OB-Stichwahl – Franz und Wölfi

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Rathaus Bochum - freies Bildmaterial (c) Stadt Bochum, Presse- und Informationsamt (Foto: Stadt Bochum, Presse- und Informationsamt)

Klaus Franz ist nun der offizielle Oberbürgermeisterkandidat der CDU.


Bei der gestrigen Kreismitgliederversammlung im Planetarium Bochum votierten 96,3 Prozent der Stimmberechtigten für den Diplom Ingenieur, der seine Karriere mit 14 Jahren als Druckerlehrling begann und seinen schulischen Werdegang auf dem Abendgymnasium abschloss. Als Lehrbeauftragter an der Bergischen Universität Wuppertal, späterer Konzernvorstand bei Rockwool International A/S und Geschäftsführer der fmsc GmbH dürfte der 62 jährige Kandidat wohl einiges an Lebenserfahrung und Verwaltungsqualifikationen mitbringen.
Auf der kommunalpolitischen Ebene steht Franz mit mehr als 25-jähriger Tätigkeit in verschiedenen Ausschüssen des Rates für eine geballte Kompetenz, die wohl kein anderer Mitbewerber um das Amt des Oberbürgermeisters aufweisen dürfte(u.A. Umwelt und öffentliche Einrichtungen, Beschwerde-, Arbeits- und Wirtschafts-, Rechnungsprüfungs- und Finanzausschuss). Zudem ist Franz seit 1978 Mitglied der CDU und war bereits als Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Bochum (von 2000-2010) und als Vorsitzender der CDU Fraktion im Rat (2009-2014) tätig.

Der Spielraum für den SPD Kandidaten, dem mehr als ein Viertel Stimmberechtigten der eigenen Partei auf der Vertreterversammlung das Vertrauen absprachen, dürfte damit wohl wesentlich enger werden. Nicht nur, dass „Wölfi“ Wendland mächtig von Links ins Wählerspektrum gräbt, jetzt wirft mit Klaus Franz ein Kandidat seinen Hut in den Ring, der Eiskirchs Wucherpfand von kommunal-politischer „Erfahrung“ (im Gegensatz zu „Wölfi“) mehr als deutlich in den Schatten stellt.

Da sich an den Mehrheiten im Rat durch diese einmalige, rein personenbezogene Wahl zum Oberbürgermeister – unabhängig von Parteien – nichts ändern wird, darf man sich als stimmberechtigter Bürger Bochums schon offen die Frage stellen: Wem traue ich denn eine sachdienlich moderierte Konsensvermittlung überhaupt zu? Oder eine zukunftsorientierte Strukturplanung, die durch Fachkompetenz und nicht durch Parteibuch gestaltet werden sollte?
Wähle ich überhaupt die SPD, wenn ich mit Herrn E. einen möglichen Oberbürgermeister habe, der (laut Gerüchten) Frau Scholz nicht nur direkt den Stuhl unter dem H… weggezogen hat, sondern sich dann noch selbst über die Medien als „geeigneten“ Kandidaten lanciert hatte, vorbei an den Einschätzungen, Meinungen und Befindlichkeiten der eigenen Genossen?

Als Kandidat der bürgerlichen Mitte stellt Klaus Franz die Stadt in den Vordergrund.


Das Wahlkampfmotto „Für Bochum“ / „Für Wattenscheid“ signalisiert bereits das Umdenken der CDU und ist mehr als reines Parteigetöse. Hier spielt sich niemand mit einem Masterplan nach vorne, der der Stadtgestaltung seine eigenen Ideen aufpfropfen will. Es geht vielmehr um eine Initiative, die alle Bürgerinnen und Bürger einbeziehen möchte und die zu Mitarbeit und Mitgestaltung an der Zukunft unserer Stadt anregen soll.

Im Falle des Wahlsieges betonte Franz erneut, einmal im Monat in den verschiedenen Ämtern arbeiten zu wollen, um einen direkten Einblick in das Arbeitsumfeld und die Bedingungen der jeweiligen Behörde zu bekommen. Eine Idee, die sich populistisch anhören mag, aber die durchaus signalisiert, dass hier jemand bereit ist, nicht alle Entscheidungen vom Schreibtisch aus zu treffen oder hinter verschlossenen Türen. Die städtischen Angestellten und Beamten dürfte das freuen, zumal sich das Arbeitsklima durch die immerwährenden Gerüchte von Personal- und Stellenabbau, die keineswegs direkt mitgeteilt wurden, sondern nur über die Presse zu erfahren waren, deutlich verschlechtert hat.

Wenn es wirklich dazu kommt, wie Franz sagt, dass er [Zitat] „mit Wolfgang Wendland in die Stichwahl muss“, wäre das sicherlich nicht das Schlimmste, was den Bürgerinnen und Bürgern Bochums bevorstehen könnte ...
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