Hinführung zur Kunst in Nimwegen im Sommer 1912

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Eugène Lücker, einer der ausstellenden Künstler
Unterhaltung und Erbauung für „Boeren, Burgers en Buitenlui“ (Bauern, Bürger und Dörfler) war vor mehr als hundert Jahren das Ziel einer Ausstellung in Nimwegen.
Thema war „Kunst, Kunsthandwerk und Sport“. Es traten Chöre auf, zum Beispiel der Männerchor „Concordia“ aus Kleve, der mit der elektrischen Straßenbahn angereist kam. Es gab Demonstrationen eines Eistänzers aus Berlin auf der Kunsteisbahn, Wettkämpfe im Schlittschuhlaufen, Fechten und Schwimmen. Fachgeschäfte auf Sportgebiet stellten ihre Ware aus, Schuhe, Räder, Autos, Tierbedarf und Sättel. Ein Vertreter der Firma Dr. W. Kampschulte aus Solingen stellte Geräte der Galvanotechnik vor. Auch gab es eine Abteilung mit Blumenzüchtungen die gekürt wurden. Eine Messe wie aus dem Bilderbuch.
Das besondere damals war, dass die Kunst an erster Stelle stand! Dies wurde in der Eröffnungsrede betont und auch der Kunstkritiker der Zeitung fing seine sieben Kritiken mit dieser Feststellung an. Sorgfältig wurde dieser Teil der Ausstellung von zwei Kommissionen vorbereitet, worin der Maler Jan Toorop federführend war, nämlich bei der Auswahl der Gemälde und der kirchlichen Kunst. Die Kunstkritiken erschienen auf der Vorderseite der „Provinciale Geldersche en Nijmeegsche Courant“. Wenn das nicht beispiellose Hinführung zur Kunst war!
Es gibt Kunst die intuitiv verstanden wird und keine Hinführung braucht, aber es gibt in jeder Zeit auch die Notwendigkeit der Kunsterziehung. Und warum soll die Presse darin nicht auch eine Rolle haben? Die Zeitung ernannte bald danach einen der ausstellenden Maler, Leo Niehorster. als Kunstkritiker, der diese Position 13 Jahre innehatte und das Kunsterleben in der alten Kaiserstadt förderte.
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