Geschichte in Geschichten: Stadtteilgalerie in Ickern eröffnet

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Magnus Heier mit vier von bisher 13 Informationstafeln, die in der Stadtteilgalerie Ickern ausgestellt werden.

Eine Bäuerin, die vor 2.000 Jahren in Ickern starb, ein Steward, der auf der „Hindenburg“ fuhr – „Man denkt, in Ickern ist nicht so viel los, aber das stimmt nicht“, sagt Magnus Heier. Den Beweis wollen er und sein Bruder Andreas Heier mit der „Stadtteilgalerie Ickern“ antreten. Sie wurde heute (3. Juni) am Marktplatz Ickern 10 eröffnet.

Mit ihrer Ausstellung im Treppenhaus des Gebäudes, das im Besitz der Familie Heier ist, möchten die beiden Brüder die „Geschichte eines Stadtteils in Geschichten erzählen“, so Magnus Heier. 13 Portraits von Ickerner Bürgern spannen einen Bilderbogen über 2.000 Jahre.
Den weitesten Blick zurück werfen sie mit einer Informationstafel über die Bäuerin Edburga, die vor etwa 2.000 Jahren in Ickern starb. Ihr Leichenbrand wurde unter einer römischen Schale beigesetzt. „Er wurde gefunden, als die A2 gebaut wurde“, weiß Heier. Die Tonschale, ein Importprodukt, beweise, dass es damals in Ickern Handel gab.
Dagegen ist nicht klar, ob es sich tatsächlich um die sterblichen Überreste einer Frau handelt, geschweige denn, wie sie hieß. „Das ist geraten“, verrät Heier. „Die Knochen im Leichenbrand sind zu wenige, um das Geschlecht bestimmen zu können.“ Jedoch ginge es ihnen in diesem Fall auch darum, zu zeigen, wie die Menschen vor etwa 2.000 Jahren in Ickern lebten.
„Ich bin Mediziner und Journalist, und als Journalist reizt mich der Versuch, Geschichten zu erzählen“, so Heier. Als besonders spannend empfinde er es, Historie anhand von Personen zu erzählen.
Weitere Tafeln erinnern etwa an Alfred Fischer, der die St. Antoniuskirche und die Marktschule Ickern entwarf. „Er war ein durchaus bedeutender Architekt“, sagt Magnus Heier.

Menschen, die für Ickern bedeutend waren

Menschen, die politisch, sozial, kulturell oder spirituell für Ickern bedeutend waren, haben er und sein Bruder für ihre Galerie ausgewählt. Dazu zählt auch die Metzgerin Elisabeth Hammelstein, „Robin Hood von Ickern“. Sie habe reichen Kunden etwas mehr Geld abgenommen und ärmeren etwas mehr Ware zugesteckt. Um Informationen über Elisabeth Hammelstein zu erhalten, „haben wir mit ihrer Familie gesprochen“, so Heier.
Auch für die Vorbereitung der gesamten Ausstellung habe man sich mit geschichtsinteressierten Ickernern zusammengesetzt. Zudem habe man im Stadtarchiv recherchiert, etwa für die Lebensgeschichte von Friedrich Ludwig Freiherr von Vincke.
Die Stadtteilgalerie, die während der Öffnungszeiten der Arztpraxen am Marktplatz Ickern 10 besichtigt werden kann, soll weiter anwachsen. „Es dürfen 25 oder 30 Portraits werden“, sagt Magnus Heier. Wer Ideen für ein weiteres Portrait hat, kann sich an ihn wenden.
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