Heute ist Freitag, 13.

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Werner Kemper
 
Bernhard Gorsitzke

Freitag, der 13., ein mys-tisches Datum. Obwohl dieser Tag ein Tag wie jeder andere ist. Oder? Heute ist es jedenfalls wieder soweit.

Dem Aberglauben nach ist dieser Tag ein Unglückstag, an dem man bestimmte Dinge unbedingt meiden sollte. So könnten schwarze Katzen, Leitern und zerbrochene Spiegel Unglück bringen. Man solle Reisen absagen und im Bett bleiben. Aber woher kommt diese Angst vor Freitag, dem 13.?

Ein paar Stichworte können ein wenig Licht in den Aberglauben bringen. Eine Erklärung ist das allerdings nicht. Beim letzten Abendmahl saßen 13 Menschen am Tisch mit Judas, dem Verräter. Selbst im Volksmärchen war die 13 ein Unglücksbringer. Die 13. Fee küsste Dornröschen in ihren hundertjährigen Schlaf. Die Zahl 13 wird auch das Dutzend des Teufels genannt.

Und warum ist der Freitag so gruselig? Adam und Eva sollen an einem Freitag den verbotenen Apfel gegessen haben. Kain soll seinen Bruder Abel an diesem Tag erschlagen haben. Und die Römer kreuzigten Jesus ebenfalls am Freitag.
In diesem Jahr kommt der Freitag, der 13. gleich drei mal vor – im Februar, März und November. Macht das Datum Angst, oder ist es ein Tag wie jeder andere? Ist der Aberglaube heute noch relevant? Wittener äußerten sich.

Doris Mix ist nicht abergläubisch. „Ich bin es nie gewesen, obwohl meine Oma früher sehr ängstlich gewesen ist. Wenn man einen schwarzen Vogel sah, starb jemand. Wenn ein Kamm runter fiel, gab es Ärger. Wenn man unter einer Leiter herging, passierte ein Unglück. Ich glaube nicht an diesen ganzen Quatsch. Obwohl ich damit aufgewachsen bin. Aberglaube ist heute absolut kein Thema mehr.“

Ein wenig Respekt vor dem Datum hat Norbert Schewerda (72) allerdings schon. Er gibt zu, ein ganz klein wenig abergläubisch zu sein. Finanzielle Angelegenheiten regelt er an diesem Tag nicht. „Da gibt es genügend andere Tage im Jahr. Ich bin immer froh, wenn dieser Tag vorbei ist“, betont er. „Bislang ist auch immer alles gut gegangen.“ Er begegnet den Menschen, die sehr abergläubisch sind, mit dem nötigen Respekt. „Man hat das von den Eltern übernommen, ist damit groß geworden. Und im Grunde meines Herzens konnte ich dieses komische Gefühl nie richtig abschütteln.“

Ein ganz souveränes Verhältnis zum Aberglauben hat Bernhard Gorsitzke (48): „Warum sollte ich abergläubisch sein? Nie hatte ich eine Verbindung dazu. Aberglaube stammt aus einer Zeit, wo man nicht alles wissenschaftlich erklären konnte. In meinem Freundeskreis war Freitag, der 13. nie ein Thema. Wenn etwas passieren soll, dann passiert es auch so an jedem beliebigen Tag.“

Traude Bross (81) hat zweimal ihre Geldbörse verloren. „Das war an einem Freitag, dem 13. Beide Male war ich unterwegs und in Eile. Und schwupp war sie weg. Jetzt passe ich halt besser auf“, erzählt sie. Sie ist Realist und glaubt nicht an Glück oder Unglück. Sie findet, dass Aberglaube in der heutigen Zeit völlig überaltert ist. „Es ist ein Relikt aus einer vergangenen Zeit. Meine Enkel ziehen lange Gesichter, wenn ich von so etwas und früher erzähle. Das muss ich akzeptieren.“

Für Werner Kemper (75) ist die 13 dagegen eine Glückszahl. Einmal hat er einen Lottogewinn gehabt. Da war die 13 dabei. Mit Aberglauben rund um das markante Datum hat er keinen Vertrag. „Die Angst vor dem 13. und dem Freitag ist eigentlich Blödsinn. Über manches kann ich schmunzeln, sogar laut lachen“, erzählt er. „Mit meiner 13 als Glückszahl bin ich immer gut gefahren. Seit 1957 unfallfrei mit meinem Auto auf unseren Straßen. Das ist doch ein gutes Omen. Oder?

Text und Fotos: Barbara Zabka
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