Brauen als kreativer Beruf

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Braumeister Holger Kittler (rechts) freut sich über das gute Abschneiden seines ehemaligen Auszubildenden Tobias Herget. In der Probierwerkstatt der Privatbrauerei haben beide eine neue Rezeptur für helles Sommerbier ausprobiert. (Foto: Privatbrauerei Moritz Fiege)

Der beste Jung-Brauer in Nrw kommt aus Bochum: Mit der Bestnote 1,1 auf dem IHK-Zeugnis schloss Tobias Herget bei der Privatbrauerei Moritz Fiege im Sommer seine Ausbildung zum Brauer und Mälzer ab. Direkt im Anschluss packte der gebürtige Bochumer seine Koffer, um ein Jahr lang bei der Brau-Akademie Doemens in München seinen Handwerksmeister zu machen.

„Wir freuen uns sehr über die Leistung von Tobias Herget“, sagen die Brauerei-Inhaber Jürgen und Hugo Fiege: „Sein Erfolg bestätigt die Qualität der Ausbildung in unserem Unternehmen, die wir kontinuierlich weiter verbessern.“
Die Leidenschaft für Hopfen, Gerste und Malz war dem Ausnahme-Azubi keineswegs in die Wiege gelegt. In Kombination mit dem Abitur an der Herner Hibernia-Schule absolvierte er eine Ausbildung zum Elektriker und begann nach dem Zivildienst mit einem Architekturstudium, das ihm nur wenig Freude bereitete.
Im Internet entdeckte Herget, damals 22, das Angebot der Privatbrauerei Moritz Fiege für eine dreijährige Ausbildung zum Brauer und Mälzer. Herget kannte das Unternehmen durch die Teilnahme an Brauerei-Führungen, gab spontan eine Bewerbung ab und wurde eingestellt: „Mit 22 Jahren noch einmal eine handwerkliche Lehre zu beginnen, das war nicht einfach, aber trotzdem genau der richtige Entschluss.Ich habe mich im Fiege-Team von Anfang an wohlgefühlt, weil ich direkt mit dem Produkt in Verbindung kam, den Prozess des Brauens von Anfang bis Ende begleiten konnte und Verantwortung übernehmen durfte.“
Rasch packte ihn die Leidenschaft für handwerklich hochwertige Biere mit einem eigenen Charakter: „Brauen ist ein kreativer Beruf. Mir macht es Spaß, neue Bier-Rezepturen zu entwickeln, die anders sind als andere“, verriet der sympathische Jung-Brauer vor der Abreise in den Süden: „Erst wenn mich ein Bier geschmacklich vom Hocker haut, dann ist es richtig gut.“
In der Schule überzeugte er die Prüfer durch ein English Brown Ale, für das Herget eigens englische Malze und englische Hefe zusammentrug. Als Gesellensud braute der 25-Jährige in der neuen Fiege-Probierwerkstatt ein „mit Hopfen gestopftes Sommerbier“ in einem 50 Liter fassenden Kleinsudwerk. Die Kreation mundete nicht nur Marc Zinkler, dem Ersten Braumeister, sondern auch den Brauerei-Inhabern Jürgen und Hugo Fiege. Anschließend wurde der Gesellensud zu Ehren des jungen Brauers in Flaschen abgefüllt und etikettiert.
Der Ausbildungserfolg hat bei Tobias Herget Appetit auf mehr geweckt. Deshalb besucht er nun in München den Handwerksmeisterkurs der Brau-Akademie Doemens, die als Talentschmiede für den Führungsnachwuchs der deutschen Brauwirtschaft gilt.
Seine Zukunft sieht der Bochumer Jung-Brauer allerdings als Ausbilder: „Ich brauche einen Beruf, in dem ich Verantwortung übernehmen kann.“
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