Impfberatung vor erstem Kita-Besuch

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Eltern, deren Kinder zum ersten Mal eine Kindertagesstätte besuchen, sollen zuvor eine verpflichtende Impfberatung absolvieren. So jedenfalls plant es das Bundesgesundheitsministerium. In der kommenden Woche soll die Bundesregierung darüber entscheiden. Dann müssten Eltern demnächst bei der Anmeldung zur Kita einen Nachweis vorlegen, dass sie ärztlich über die notwendigen Impfungen beraten wurden. Eine Impfpflicht ist dagegen nicht geplant.

„Es ist mit Sicherheit so, dass alle Kinderärzte in Castrop-Rauxel bei diesem Thema an einem Strang ziehen“, sagt Kinderarzt Axel Dworniczak über die Impfungen von Kindern gegen Kinderkrankheiten. Er und Kinderarzt Ingo Meyer sind der Meinung, dass in der Region bereits viele Kinder ausreichend geschützt sind.
„Bei der Grundimmunisierung haben wir in Castrop-Rauxel etwa 90 Prozent erreicht“, so Dworniczak. „Eigentlich sind die Kinder hier daher für den Kindergartenbesuch gut geimpft.“ Trotzdem plädieren beide Ärzte dafür, die Impfrate weiter zu verbessern. „Krankheiten, die vermeidbar sind, sollte man vermeiden. Dies ist die größte Errungenschaft, die es in der Medizin gibt“, erklärt Dworniczak.
Meyer verweist auf die Gefahren, die nach wie vor von Kinderkrankheiten ausgehen können, und begrüßt die Pläne des Bundesgesundheitsministeriums daher ausdrücklich. „Diphterie und Tetanus sehen wir bei uns nicht mehr, weil gut geimpft wird. Täten wir dies nicht, kämen die Krankheiten schnell zurück“, erläutert er. „Am häufigsten sind allerdings Masern­ausbrüche, wenn in einer Region eher weniger geimpft wird.“ Dies bedeute für Kinder ein Risiko, da die Sterberate bei einer Masernerkrankung auch heute noch sehr hoch sei. Außerdem könnten zwar seltene, aber schwerwiegende Spätfolgen, wie eine geistige Behinderung, auftreten, so Meyer.
„Es gibt nichts Ansteckenderes als kleine Kinder“, ergänzt Axel Dworniczak. Eher stecke sich die Großmutter beim Enkelkind an als umgekehrt. Doch wer geimpft sei, könne selbst nicht krank werden und somit auch keine anderen Menschen anstecken.
Ingo Meyer führt die hohe Impfrate der Castrop-Rauxeler Kinder darauf zurück, dass „es hier nicht viele Eltern gibt, die grundsätzlich gegen Impfungen sind“.Sollten Eltern allerdings strikt dagegen sein, so glaubt Dworniczak, werde auch die Politik nichts dagegen tun können. „Da könnte der Gesundheitsminister selbst nichts ausrichten.“
Eine Impfpflicht für Kinder sehen die Pläne des Bundesgesundheitsministeriums nicht vor. Ingo Meyer fände dies jedoch durchaus sinnvoll. Axel Dworniczak betrachtet die aktuellen Pläne bereits als indirekte Pflicht, da zukünftig nur mit einer Impfberatung der Eltern der Besuch eines Kindergartens möglich sein werde.
Beide Castrop-Rauxeler Kinderärzte stimmen darin überein, dass in einer Gemeinschaftseinrichtung, wie einer Kindertagestätte, „keine ungeimpften Kinder als Infektionsquelle herumlaufen dürfen“, so Axel Dworniczak.
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