Volles Programm in den sechs Bochumer Seniorenbüros

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Sandra Schotte, Dirk Nowaschewski und Britta Anger (v. l.) gaben einen Einblick in die Arbeit der Seniorenbüros.

Seit 2014 gibt es in den Stadtbezirken Mitte, Wattenscheid, Nord, Ost, Süd und Südwest Seniorenbüros als Anlaufstellen für ältere Menschen. Wer Hilfe benötigt, findet hier kompetenten Rat. Die, die sich selbst engagieren möchten, erhalten die nötige Unterstützung.

Von Nathalie Memmer

Je nach der Anzahl der Einwohner über 65 Jahren sind die Büros mit eineinhalb bis drei Stellen besetzt. Es handelt sich um gemeinsame Einrichtungen von Trägern der freien Wohlfahrtspflege und der Stadt Bochum. Beteiligt sind die AWO, die Caritas, das DRK, die Diakonie, die Vereine IFAK und Psychosoziale Hilfen Bochum.
Dabei hat die Arbeit für die Beteiligten nicht erst mit der Eröffnung der Büros begonnen. Sandra Schotte, Abteilungsleiterin im Sozialamt für Soziale Dienste, erläutert: „Wir haben das Projekt sorgfältig vorbereitet. Wir haben uns zunächst einen Überblick verschafft, welche Voraussetzungen vorhanden sind. In Bürgerbefragungen haben wir die Wünsche der Zielgruppe ermittelt. Auch die Verzahnung mit dem Seniorenbeirat ist uns sehr wichtig.“ Schließlich sollen die älteren Menschen selbst mitwirken können.
Doch wie lässt sich die Zielgruppe eingrenzen? Schließlich sind manche Angebote auch schon für Menschen ab etwa 55 Jahren gedacht. Sozialdezernentin Britta Anger hat eine Antwort parat: „Der entscheidende biographische Einschnitt ist in vielen Fällen der Übergang von der Berufstätigkeit in den Ruhestand. Die Menschen haben dann mehr Freizeit, können aber meist keine Weltreise machen. In den Seniorenbüros finden sie eine Möglichkeit mitzugestalten. Manche finden hier eine neue Aufgabe, indem sie zum Beispiel Flüchtlinge betreuen.“
Sandra Schotte und Britta Anger können eine positive Zwischenbilanz ziehen: „Die Akzeptanz des Angebots ist hoch. Menschen finden die Büros. Wir haben die Bürger auch durch Stände auf Märkten über unser Angebot informiert.“
Die Seniorenbüros haben nun also die zuletzt noch sechs Begegnungsstätten ersetzt. Britta Anger verweist auf die veränderten Wohnformen: „Ältere wohnen nicht mehr unbedingt in Seniorenwohnanlagen.“
Die Seniorenbüros dienen daher als Treffpunkte für die Stadtbezirke. Dirk Nowaschewski von der Diakonie Ruhr erläutert: „Die Stadtbezirke bestehen jeweils aus verschiedenartigen Quartieren. Die Teams in den Büros müssen also auf unterschiedliche Bedürfnisse angemessen reagieren.“
Zentral für das Selbstverständnis der Einrichtung „Seniorenbüro“ ist der Leitgedanke der Vernetzung. So soll die Zusammenarbeit mit bestehenden Institutionen weiter ausgebaut werden. Bürgerschaftliches Engagement findet im zuständigen Seniorenbüro professionelle Unterstützung.
Die Angebote der Büros sind vielfältig. Dirk Nowaschewski nennt ein Beispiel: „Das Seniorenbüro Mitte will helfen, in Altenbochum die Gruppe Wandervogel neu zu beleben. Hier können Menschen mit und ohne Handicap gemeinsam spazieren gehen.“ Im Südwesten soll ein Plauderstündchen für Menschen mit Demenz etabliert werden. Ein telefonischer Besuchsdienst und Patientenbegleiter sollen das Angebot abrunden. In Grumme widmet sich ein Projekt dem Themenfeld „Zu Hause alt werden“.
In jedem Quartal erscheint ein Newsletter, der über das aktuelle Angebot informiert. Dabei kommen diejenigen, die ihr Englisch aufpolieren wollen, genauso auf ihre Kosten wie die, die nach altersgerechten Bewegungsangeboten suchen. Auch Handarbeiten und künstlerisches Gestalten sind dabei.
Beratung ist teilweise auch in türkischer Sprache möglich. Vorträge informieren über wichtige Themen wie Seniorensicherheit und die Pflegeversicherung. Auch Treffen in geselliger Runde kommen nicht zu kurz. Pflegende Angehörige von Demenzkranken finden in den Seniorenbüros eine Anlaufstelle.
Wer im Ruhestand einen Teil seiner Zeit gesellschaftlichem Engagement widmen möchte, kann sich durch eine entsprechende Fortbildung darauf vorbereiten. Dirk Nowaschewski nennt ein Beispiel: „Im Glückskäfer-Projekt verbringen ältere Menschen zwei bis drei Stunden in der Woche mit einem Patenkind mit Migrationshintergrund.“
Sandra Schotte ergänzt: „Menschen ab 55 Jahren wollen sich nicht nur für andere engagieren, sondern auch für sich selbst. Wer also einen Schachverein auf die Beine stellen will, findet im Seniorenbüro die nötige Unterstützung.“
Britta Anger stellt die gesellschaftliche Bedeutung solcher Anlaufstellen heraus: „Schon heute ist in Bochum fast jeder Vierte älter als 65 Jahre und der Anteil wird weiter wachsen.“
Sozialdezernentin Anger blickt bereits ein wenig in die Zukunft: „Die Verträge für die Seniorenbüros laufen noch bis 2017. Ich gehe davon aus, dass sie verlängert werden. Gerne möchten wir das Angebot ausbauen. Allerdings setzt uns die angespannte Haushaltslage Grenzen.“

Weitere Informationen zu den Seniorenbüros gibt hier
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