Werben um die Landesgartenschau 2020

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Mächtig ins Zeug gelegt haben sich am Dienstag (20. Oktober) die Städte Castrop-Rauxel, Herne, Herten und Recklinghausen sowie die Emschergenossenschaft, um die neunköpfige Jury davon zu überzeugen, dass die Landesgartenschau 2020 nur an der Emscher stattfinden kann.
 
Buhlten um die Gunst der Landesgartenschau-Jury: (v.l.) Christoph Tesche (Recklinghausen), Rajko Kravanja (Castrop-Rauxel), Dr. Ulrich Paetzel (Herten), Dr. Frank Dudda (Herne), Johannes Beisenherz (Castrop-Rauxel), Horst Schiereck (Herne) und Dr. Jochen Stemplewski (Emschergenossenschaft).

„Die Menschen an der Emscher haben die Laga verdient!“ Johannes Beisenherz sprach an seinem letzten Arbeitstag als Bürgermeister aus, was auch seine Amtskollegen aus Herne, Herten und Recklinghausen denken. Die Landesgartenschau 2020 gehört ohne Wenn und Aber ins Emschertal.

Von einem „historischen Termin“ sprach Beisenherz am Dienstag (20. Oktober), als er auf der Wartburginsel die neunköpfige Jury begrüßte, die über die Vergabe der Landesgartenschau entscheidet. Anfang November soll feststehen, ob „Emscherland 2020 – Wasser.Wege.Wandel“ realisiert werden kann oder ob der Zuschlag an Bad Honnef oder Kamp-Lintfort geht.

„Für mich ist die Landesgartenschau eine Herzensangelegenheit, weil eine große Begeisterung dahinter steht“, betonte Beisenherz insbesondere mit Blick auf den Verein „Menschen an der Emscher“ und die Kleingärtner.

Und er erinnerte an das Ruhrgebiet als Motor der wirtschaftlichen Entwicklung und des Wohlstandes in der alten Bundesrepublik. Nach dem Niedergang von Kohle und Stahl sei der Strukturwandel noch immer nicht abgeschlossen. Ein gut sichtbares Zeichen dieses Wandels sei der Umbau der Emscher. „Die Landesgartenschau 2020 wäre da ein Ausrufezeichen. Sie könnte neuen Schwung und Schub in die Region bringen“, wünscht sich Beisenherz.

Jochen Stemplewski, Vorstandschef der Emschergenossenschaft, erläuterte die einzigartige Flusslandschaft, die „jetzt den zweiten Wandel in den vergangenen 100 bis 120 Jahren durchmacht“ – erst vom mäandernden Fluss zum Industrieabwasserkanal und nach dem Ende der Montanindustrie zurück zu einem weitestgehend natürlichen Wasserlauf. „Wir sind auf der Zielgeraden“, betonte Stemplewski unter Hinweis auf die seit 1990 laufende Renaturierung der Emscher und ihrer Nebenläufe. Nach 25 Jahren laute das Motto heute „2020 – Fluss in Sicht“.

„Einzigartige Vielfalt“


Das Gesamtkonzept der Bewerbung stellte der Jury Dr. Martina Oldengott von der Emschergenossenschaft vor. Unter Hinweis auf die vor etwa 15 Jahren geborene Idee einer Landesgartenschau an der Emscher trug sie die Argumente dafür vor, warum die Laga 2020 nur in dem 18 Kilometer messenden Abschnitt der vier Städte Castrop-Rauxel, Herne, Herten und Recklinghausen stattfinden könne: „Hier gibt es eine landschaftliche Vielfalt wie sonst nirgendwo an der Emscher.“

Davon konnte sich die Jury an der ersten Station ihrer Bereisung des Emscherlandes am Wasserkreuz von Rhein-Herne-Kanal und Emscher überzeugen – an der Stelle, wo künftig ein Brückenbauwerk mit dem Namen „Sprung über die Emscher“ eine Überquerung beider Gewässer ermöglichen soll.

„Wichtig ist, dass die Menschen die Natur zurückerobern können. Dazu bedarf es Übergänge über Kanal und Emscher, die bislang eher trennend gewirkt haben“, betonte Hernes Oberbürgermeister Horst Schiereck an seinem letzten Tag im Amt.
Für Herten hat die Landesgartenschau „Emscherland 2020“ Modellcharakter, weil Stadt neu gedacht werden könne, nämlich vom Grün her. „Viel ist schon geschehen. Nun fehlt noch die Anbindung ans Wasser,“ so der scheidende Bürgermeister Dr. Ulrich Paetzel.

Und Recklinghausens Bürgermeister Christoph Tesche brachte es schließlich auf den Punkt: „Die Bürger warten auf die Laga.“
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