Kultur muss Parkplätzen weichen

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Die Regionalbotschafter der NRW-Stiftung Michaela und Matthias Sprenger haben den Fördergeldbescheid an Hannsjörg Frank (Mitte) übergeben.

Fördergelder in Höhe von 5.000 Euro hat kürzlich die ArGe Muttenthalbahn von der NRW-Stiftung erhalten. Und die kann sie auch dringend brauchen.

Denn der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat den Muttenthalbahnern zum 1. Juli 2018 ein rund 1.600 Quadratmeter großes Teilstück ihres bisherigen Zuhauses gekündigt. Auf diesem Teilstück steht auch eine große Halle, in der Ersatzteile für Motoren sowie komplette Motoren und Getriebe für die Loks der ArGe untergebracht sind. „Außerdem befindet sich auf diesem Gelände die größte Schienenfahrradsammlung der Welt“, sagt Hannsjörg Frank, erster Vorsitzender des Vereins.
Das alles muss bis Mitte des Jahres woanders untergebracht werden – insgesamt rund 200 Tonnen Ersatzteile und zusätzlich rund 500 Tonnen Kupferschlackensteine, die für künftige Wege und Bahnsteige beim Ausbau der Strecke angedacht sind. Ein möglicher Ort, an dem die Sachen untergebracht werden können, steht bereits in Aussicht – bleibt das logistische Problem.
Und um das zu lösen, haben die Muttenthalbahner sich an die NRW-Stiftung gewandt, die seit ihrer Gründung im Jahr 1986 finanzielle Mittel für Naturschutz- und Kulturprojekte zur Verfügung stellt. Alleine im vergangenen Jahr wurden mehr als 7,2 Millionen Euro in insgesamt 126 Projekte investiert.
Und da der Antrag der ArGe Muttenthalbahn ebenfalls als förderungswürdig eingestuft wurde, können sich die Mitglieder über die besagten 5.000 Euro freuen und davon 60 Metallgitterboxen kaufen, um Ersatzteile und Steine von A nach B zu transportieren. Der Umzug wird vom Verein komplett allein gestemmt, was für die Mitglieder mit jeder Menge Herzblut, Zeit und Aufwand verbunden ist.
Doch wofür wird das Gelände, das aktuell noch seltenes Kulturgut beherbergt, künftig genutzt werden? Hannsjörg Frank: „Ursprünglich hieß es, dass ein Fachwerkhaus und eine Streuobstwiese geplant seien. Aber bei einem Ortstermin hat mir der Direktor des LWL-Museums Dirk Zache verraten, dass dort Parkplätze für Mitarbeiter entstehen werden.“
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