Neue Perspektiven im Kampf gegen den Krebs

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Dr. Christoph Hackmann, Chefarzt der Klinik für Hämatologie und Onkologie, und Chefärztin Dr. Jacqueline Rauh beantworten Fragen aus dem Publikum. (Foto: Diakonie Ruhr/Jens-Martin Gorny)

Die ideale Tumortherapie würde ausschließlich die Krebszellen bekämpfen und gesundes Gewebe verschonen. So weit ist die Forschung zwar noch nicht. Aber durch neue Substanzen, effektivere Chemo- und Strahlentherapien sowie neue Verfahren lässt sich häufig eine bessere Behandlung bei reduzierten Nebenwirkungen erzielen. Aktuelle Entwicklungen im Bereich der Krebstherapie stellte das Chefärzte-Team der Klinik für Hämatologie und Onkologie bei einem gut besuchten Vortrag der Reihe „Medizin konkret“ vor.

„Die Immunonkologie eröffnet eine neue Perspektive im Kampf gegen den Krebs“, erläutert Dr. Jacqueline Rauh. Dabei wird das eigene Immunsystem gegen die Tumorzellen aktiviert. Neue Medikamente lösen die Mechanismen, mit denen Krebszellen sonst die körpereigenen Abwehrzellen ausbremsen. Die Immuntherapie stellt sich am Beispiel des Lungenkarzinoms vor, für dessen Behandlung sie inzwischen zugelassen ist, wenn eine vorherige Chemotherapie keinen Erfolg hatte. Auch beim schwarzen Hautkrebs und bei Nierentumoren hat sie sich als wirksam erwiesen und eine Zulassung erhalten. „Weitere werden folgen“, ist Dr. Jacqueline Rauh überzeugt.

Dr. Christoph Hackmann informiert über moderne Therapieansätze zur Behandlung des Darmkrebses. Ausführlich stellt er verschiedene Möglichkeiten vor, die je nach Stadium, Risikofaktoren, Vorerkrankungen und Allgemeinzustand des Patienten zur Verfügung stehen, nachdem der Tumor operativ entfernt wurde. „Welche Therapie und welches Medikament wir wählen, hängt zum Beispiel davon ab, ob eine schnelle Verkleinerung oder eine langfristige Krankheitskontrolle angestrebt werden“, sagt er. Dabei spielt auch eine Rolle, welche Erwartungen der Patient hat und welche Einschränkungen der Lebensqualität er bereit ist, vorübergehend in Kauf zu nehmen.

Die Häufigkeit von Dickdarmtumoren nimmt mit dem Alter zu, erläutert Dr. Hackmann. Männer sind tendenziell häufiger betroffen. „Vorsorge ist deshalb ganz wichtig“, betont der Chefarzt. In Deutschland übernehmen die Krankenkassen eine Darmspiegelung im Rahmen der Vorsorge ab dem 55. Lebensjahr. Bei unauffälligem Befund wird eine Wiederholung nach zehn Jahren empfohlen.

Unter dem Motto „Medizin konkret“ informiert das evangelische Krankenhaus Witten an jedem dritten Mittwoch im Monat um 17 Uhr über ein aktuelles Thema aus den Bereichen Medizin, Pflege, Therapie.
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