Bochumer Bündnis gegen Depression e. V. bei der BlauPause gut frequentiert - Ein Stimmungsbild

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Bochum: Universitätsstraße | ~ ~ ~
Am Anfang stand das Hadern. Teilnehmen oder nicht teilnehmen? Lässt sich eine Veranstaltung analog des Stilllebens 2010 auf der A 40, das die aktiven Mitglieder noch so nett in Erinnerung behalten hatten, wirklich wiederholen? Und wer steht überhaupt zur Betreuung eines Tisches zur Verfügung, wenn jeder irgendwie schon anders eingeplant oder wegen dieses langen Wochenendes gar nicht in der Stadt ist?
Letzten Endes ließ sich der Vorstand dann doch auf das Wagnis ein, an einem typischen, nicht einschätzbaren 2015-Sommertag an einer Tischfläche von 2,20 m x 0,50 m irgendwo zwischen Wasserstraße und Sheffieldring zusammen mit etlichen Broschüren Präsenz zu zeigen und die Resonanz abzuwarten.

Man mochte eigentlich kaum glauben, dass die Veranstaltung insgesamt noch einmal annähernd so viel Zuspruch finden würde, wie im Jahr 2010, da die Universitätsstraße schließlich keine A 40 ist und eine Sperrung kaum so spektakulär empfunden werden dürfte. Doch es darf an dieser Stelle zugegeben werden, dass man sich auch täuschen kann. Die Bochumer lieben offensichtlich ihre Straßen und sie lieben es, zu feiern und dabei zu sein. Die Tischbetreuer wurden nicht enttäuscht. Es wurde in der Tat voll.
Die Mobilitätsspur meldete zwar durchgängig freie Fahrt für alles, was zwei Räder hat und aus eigener Kraft betrieben wird, doch an der Tischspur ging es zwischenmenschlich sehr gemütlich bis extrem eng und gemächlich zu. Und so kann die Teilnahme des Bochumer Bündnis gegen Depression e. V. an der BlauPause, mit der die Ruhr-Universität Bochum ihren 50. Geburtstag ganz groß feierte, durchaus als erfolgreich angesehen werden. Entgegen der bisherigen Erfahrungen im Umgang mit dem Thema "Depression in der Öffentlichkeit" kamen erfreulich viele Menschen - Betroffene und Depressionserfahrene ebenso wie Angehörige - an der Stand, um sich mit Informationsmaterial zu versorgen oder sich im Gespräch auszutauschen. Die Scheu, sich in der Öffentlichkeit an das Tabu-Thema heranzuwagen und das Gespräch zu suchen, schien bei dieser Veranstaltung längst nicht (mehr) so groß zu sein, wie bislang wahrgenommen. Einige Besucher ließen sich sogar gemütlich auf der Bank nieder, um sich Zeit zu nehmen und intensiv von ihren Erfahrungen zu berichten; ein Zeichen dafür, dass sie sich verstanden fühlen konnten.

Auch wenn der Stand zeitweise vom Seilbahnprojekt der Stadtgestalter nebenan erdrückt zu werden drohte, der sehr viel Zulauf bekam, war der Standort vis a vis von Polizei und Aral-Tankstelle doch ein guter, zumal sich das an dieser Stelle noch verbliebene ELA-Opfer trotz sehr weniger Äste sehr viel Mühe mit einer kleinen Schattenspende gab. Rückblickend kann die Entscheidung zur Teilnahme als gut bezeichnet werden, bemisst sie sich beim Thema "depressive Erkrankung und mit-leidende Hilflosigkeit der Angehörigen" schließlich auch an der Intensität des Austausches und an der Dankbarkeit des Einzelnen, sich besprechen zu können und sich verstanden zu fühlen.
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