Richtig heftig kegeln: Klub „Koks Erin“ wurde 1938 gegründet

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Über das 75-jährige Bestehen ihres Kegelklubs „Koks Erin“ freuen sich dessen Mitglieder. Foto: Thiele

Wenn sich Umstände verändern, muss man sich anpassen. Das hat zumindest der Kegelklub „Koks Erin“ getan. Nachdem die Kokerei der Zeche Erin 1984 geschlossen wurde und die bisher rein männlichen Mitglieder weniger wurden, beschloss man, auch Frauen aufzunehmen, um den Klub zu erhalten. Jetzt feierten die Mitglieder das 75-jährige Jubiläum.

„Mein Vater Artur war 1938 einer der Mitbegründer“, erzählt Hans-Peter Sperz. Der 70-Jährige gehört mittlerweile seit 53 Jahren dem Klub an, obwohl er selbst nie auf der Zeche gearbeitet hat. „Mein Vater hat mich damals mitgenommen. Ich fand es erst ein bisschen seltsam zwischen den alten Herren, aber viele seiner Kollegen kannte ich auch schon“, erinnert sich Sperz. „Heute ist mein Sohn Christian das Nesthäkchen des Klubs.“ Der 37-Jährige habe vor etwa vier Jahren das Kegeln für sich entdeckt, weil er Bowling als zu langweilig empfand.
„Beim Kegeln gibt es die verschiedensten Bilder, die aus den Kegeln gebildet werden können“, erklärt Hans-Peter Sperz den Reiz des Hobbys. Die berühmten „alle Neune“ zählen daher gar nicht zu den schwierigsten Würfen. „Bilder sind komplizierter. Da braucht man auch schon mal drei Wurf für. Aber wir sind in Übung, sodass uns auch schwierigere Bilder gelingen“, sagt Sperz.
Denn so wichtig allen Mitgliedern das gesellige Beisammensein ist, vergessen sie darüber doch nie ihren Sport. „Es wird richtig heftig gekegelt“, betont Sperz. Drei bis vier Stunden pro Abend sind die Regel.
Traf man sich ursprünglich wöchentlich, kommen die Kegler heute alle 14 Tage in der „Zunftstube“ an der Bochumer Straße zusammen. 1993 wurde der reine Männerverein in einen gemischten umgewandelt, indem die Männer ihre Ehefrauen auf die Bahn holten. „Und mittlerweile sind die Frauen sogar in der Überzahl“, erzählt Sperz lachend. Es sei eine fast einmalige Sache, dass ein Kegelklub so lange existiere und zudem auch noch gemischt sei, ist er sich sicher.
Zu Spitzenzeiten gehörten rund 30 Mann dem Klub an. Dann konnten gar nicht alle gleichzeitig kegeln, sondern teilten sich auf. Einige spielten stattdessen Karten, während andere sangen. Zurzeit kommen zehn bis zwölf Mitglieder regelmäßig zu den Treffen. „Das sieht ganz gut aus“, lautet daher Sperz‘ Einschätzung, was die weitere Zukunft des Kegelklubs „Koks Erin“ betrifft.
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