Arbeiter-, Miet- und Enkeltrick - Betrüger zeigen ihr kriminelles Repertoire

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(Foto: Molatta)

Am Dienstag, 20. August, haben emsige Betrüger mit verschiedenen Tricks versucht, ihre kriminellen Machenschaften in Bochum durchzusetzen.

Zunächst nahm in den Morgenstunden an der Gahlensche Straße, ein unbekanntes Gaunerpärchen Kontakt zu einer älteren Dame auf, die aus ihrem Wohnungsfenster auf die Straße schaute. Die Täter sprachen die 85-jährige Frau auf eine leerstehende Wohnung im Nebenhaus an. Unter der Vorgabe, man würde sich gerne die Raumaufteilung ansehen, gelangten die Ganoven in die Wohnung der Bochumerin.

Hier förderten die Unbekannten ihr schauspielerisches Talent zu Tage und maßen mit Händen und Zollstock vermeintlich die Wohnung aus. Zusätzlich lenkten sie die Rentnerin durch intensives Gespräch ab. Nach etwa einer Stunde Aufenthalt in den Räumlichkeiten, wobei die Täter wiederholt aus dem Sichtbereich der Bewohnerin gerieten, verließ das Duo die Wohnung. Es verschwand in Richtung Wattenscheider Straße. Kurz darauf bemerkte die Seniorin das Fehlen von Schmuck.

Die Personen wurden wie folgt beschrieben: 1. Frau: circa 35 Jahre alt, etwa 162 cm groß, normale Figur, dunkle Haare bis zum Kinn, Hose und T-Shirt, sprach ohne Akzent oder Dialekt, gebrauchte wiederholt das Wort "Schätzchen". 2. Mann: circa 40 Jahre alt, etwa 170-172 cm groß, vollschlank, kariertes Hemd, kurze dunkle Haare, sprach kaum. Die Tat soll sich zwischen 09.30 Uhr und 10.30 Uhr zugetragen haben.

In Wiemelhausen, klingelte gegen 15.30 Uhr das Telefon eines 75-jährigen Bochumers an der Friederikastraße. Der männliche Anrufer gab vor, sich in einer Notlage zu befinden, ohne diese genauer zu verifizieren. Dem vermeintlichen Verwandten fehlten angeblich 8000 Euro Bargeld, für eine nicht näher zu bezeichnende Sache. Er bat den älteren Herrn um die "Leihgabe" des Geldes. Doch der pfiffige Bochumer, zwischenzeitlich Argwohn hegend, hielt den Betrüger am Telefon hin - und rief mit einem Handy die Polizei. Anschließend wurde das Gespräch weiter über das Festnetz geführt. Der Kriminelle erklärte, gegen 16 Uhr, vorbeikommen zu wollen, beendete den Anruf und - erschien nicht. So scheiterte und blieb der Trickbetrug erfolglos.

Bei einem 77-jährigen Mann an der Kemnader Straße gingen die Ganoven ebenfalls leer aus - auch hier zog die Masche mit der Masche nicht. Der Bochumer stellte dem vermeintlichen "Verwandten" am Telefon persönliche Gegenfragen, worauf der männliche Täter entnervt aufgab, seine Bitten und Forderungen einstellte und schlussendlich auflegte. Gegen 14.50-15 Uhr suchte der Betrüger den Kontakt. In beiden Fällen: Gut gemacht!

Zu einem Trickdiebstahl aus der Wohnung einer 81 Jahre alten Bochumerin kam es am Dienstag, dann leider doch noch. Gegen 17.30 Uhr hatte die Dame zwei Männern Zutritt, zu ihrer Wohnung an der Herner Straße gewährt. Das Duo gab vor, den Steckdosenbestand überprüfen zu müssen. Die Täter nahmen arbeitsteilig die Räume in Augenschein und stellten diverse Frage. Die Versuche, beide Männer dabei im Auge zu behalten, gelangen der Seniorin weitestgehend. Letztendlich nahm das Misstrauen der 81-Jährigen jedoch überhand, so dass sie die Täter anschließend aus der Wohnung komplimentierte. Doch leider etwas zu spät - die Dieben hatte zwei Goldringe vom Wohnzimmertisch entwendet. Eine Person soll etwa 180-185 cm groß, circa 20-30 Jahre alt, schlank gewesen sein. Er sprach gut Deutsch. Sein Kumpan wurde als etwas älter, etwas kleiner und von normaler Statur beschrieben. Beide Kriminellen waren gut gekleidet - zur Tatzeit trugen sie Hemd und Krawatte, ähnlich Vertreter und eine Mappe.

In allen genannten Fällen ermittelt das Bochumer Kriminalkommissariat 14. Täter- und Zeugenhinweise werden erbeten und unter der Rufnummer 0234/909-4143 (-4441 außerhalb der Geschäftszeit) entgegengenommen.
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