Soziales Jahr in der Lebenshilfe-Werkstatt: Connor Kloos sammelt Erfahrung mit Gehandicapten

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(Foto: privat)
Noch nie hatte Connor Kloss aus Wesel Kontakt zu Menschen mit Handicap. Ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in der Werkstatt in Wesel der Lebenshilfe Unterer Niederrhein änderte das. „Das und noch mehr“, sagt der 20-jährige rückblickend. Sein Selbstvertrauen, seine Offenheit und seinen Teamgeist habe er ausbauen können. Nach seinem FSJ verlängert Connor Kloss jetzt seine Tätigkeit in der Werkstatt für ein weiteres halbes Jahr.

Dabei hatte er zu Beginn andere Pläne. Nach dem Fachabitur für Sozial- und Gesundheitswesen am Berufskolleg Wesel suchte Conner Orientierung in einem FSJ. „Mein Plan war es, in einer inklusiven Kindertagesstätte zu arbeiten“, so der 20-jährige. Obwohl er zuvor noch nie Kontakt mit Menschen mit Handicap hatte, reizte ihn diese Herausforderung. Vor genau einem Jahr bewarb er sich dafür bei der Weseler Kita „Kiek in den Busch“ der Lebenshilfe Unterer Niederrhein.

„Leider hatte die Einrichtung keinen FSJ-Platz frei“, berichtet Connor. Die dortige Leitung empfahl ihn aber weiter zur Lebenshilfe Werk-statt im Industriegebiet Am Schornacker. „Ich rief dort an“, erzählt Connor Kloss, „und hatte direkt ein Vorstellungsgespräch.“ Nach einer kurzen Hospitation konnte er sein Orientierungsjahr dort beginnen, was er bis heute nicht bereut.

„Am Anfang war ich noch sehr unsicher“, sagt Connor. Gerade in Bezug auf die Mitarbeiter mit Handicap wusste er sich noch nicht recht zu verhalten. Das sei aber spätestens nach den ersten, gemeinsamen Pausen passé gewesen. Seine neuen Kollegen wollten sofort wissen, woher er komme, was er mache und wo er arbeite. „Ich werde nie vergessen, wie ich mit einem Mitarbeiter mit Handicap anregend diskutierte, warum ich ausgerechnet in der Werkstatt arbeiten würde“, erzählt Connor sichtlich beeindruckt von diesem Ereignis und ergänzt: „Ich habe meine Vorurteile und mein Schubladendenken hier abbauen können.“ Diese einstündige Diskussion und viele weitere Erlebnisse haben ihm gezeigt, welche Fähigkeiten die Mitarbeiter der Lebenshilfe trotz Handicap haben - vieles davon könne er selbst noch nicht einmal.

„Wir übernehmen für unsere FSJler und BUFDies eine wichtige Verantwortung“, erklärt Gabriel Trandafir, Werkstattleiter der Weseler Einrichtung. „Neben unserer Bildungsaufgabe bieten wir den Leuten auch die Chance, ihre soziale Kompeten-zen und ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln.“ Die Verknüpfung von beruflichen Interessen und sozialer Förderung ma-chen die Aufgabe so interessant.

Gabriel Trandafir erklärt das so: „Wer zum Beispiel Interesse an Elektrik oder Kochen hat, aber auch viel mit Menschen zusammenarbeiten möchte, kann das bei der Lebenshilfe tun.“ Noch sucht die Lebenshilfe Werkstatt in Wesel FSJler und BUFDies. Die Bewerber ab 18 Jahren sollten aber auch ein paar Kernkompetenzen mitbrin-gen wie Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit.

Connor arbeitet während seines FSJ in der Verpackung. Er unterstützt und fördert die Mitarbeiter mit Handicap. Zum Beispiel überlegt er sich, mit welchen Hilfen die Menschen hier trotz ihrer Einschränkung einer Arbeit nachgehen können.
Sein Berufswunsch hat der 20-jährige bereits im Visier: Er möchte gern Heilerziehungspfleger werden.

Infobox: Infos zum Freiwilligen Sozialen Jahr oder Bundesfreiwilligendienst bei der Lebenshilfe Unterer Nieder-rhein gibt es im Internet unter www.lebenshilfe-rees.de oder bei Jutta Lammers 02851 920 104, lammers@le-benshilfe-rees.de
BU: Connor Kloss macht sein FSJ in der Lebenshilfe Werkstatt in Wesel. Den Kontakt zu den Menschen mit Handicap und die hier gewonnenen Erfahrungen schätzt er sehr.
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