Für Kinder ab zehn Jahren: "Nalu und das Polymeer" im Theater Unten befasst sich mit Verschmutzung der Meere

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Nalus Geschichte spielt in einer nicht allzu fernen Zukunft. (Foto: Küster)

"Nalu", sagt Autorin und Regisseurin Martina van Boxen, "lebt in einer Welt aus Plastik. Deshalb sind sogar die Kostüme aus Kunststoff. Eine Mitarbeiterin hat Plastiktüten in Fäden zerlegt und daraus Kleidungsstücke gehäkelt."

Nalu bewohnt eine Insel, auf der alles aus Plastik besteht, selbst die Häuser. Das Mädchen ist eine exzellente Taucherin. Trotzdem findet sie kaum noch genug PI, also Kunststoff. Die Insel, die ebenfalls aus Plastik besteht, ist einem Schrumpfungsprozess unterworfen. "Da entdeckt Nalu Hinweise auf eine Welt, die es einmal gegeben hat. Sie überlegt, wie man ein anderes Überleben sichern könnte", verrät Dramaturgin Eva Bormann.
Nalus Geschichte ist in einer nicht allzu fernen Zukunft angesiedelt. Martina van Boxen, die das Stück eigens für das Schauspielhaus geschrieben hat, erklärt: "Der Erzählstrang wird immer wieder durch Filme und Musik unterbrochen. Während die Geschichte fantastisch ist, beziehen sich die Filme direkt auf unsere Realität." Es geht um die Verschmutzung der Ozeane, die mittlerweile von wahren Plastikteppichen bedeckt sind. "Dabei arbeiten wir jedoch ohne erhobenen Zeigefinger", ist es van Boxen wichtig zu erwähnen.
Die Schauspieler Michael Habelitz, Manuel Loos und Maria Trautmann sind auf der Bühne auch als Musiker aktiv. "Für Maria", schmunzelt van Boxen, "haben wir eine Posaune aus Plastik besorgt. Manuel sorgt für elektronische Musik, die sehr atmosphärisch ist." - Dramaturgin Eva Bormann ergänzt: "Die Musik schafft Zeit zum Nachdenken über die im Stück behandelten Probleme."
Schließlich befasst sich das Stück mit der Frage, wie es wäre, wenn eine schwere Umweltkatastrophe die Erde so sehr verändert hätte, dass Plastik der einzige verfügbare Rohstoff wäre, so dass die Menschen ihr Überleben nur durch Kunststoff sichern könnten. Dabei stehen die Menschen heute gerade vor der Notwendigkeit, mit weniger Plastik auszukommen, um die Umwelt weniger zu belasten. Theaterpädagogin Ruth Hengel verrät: "Durch die Beschäftigung mit dem Thema wird man achtsamer. Es ist sehr zeitaufwendig, Produkte ohne Plastik zu finden." Die drei Schauspieler betätigen sich auf der Bühne auch als Musiker.

Termine
- "Nalu und das Polymeer" erlebt am Samstag, 1. Oktober, um 16 Uhr seine Uraufführung im Theater Unten des Schauspielhauses, Königsallee15.
- Eine weitere Vorstellung gibt es am Montag, 3. Oktober, ebenfalls um 16 Uhr. Für beide Vorstellungen gibt es noch Restkarten.
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