Mutter und Tochter werden in Weseler Asylunterkunft vermisst / Polizei: "Keine Gefährdungslage oder Handlungsbedarf"

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Sarah und Miral Birekdar-Hadjap. (Foto: privat)

In der Notunterkunft für Flüchtlinge in Wesel werden zwei Bewohner vermisst: die 24-jährige Sarah Birekdar-Hadjap und ihre zweijährige Tochter Miral. Die Beiden stammen aus Syrien und befinden sich laut Information von Cihan Sarica seit dem 30. Juli in Wesel.

Der stellvertretende Vorsitzende des Weseler Intergrationsrates bittet ausdrücklich um Mithilfe. Bei Facebook ruft er zum Teilen der Fotos auf.
Seit Mittwochnachmittag (etwa 14 Uhr) sind die beiden Vermissten nicht mehr in der Unterkunft am Lippeglacis aufgetaucht.

Cihan Sarica erklärt: "Die Flüchtlinge dürfen sich natürlich frei bewegen und können überall hingehen. Allerdings sollten sie abends um 21 Uhr zurück in der Unterkunft sein!"

Frau Birekdar-Hadjap und ihr Kind hätten durchaus Kontakt zu einigen Bewohnern der Halle am Lippeglacis und hätten die Umgebung erkundet, den Sportplatz und einen Spielplatz regelmäßig besucht. Ein junger Mann, der ebenfalls dort wohnt, habe ihm gesagt, die beiden Vermissten seien zuvor immer pünktlich aufgetaucht.
Die Mutter (eine gläubige Muslimin) habe jedoch in den letzten Tagen einen "frustrierten" Eindruck gemacht.

Völlig unaufgeregt und nüchtern beurteilt Hauptkomissarin Sabine Vetter die Sachlage: "Wir haben keinerlei Anhaltspunkte oder Hinweise auf Fremd- oder Eigengefährdung - also auch keine Handhabe!" Auch sie betont, dass sich die Flüchtlinge ("wie jeder Mensch") frei bewegen dürfen. Ohne konkrete Hinweise (z.B. einen Abschiedsbrief mit Suizid-Andeutung) gebe es für die Polizei keinen Anlass für Suchmaßnahmen.
Sabine Vetter versichert: "Die Polizeibehörde in Wesel ist bekannt dafür, dass sie solche Fälle ernst nimmt und bei Vermisstmeldungen vergleichsweise schnell tätig wird!" Den Beamten, die gestern den Fall aufnahmen, hätten die Sachlage nicht als brisant eingeschätzt. "Sollte sich für die beiden Flüchtlinge eine Notlage ergeben, dann werden wir natürlich aktiv, wenn wir davon erfahren", so die Kommissarin.

Hintergrund

65 Flüchtlinge (darunter elf Kinder) sind Ende Juli in die Notunterkunft am Lippeglacis eingezogen, nachdem sie registriert und ärztlich untersucht worden waren. Der überwiegende Teil der Menschen hatte außer ihrer Kleidung keinerlei Besitztümer bei sich. Unter den Flüchtlingen war auch eine schwangere Frau.

Die Menschen stammen aus Syrien, dem Irak, Serbien, Albanien, Eritrea und Afghanistan. Eine Reihe von Dolmetschern sorgt für die Verständigung zwischen den ehrenamtlichen Helfern und den Flüchtlingen. Einer von ihnen ist Cihan Sarica, der in der Sache mit der Weseler Polizei sprach.

Die Passfotos im Beitrag sind bei der Aufnahme in Wesel angefertigt worden.
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1 Kommentar
Dirk Bohlen aus Wesel | 27.08.2015 | 12:28  
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