Kindgerechte Prophylaxe: Keine Angst beim Zahnarzt

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Mit Hilfe eines puppengestützten Prophylaxeprogramms erreicht das zahnmedizinische Team ihr kleines Publikum ganz kindgerecht: Birgit Lesch (l.) bringt den putzfaulen Joschi ins Spiel, Uwe Holtkamp behandelt mit Dr. Zwickelmann, und Siglinde Golland gibt den bissfreudigen Dino Tobi zur Behandlung ab. Foto Kappi

Angst vor dem Zahnarzt? Nicht mit Doktor Zwickelmann! Mit einem heiteren Puppentheater bereitet das zahnärztliche Team des Gesundheitsamtes bereits die Jüngsten auf die Untersuchung vor.

Der regelmäßige Gang zum Zahnarzt ist zwar sinnvoll, aber nicht immer beliebt. Zu groß ist oft die Angst vor der Untersuchung oder gar dem Bohrer. Besonders bei Kindern kann das schnell zu Problemen führen, wenn zudem auch die Zahnpflege nicht richtig gelernt wird. Um Bottroper Kindern ein löchriges Milchgebiss zu ersparen, muss man ihnen also erst einmal die Furcht vor der Kontrolle nehmen. Das rührige Team vom Gesundheitsamt kann derzeit mit einem besonderen Konzept nachhaltige Erfolge verbuchen.

"Unser Programm ist immer genau auf die entsprechende Altersgruppe zugeschnitten", erklärt Zahnarzt Uwe Holtkamp die Umsetzung der sogenannten "aufsuchenden Prophylaxe". Zusammen mit den zahnmedizinischen Fachangestellten Birgit Lesch und Manuela Preuß-Kampmann, sowie der zahnmedizinischen Prophylaxefachkraft Siglinde Golland besucht der Dentist die Kinder direkt in den 52 Tagesstätten und 24 Grundschulen der Stadt.

So erreicht das Team nicht nur fast alle Jungs und Mädchen eines Jahrgangs mit einem Schlag, sondern kann auch ganz kindgerecht vermitteln. "Bei den ganz Kleinen stehen vor allem positive Gefühle im Vordergrund", erklärt Holtkamp. "Wir machen erst einmal 35 Minuten Puppentheater und beziehen die Kinder direkt in das Geschehen ein". So tritt etwa der Puppenzahnarzt Doktor Zwickelmann auf, der durch den üblen Geruch ungeputzter Zähne ohnmächtig wird und darauf hin sein ganzes Wissen vergisst. Begeistert helfen die Kinder der freundlichen Figur dann dabei, die grundlegenden Begriffe wieder zu erlernen. "Am Ende spielen wir dann das lustige Zähnezeigspiel", berichtet Holtkamp lächelnd, "und die Kinder machen begeistert mit". Ganz spielerisch werde so die allgemeine Untersuchung in eine lustige Aktion verpackt, so dass erst gar keine Angst aufkommen könne.

"In der Grundschule wird es dann anspruchsvoller", erläutert Holtkamp. "Je älter die Kinder werden, desto mehr Wissen kann auch vermittelt werden." Ein wichtiger Baustein ist dabei die kindgerechte Zahnputzmethode KAI, deren Buchstabenfolge für Kauflächen, Außenfläche und Innenfläche steht und damit auch den Putzvorgang beschreibt. Als negatives Beispiel für die Konsequenzen ungenügender Pflege fungiert der Puppenjunge Joschi, der einfach zu faul zum Putzen ist und daher schlechte Zähne hat.

Tobi zerbeisst die Bürste


Ergänzt wird das Angebot an bestimmten Lernorten durch die Prophylaxefachkraft Siglinde Golland. Im Gepäck hat sie den freundlichen Puppendino "Tobi", der leider beim Putzen nicht alles ganz richtig macht. In seinem Überschwang beißt er nämlich auch schon mal die Zahnbürste platt. Die Kinder dürfen Tobi in einem zahnärztlichen Behandlungsstuhl umsorgen, und bekommen zur Belohnung (und mit Erlaubnis der Eltern) eine Fluoridlackierung für die eigenen Zähne, die das Kariesrisiko drastisch senkt.

Auch die Eltern werden ins Boot geholt: Bereits ein Großteil der örtlichen Kindergärten ist in das Programm "Kita mit Biss" eingetreten. Hier wirkt der Arbeitskreis Zahngesundheit unter Anleitung des Gesundheitsamtes auch über die Kindergärten auf die Erziehungsberechtigten ein, um über häufige Fehler aufzuklären. "Ein typisches Beispiel ist der Verzicht auf Nuckelflaschen außerhalb der Mahlzeiten für Kinder unter drei Jahren", so Uwe Holtkamp. Dadurch würden viele mögliche Schäden bereits an den ersten Milchzähnen verhindert.

Die Statistik gibt dem rührigen Team recht: Seit Einführung des Programms gehen die Kariesfälle in den betreuten Altersgruppen kontinuierlich zurück. Dank Dr. Zwickelmann und seinen Puppenfreunden bleibt vielen Bottroper Kindern das makellose Kinderlächeln nun länger erhalten.
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