Aktuelle Stimmensammlerprobleme: Kandidatenwohnorte kontra Wahlbezirkszuschnitt

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Stell dir vor, es ist Bundestagswahl und keiner geht hin. So könnte es kommen, jedenfalls in den Kommunen Alpen, Hamminkeln, Hünxe, Schermbeck, Sonsbeck, Wesel und Xanten. Als Ursachen unterstelle ich zwei Phänomene:

1) eine um sich greifende Politikmüdigkeit, die einer öde aber solide dahinmerkelnden Kanzlerin und einem Hauptherausforderer geschuldet ist, der sich im Kampf gegen Wahlthemenwindmühlen aufreibt.

2) - und das ist der größere Haken: Es gibt ein Akzeptanzproblem bei der Erststimme. Denn im nördlichen Teil des Wahlkreises 113 (Wesel 1) kennt kaum jemand die Direktkandidaten. Zählen wir mal die Namen und Wohn- bzw. Wirkungsorte auf: Sabine Weiss (Dinslaken), Jürgen Preuß (Kamp-Lintfort), Gerd Baßfeld (Dinslaken), Stefan Meiners (Voerde), Renatus Rieger (Moers), Tufan Aydin (Kamp-Lintfort) und Bernd Reuther (Wesel).

Lediglich Letzterer ist Hansestädter, muss aber mangels außerörtlichem Bekanntheitsgrad wohl alle Hoffnung auf Stimmenprozente in den Lindner-Bonus stecken. Ganz anders Manfred Schramm, Piraten-Kandidat aus Wesel: Der IT-Fachmann wirbt nicht um das erste Kreuzchen, sondern um die Zweitstimme, denn sein Name steht auf der Bundesliste der zu wählenden Parteien. Ob die allerorts schwächelnden Piraten allerdings noch einen Blumentopf gewinnen, darf bezweifelt werden.

Was sollten die Kandidaten in Sektor 113 also tun? Dies ganz bestimmt, um vor Ort bekannter zu werden: Sich bei Lokalkompass anmelden und die ihnen dort angebotene Chance auf eine Selbstvorstellung nutzen (siehe Artikel auf Seite 7). Die Resonanzwerte im Portal auf die Berichterstattung zur bevorstehenden Wahl sind hoch.

Sich hier zu präsentieren, ist effektive Eigenwerbung in der relevanten Fläche.
Dann klappt's auch mit dem Wähler.
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2 Kommentare
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Siegmund Walter aus Wesel | 09.09.2017 | 03:20  
Dirk Bohlen aus Wesel | 09.09.2017 | 08:08  
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