Noroviren an Kitas und Grundschulen - Stadt: Kein Grund zur Panik

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Dr. Hans-Joachim Boschek, Leiter des Fachbereiches Soziales und Gesundheit beim Ennepe-Ruhr-Kreis erklärt das Wichtigste zum Thema Noroviren.

Noroviren haben Hochsaison: Neben den Streusalzvorräten und den Schlaglöchern ist es das dritte große Winter-Thema: Noro- und andere Viren. Aktuell sind sie in Witten in zwei Kitas (Erlenschule, Vormholz) und zwei Grundschulen (Bruchschule, Dorfschule) aufgetaucht.



Damit die Noroviren keinen Grund zur Panik geben, möchte der Kreis als Gesundheitsbehörde über den richtigen Umgang mit den Viren aufklären – und die Stadt erläutert, welche Maßnahmen ergriffen werden, wenn sich Krankheitsfälle in Kindergärten oder Schulen häufen. Denn gerade in den Gemeinschaftseinrichtungen gilt es, der weiteren Verbreitung möglichst schnell und intensiv entgegen zu wirken, obschon klar ist: Die Viren können ihren Ursprung überall haben, sodass alle Hygienemaßnahmen auch im privaten Umfeld durchgehalten werden müssen, um den „Ansteckungskreis“ zu durchbrechen.

Wie werden Noroviren übertragen?
„Noroviren sind eine der häufigsten Ursachen für akute Magen-Darm-Erkrankungen und Ausbrüche in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen und Kindergärten. Übertragen werden sie beispielsweise über Tröpfchen, die während des Erbrechens entstehen. Die größte Rolle spielt die direkte Übertragung von Mensch zu Mensch, wobei bereits wenige Viruspartikel zur Erkrankung führen können“, erläutert Dr. Hans-Joachim Boschek, Leiter des Fachbereiches Soziales und Gesundheit beim Ennepe-Ruhr-Kreis.

Welche Symptome hat eine Erkrankung durch Noroviren?
„Neben Erbrechen und starken Durchfällen können bei einer Erkrankung durch den Norovirus auch Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Mattigkeit und geringes Fieber auftreten. In der Regel dauern die Symptome zwischen 12 und 72 Stunden an. Die Inkubationszeit beträgt 1 bis 2 Tage", skizziert Dr. Boschek die Krankheitsmerkmale.
Eltern, die erkrankte Kinder betreuen, rät er zu gründlicher Hygiene. Dazu zählen der Verzicht auf direkten Kontakt mit dem Kind, das Desinfizieren der Hände nach jedem Toilettengang, dem Kontakt mit Erbrochenem und vor der Zubereitung von Speisen mit einem viruswirksamen, alkoholischen Händedesinfektionsmittel sowie das Benutzen von Einmal-Papierhandtüchern.

Wie geht die Stadt Witten mit den Noroviren um?
Bei aller Anspannung, die entsteht, wenn Kinder erkranken, ist es umso wichtiger, Vorkehrungen zu treffen, damit man vor Ort – in den Einrichtungen und/oder zuhause – sofort reagieren kann.
Jeder Kindergarten und jede Schule in Witten verfügt über eine so genannte Hygienebox, in der für den ersten Anschein einer Noroviren-Erkrankung Desinfektionsmittel, Tücher, Schutzkleidung und – wichtig – ein Merkblatt mit Hinweisen zum richtigen Vorgehen aufbewahrt werden. Diese Box kann und soll zum Einsatz kommen, sobald ein Kind erbricht; auch wenn noch gar nicht klar ist, ob es sich um Noroviren handelt. „Besteht der Verdacht auf den Norovirus, sollte möglichst frühzeitig das Gesundheitsamt des Kreises eingeschaltet werden. Die Mitarbeiter stehen den Einrichtungen dann mit Rat und Tat zur Seite“, sagt Dr. Hans-Joachim Boschek.

Wenn Noroviren gemeldet werden, wird schnell klar, ob weitere Maßnahmen umgesetzt werden müssen. Dann werden größere Mengen Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig werden Kita- und Reinigungspersonal im Umgang mit dem Desinfektionsmittel unterwiesen, um im laufenden Betrieb – den man angesichts berufstätiger Eltern nicht bei der ersten jahreszeitlichen Erkrankung einstellt – die weitere Ausbreitung der Viren zu verhindern.
Häufen sich die Krankheitsfälle dennoch, muss die betroffene Schule oder Kita gegebenenfalls geschlossen werden, um eine ganze Kolonne von Reinigungskräften in die Räume zu schicken und alle Oberflächen (Tische, Stühle, Fensterbretter, etc.) zu reinigen. Da für solche Fälle nicht ganzjährig städtisches Personal vorgehalten wird, wird bei Bedarf umgehend eine entsprechende Fremdfirma hinzugezogen, um den Betrieb der Einrichtung schnellstmöglich wieder aufzunehmen.

Wichtig ist natürlich in der Zwischenzeit, dass Kinder, die mit Krankheitssymptomen zuhause bleiben, auch dort mit ihren Familien auf gründliche Hygiene achten. „Um ein (Wieder-) Ausbreiten innerhalb von Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Kindergärten zu verhindern, sollten Eltern ihre Kinder frühestens dann wieder in den Betreuung oder den Unterricht schicken, wenn sie zwei Tage keine Krankheitszeichen aufgewiesen haben“, rät Dr. Boschek.

„Wir hoffen, dass wir mit diesen Hinweisen auch etwas gegen die verständliche Anspannung aller Eltern tun können, die bei Virenerkrankungen natürlich besorgt sind“, sagt Jugend- und Schuldezernent Frank Schweppe. Ziel aller Mitwirkenden ist, dass Wittens Kinder gesund durch den Winter kommen.
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 20.11.2013 | 13:02  
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