Wetter: Kreisel kommt frühestens in fünf Jahren

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Beim Bau dieser Brücke kam nicht der allerfeinste Stahl zum Einsatz.
Wetter (Ruhr): Kaiserstraße | „Diese Nachricht trifft uns ins Mark. Wir sind schockiert und sauer.“ Mit diesen deutlichen Worten kommentierte Bürgermeister Frank Hasenberg die Mitteilung des Landesbetriebes Straßen NRW, dass der Kreuzungsbereich „Kaiserstraße/Ruhrstraße/Friedrichstraße“ frühestens in fünf Jahren zu einem Kreisel umgestaltet werden kann.

Dazu Carola Ziebs von der Regionalniederlassung Südwestfalen des Landesbetriebs Straßen, im Bauausschuss: „Wir sind vom Land NRW gehalten, alle Straßenbauwerke noch einmal statisch durchzurechnen. Das haben wir mit der Eisenbahnbrücke in Wetter getan und festgestellt, dass sie aufgrund baulicher Mängel mittelfristig neu gebaut werden muss, spätestens in 15 Jahren.“ Beim Bau der Brücke war 1963 Spannstahl minderer Qualität verbaut worden, der inzwischen Mängel aufweist. Da Abriss und Neubau der Brücke mindestens drei Jahre vorher bei der Deutschen Bahn angemeldet werden müssen und die Bauzeit um die anderthalb Jahre dauern wird, kann mit einer Fertigstellung des Kreisels, so Carola Ziebs, also frühestens in viereinhalb bis fünf Jahren gerechnet werden. „Erfahrungsgemäß geht das mit der Bahn nicht schneller.“
Neben dieser schlechten Nachricht war vor allem der überaus späte Zeitpunkt der Verkündung für die Verwaltung und die Mitglieder des Ausschusses unverständlich: „Wir stehen kurz vor der Vollendung dieser für die Stadt Wetter so wichtigen Maßnahme und hätten jetzt gerne mit dem Bau des Kreisels den Schlusspunkt unserer umfangreichen Innenstadt-Sanierung gesetzt“, so Hasenberg. „Das Geld ist da, eine Verzögerung können, wollen und werden wir nicht akzeptieren. Das ist eine sehr ärgerliche Situation.“ Zumal die bewilligten Fördergelder bis 2019 eingesetzt werden müssen.
Baufachbereichsleiter Manfred Sell: „Die Pläne für die Gestaltung des Kreisels sind bis ins letzte Detail ausgearbeitet, wir hätten jetzt sofort loslegen können. Wir haben die Planungen seit Jahren mit dem Landesbetrieb koordiniert. Daher ist es umso unverständlicher, dass wir eine solche Nachricht erst jetzt erhalten.“
Hasenberg und Sell kündigen „intensive Gespräche“ mit der Bezirksregierung, Straßen NRW und Vertretern von Bund und Land an: „Wir haben ein klares Ziel: Wir wollen so viel wie möglich von unseren Plänen umsetzen, vielleicht können Teile der Maßnahme umgesetzt werden“, so Hasenberg. Wie realistisch das ist, muss mit den Aufsichtsbehörden und der Straßenbauverwaltung geklärt werden.
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