Ein Armutszeugnis - ein Kommentar

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Ehrenamtliche Helfer in der Suppenküche: im reichen Deutschland leider eine Notwendigkeit.

„Deutschland ist ein reiches Land“ – Mit diesem Satz fangen die meisten Kommentare an, die sich mit dem Armutsgefälle hierzulande auseinandersetzen. Obwohl seit Jahren hinlänglich bekannt ist, dass die Zahl der Menschen, die arm oder von Armut bedroht sind, im zweistelligen Millionenbereich liegt, tut sich nichts, um das Problem zu beheben.

Andererseits wurde kürzlich in den Medien diskutiert, dass einzelne Banken Strafzinsen auf Konten erheben. Dies betrifft Einlagen in Höhe von mindestens 500.000 Euro. Bei Girokonten geht es um Vermögen ab zwei Millionen Euro. Der Grund für die Strafzinsen: Vermögende Kunden und Großkonzerne haben zu viel Geld auf der Bank, zu wenig Geld ist im Umlauf.

Dass der Staat sich angesichts klammer Kommunen wie Castrop-Rauxel oder zu niedriger Renten für die wachsende Zahl der Senioren vor der Einführung einer Vermögenssteuer drückt, passt ins Bild. Stattdessen leistet sich das reiche Deutschland weiterhin Millionen von Menschen, die auf Lebensmittelspenden und Armenspeisungen angewiesen sind.

Auch Teile der Wirtschaft versagen: Sie zahlen ihren Mitarbeitern – je nach Branche – zu wenig Gehalt oder vermehren durch Personalreduzierung die Arbeitslosenzahlen. Das wiederum bewirkt den Armutsexport: Denn wer wenig bis gar nichts hat, kann weniger kaufen. Statt auf Qualität zu achten, muss der Euro mindestens zweimal umgedreht werden. Viele Menschen können sich, um ein Beispiel zu nennen, nur noch Billigtextilien aus Bangladesch und anderen Dritte-Welt-Ländern leisten – auf Kosten der Näherinnen dort, die sich für einen Hungerlohn verdingen.

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