Ein Bild - Eine Geschichte

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Herbstwind


Rau fegte der kalte Wind durch das Gestrüpp am Feldrand. Es sah nach Regen aus. Die dicken, dunklen Wolken am Horizont waren ein deutliches Zeichen, dass es Zeit war zu verschwinden. Torben zog den Mantelkragen hoch, warf noch einmal einen letzten Blick über die schwarze Erde des längst abgeernteten Feldes und wandte sich zum Gehen. Er hatte so gehofft, ein Zeichen zu bekommen. Aber so wie es aussah, würde er sich noch eine Weile gedulden müssen. Das nächste Zeitfenster öffnete sich in drei Wochen, für eine Stunde am gleichen Ort. Vielleicht hatte Chris dann seine Mission erfüllt und konnte nach Hause zurückkehren. Zumindest für eine Weile. Torben vermisste seinen kleinen Bruder, der immer zu Schabernack aufgelegt war und so gar nicht der Typ schien, den man mit einer geheimen Mission betrauen würde. Die ersten Regentropfen fielen und Torben beschleunigte seine Schritte. Chris hatte nie viel von seiner Arbeit erzählt. Nur, dass er Maschinen testete. Prototypen, die sowohl für das Militär, als auch für die Wirtschaft von Interesse waren. Aber was genau, das hatte Torben nie aus ihm herausbekommen. Er war jetzt schon seit Monaten weg. Er hatte Torben nur gesagt, dass er, wenn alles gut ginge, auf diesem Feld auftauchen würde und dass er spätestens zu Weihnachten zu Hause sein würde. Torben hatte bereits dreimal vergeblich gewartet. Er wunderte und sorgte sich immer mehr und fragte sich, in was Chris da nur hineingeraten war. Er erinnerte sich noch gut an das letzte Telefonat. Chris war aufgekratzt wie ein kleines Kind gewesen. Er hatte ihm nur ein Datum, eine Zeit und einen Ort genannt und dass, wenn er nicht auftauchen sollte, der nächste Termin drei Wochen später wäre. Mehr nicht. Seitdem hatte Torben von ihm kein Wort mehr gehört. Torben fühlte sich unbehaglich und es kam nicht vom Wetter. Etwas war schief gegangen, er spürte es …
www.sabine-kalkowski-schriftsteller.de
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