Prinzregenttheater zeigt ab 20. November "Bilge Nathan"

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Memo (Ismail Deniz, links) und Ben (Alexander Ritter) haben es nicht leicht miteinander. (Foto: Schuck)
Die Privatschule hat Ben nicht gut auf das Leben vorbereitet. „Er hat es nicht leicht und muss Geld verdienen“, beschreibt Romy Schmidt, Intendantin des Prinzregenttheaters, die Ausgangssituation im Drama „Bilge Nathan“ von Thilo Reffert. Dieses hat sie mit Ismail Deniz und Alexander Ritter inszeniert. Wie der Titel vermuten lässt, gibt es Bezüge zu Lessings „Nathan der Weise“. „Reffert“, so die Regisseurin, „greift vor allem die Ringparabel auf.“
Ben, von Beruf Schauspieler, will „Nathan der Weise“ als Zwei-Personen-Stück in Szene setzen, um damit in Schulen aufzutreten. Er spekuliert auf Fördermittel, die für Integration vorgesehen sind. Der deutsch-türkische Titel „Bilge Nathan“ soll demonstrieren, dass Ben es mit Integration und Toleranz auch wirklich ernst meint. Bilge bedeutet der Weise.
Als Mitspieler gewinnt der bekennende Atheist Ben den Deutschtürken Memo. Der Muslim ist als Streetworker tätig. Die Zusammenarbeit der beiden gestaltet sich jedoch unerwartet schwierig. In der Realität stößt die angestrebte Toleranz schnell an ihre Grenzen. Schmidt erklärt: „Das Stück lädt ein, die Frage zu stellen: Wie tolerant bin ich eigentlich wirklich?“
Alexander Ritter, der Ben spielt, beschreibt den Aufbau des Stücks: „Im ersten Teil schildert Ben seine Sicht des Konflikts mit Memo. Im zweiten Abschnitt folgt Memos Blick auf die Dinge. Im dritten Teil müssen sie sich dann miteinander auseinandersetzen.“ Dann gilt es nämlich, Lessings Klassiker in einer Zehn-Minuten-Version zur Aufführung zu bringen. „Die Ministerin, die für die Förderung zuständig ist, hat nämlich nicht mehr Zeit“, erläutert Schmidt.
Das Lachen ist den Beteiligten bei den Proben manches Mal im Halse stecken geblieben. „Das Ganze ist absurd-lustig“, räumt Schmidt ein. Aber einige der im Stück geäußerten Klischeevorstellungen würden durchaus an Pegida erinnern.
„Bilge Nathan“ ist ein Stück für Jugendliche und Erwachsene. „Auch Achtklässler fühlen sich angesprochen. Das Drama funktioniert in verschiedenen Schulformen“, schildert Ismail Deniz, der das Stück bereits an anderen Theatern gespielt hat. Er blickt auch auf eine erfolgreiche Aufführung an einem Berufskolleg zurück. Nun ist er am PRT erneut in der Rolle des Memo zu sehen.
„Thilo Reffert gehört zu den wenigen Autoren, die gute Klassenzimmerstücke verfassen“, sagt Romy Schmidt. Da liegt es nahe, auch mit der „Bilge Nathan“-Inszenierung in Schulen zu gehen. Michael Mans, an der Prinz-Regent-Straße für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, verrät: „Uns liegen bereits Anfragen aus Nettetal und Mönchengladbach vor. Interessierte Lehrkräfte können sich gern mit uns in Verbindung setzen. Informationen finden sich auf unserer Homepage.“

Termine
Am Freitag, 20. November, feiert „Bilge Nathan“ um 19.30 Uhr am Prinzregenttheater Premiere.
 Eine weitere Vorstellung folgt am Samstag, 21. November, um 19.30 Uhr.
 Für beide Vorstellungen gibt es noch Karten. Reservierungen und Informationen unter www.prinzregenttheater.de.
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