Schiedsrichter Maximilian Fischedick aus Bottrop

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Seit zehn Jahren ist Maximilian Fischedick als Schiri aktiv – mittlerweile in der Oberliga Niederrhein. (Foto: Michael Kaprol)
 
„Als Schiedsrichter sollte man nicht alles, was auf dem Platz von den Spielern gesagt wird, auf die Goldwaage legen.“ Maximilian Fischedick (Foto: Michael Kaprol)

Woche für Woche ist Maximilian Fischedick auf dem Fußballplatz zu finden. Mal in Bottrop, mal in Oberhausen. Mal in Rhede, mal in Wuppertal oder auch mal in Essen-Kray.

Zwar jubelt der 24-Jährige dort nicht über Tore und ärgert sich auch nicht, wenn das runde Leder mal im Gehäuse gelandet ist oder einer der Stürmer eine hundertprozentige Treffergelegenheit ausgelassen hat.

Dennoch ist er mittendrin im Geschehen auf dem grünen Rasen. Maximilian Fischedick ist Schiedsrichter, sozusagen der 23. Mann auf dem Feld. Derjenige, der entscheidet, wann es einen Eckstoß gibt und ob der Ball wirklich im Tor war. Derjenige, der pfeift, wenn ein Spieler im Abseits steht und derjenige, der ab und an auch schon mal einen Akteur des Feldes verweisen muss. Oder? „Früher habe ich öfter mal die Rote Karte gezeigt“, berichtet der junge Mann, „mit der Zeit sind es jedoch weniger geworden, weil ich weiß, wie die Spieler ticken.“

Fast zehn Jahre ist es nun her, dass Maximilian Fischedick erstmals als Unparteiischer offiziell auf dem Platz stand. Bis dahin war der fußballverrückte Bottroper selbst dem runden Leder hinterher gejagt. Als Verteidiger. Allerdings mit wenig Erfolg, wie er lachend zugibt: „Ich habe das Spiel kaputt gemacht, sowohl von der gegnerischen Mannschaft als auch von meiner eigenen.“ Schnell war also klar, dass es für eine große Karriere als Spieler nicht reichen würde. Allerdings interessierte sich der Sportler schon damals für das Regelwerk des Fußballs. Grund genug für seinen Vater zu orakeln: „Der wird mal Schiedsrichter.“ Gesagt, getan. Maximilian Fischedick absolvierte den Anwärterlehrgang, pfiff zunächst Spiele im Jugendbereich, fand sich nur zwei Jahre später im Förderkader des Fußballverbands Niederrhein wieder und leitete im Alter von 18 seine erste Seniorenpartie – und zwar direkt in der Bezirksliga. „Die Kreisligen habe ich übersprungen. Nach zwei Jahren habe ich als Schiedsrichter höher gepfiffen, als ich es als Spieler wohl je geschafft hätte.“

„Der wird mal
Schiedsrichter“

Mittlerweile ist der Bottroper in der Oberliga Niederrhein, der höchsten Verbandsspielklasse angekommen. Aktuell pfeift er dort in seiner zweiten Saison. Durchsetzungsvermögen, sicheres Auftreten, großes Selbstbewusstsein – und alles am liebsten mit einem Lachen im Gesicht. „Naja, wenn ein Spieler mal bölkt, werde ich auch lauter und gucke grimmig, um zu untermauern: Mit mir wird nicht diskutiert.“

Schiedsrichter Maximilian Fischedick ist einer, der weiß, was er auf dem Fußballplatz will. Auch, wenn es für ihn mal nicht so gut läuft, wie bei einer Partie in der Niederrheinliga, wo er nach drei Minuten einen klaren Strafstoß nicht gab. „Da hatte ich die Mannschaft das restliche Spiel über gegen mich“, erinnert er sich. Doch selbst wenn der eingefleischte Schalke-Fan mal als „Buhmann“ auserkoren wurde, hat er noch nie daran gedacht seine Pfeife an den Nagel zu hängen. Vielmehr gelten solche Situationen als Ansporn für ihn. „Ich ziehe aus einer Kritik immer das Positive heraus.“ Und genau dies möchte der Bottroper auch den jungen Nachwuchsschiris vermitteln, die er seit nunmehr drei Jahren als Jung-Schiedsrichter-Referent des Fußballkreises Oberhausen/Bottrop betreut.

Und wer weiß, vielleicht folgt ja einer dieser Youngster dem Werdegang von Maximilian Fischedick und ist als Unparteiischer irgendwann Woche für Woche auf dem Fußballplatz zu finden. Mal in Rhede, mal in Wuppertal oder in Essen-Kray.


Mehr zu den Schiedsrichtern im Kreis Oberhausen/Bottrop unter: www.schiedsrichter-online.org
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