gottesdienst in der evangelisch-reformierten Kirche Neviges. Pfarrer Frank Overhoff sprach dabei das Leid an, dass diese Bomberstaffel brachte. Die 740 Maschinen flogen einen der schwersten Angriffe auf Bochum, bei dem 1700 Menschen starben.
Paul Knott und ein weiterer Brite wollen künftig jedes Jahr am 4. November an die Absturzstelle zum Gedenken kommen und sie sehen darin ein Zeichen für Frieden und Völkerverständigung.
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