Ursachen für Krankheitsstand ermitteln und angehen!

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Haltt: "Sich gegenseitig Verbalkeulen um die Ohren hauen, hilft niemandem."

Der Krankenstand bei der Stadtverwaltung Bochum ist derzeit Gegenstand heftiger Diskussionen. Im letzten Jahr stieg der Krankenstand bei den städtischen Beschäftigten auf 9,2 %. "Während die CDU den Beschäftigten gleich mangelnde Leistungsbereitschaft unterstellt, droht der Personalrat schon mit Eiern und Tomaten. Sich gegenseitig Verbalkeulen um die Ohren hauen, hilft allerdings niemandem", kritisiert Felix Haltt, Vorsitzender der Fraktion "FDP & DIE STADTGESTALTER" im Rat der Stadt Bochum. "Wir brauchen dringend eine Versachlichung der Debatte. Jetzt gilt es ohne Scheren im Kopf die eigentlichen Ursachen für den hohen Krankenstand zu ermitteln."

Haltt weiter: "Tatsächlich ist es ja so, dass er Krankenstand in der Stadtverwaltung außergewöhnlich hoch ist. Es ist für die Leistungsfähigkeit der Verwaltung nicht zuträglich, wenn regelmäßig 500 Mitarbeiter fehlen. Gerade in Bereichen wie Publikumsverkehr wie dem Bürgerbüro kann man sich solche Ausfälle nicht leisten, weil dann der Service für die Bürgerinnen und Bürger unmittelbar leidet. Allein alles auf ein verbesserungswürdiges Gesundheitsmanagement zu schieben, geht sicherlich fehl. Vielmehr muss man auch in den Blick nehmen, ob die Stadt Bochum ein attraktiver Arbeitgeber ist. Genauso muss gefragt werden, ob Leitungsebenen wirklich so besetzt oder geschult sind, dass sie ihre Mitarbeiter auch ausreichend motivieren können."

"Es ist davon auszugehen, dass für den Krankenstand nicht nur ein Aspekt ursächlich ist", vermutet Dr. Volker Steude, stellv. Vorsitzender der Fraktion "FDP & DIE STADTGESTALTER". "Alle Defizite müssen jetzt auf den Tisch. Dabei muss sicherlich muss auch gefragt werden, ob das Frühwarnsystem für Missstände wirklich funktioniert. Wenn es in manchen Bereichen hohe Fluktuationen gibt, ist dies doch ein Signal, das man nicht ignorieren kann. Und wenn sich Krankenstände so deutlich aufsummieren, muss das frühzeitig signalisiert werden, um ggf. entsprechend eingreifen zu können. Wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, ist es bekanntlich zu spät."

"Ein genauerer Blick in den Gesamtkonzern Stadt kann daher auch nicht schaden", betont Steude weiter. "Wir wollen daher auch den Krankenstand bei den städtischen Unternehmen erfahren. Vielleicht lassen sich dabei ja auch Strategien und Konzepten ermitteln, den Krankenstand möglichst gering zu halten, die man dann auf die Stadtverwaltung übertragen kann. Es muss ja nicht immer das Rad zweimal erfunden werden."

Haltt und Steude betonen abschließend: "Auch hier wird wieder deutlich, dass ein vorausschauendes Personalentwicklungskonzept für die Stadt Bochum längst überfällig ist. Seit Jahren wird dies von der Opposition angemahnt. Jetzt muss der neue Dezernent für Personal und Recht liefern. Wir brauchen motiviertes und qualifiziertes Personal, das nach den Bedarfen eingesetzt und für sich selbst auch eine Perspektive bei der Stadt Bochum sieht."

Die Fraktion "FDP & DIE STADTGESTALTER" thematisiert mit zwei Ratsanfragen u. a. den Krankenstand beim Bürgerbüro und den städtischen Unternehmen.
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Eugen Witt aus Recklinghausen | 31.05.2016 | 08:26  
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