Dinslaken: Werke von Max Kratz

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Manche Künstlerkarrieren haben ziemlich bodenständig begonnen, wie die von Professor Max Kratz, an den das Museum Voswinckelshof in einer Ausstellung ab Sonntag, 13. September, erinnert. Kratz, Jahrgang 1921, machte zunächst eine Ausbildung als Goldschmied bei einem Juwelier in Krefeld und arbeitete in diesem Beruf. 1941 begann er ein Studium der Malerei bei Professor Paul Bindel an der Kunstakademie in Düsseldorf.

Ab Mai 1941 ging es zur Wehrmacht. 1945 geriet Kratz in englische Gefangenschaft, aus der er im Mai 1946 entlassen wurde. Im gleichen Jahr nahm er das Studium wieder auf, diesmal bis 1950 in der Fachrichtung Bildhauerei bei Professor Sepp Mages. Im selben Jahr bescherte ihm eine größere Auftragsarbeit die Möglichkeit zu einem eigenen Atelier. Sein Schaffen wurde unterbrochen durch mehrere Aufenthalte in Sanatorien, denn Kratz hatte als Andenken aus der Gefangenschaft eine TBC mitgebracht.

Zwischen 1956 und 1970 beteiligte sich der Künstler erfolgreich an verschiedenen Wettbewerben, folgte dem Ruf an die Folgwang-Hochschule für Künste in Essen und wurde schließlich 1973 Professor im Fachbereich Kunst und Design an der Gesamthochschule Essen. 1984 konnte Kratz den Wettbewerb für ein Bergarbeiterdenkmal der Stadt Essen für sich entscheiden. Ein Jahr später emeritierte er auf eigenen Wunsch. Im Juli 2000 starb Kratz nach langer Krankheit in seinem Haus in Düsseldorf.

Max Kratz hat die Türgriffe und den Altar der Friedenskirche in Eppinghoven gestaltet und ist hierzulande daher kein Unbekannter. Die Max-Kratz-Stiftung bietet der Pfarrgemeinde zur Zeit die Skulptur "Friedenstaube" an, die aus einer aufgegebenen Kirche vor dem Abbruch noch ausgebaut wurde. Eine Entscheidung über die Annahme steht noch aus. Kuno Lange aus Oberhausen, der für den Skulpturenweg die "Daphne" vor dem Museum geschaffen hat, war übrigens Meisterschüler bei Professor Max Kratz.

Deshalb haben die Organisatoren der Ausstellung die fast drei Meter hohe und 300 Kilogramm schwere "Daphne" von Max Kratz aus dem Kunstmuseum Solingen geholt und zeigen sie im Foyer des Hauses. So können Besucher das Werk von Meister und Schüler zum selben Thema bewundern. Das im Voswinckelshof bis 22. November Gezeigte stammt aus dem Nachlass des Künstlers, aus dem Archiv der Max-Kratz Stiftung und aus den Sammlungen des Kunstmuseums Solingen, mit dem Dr. Peter Theißen im Jahre 2010 die viel beachtete Goya-Ausstellung entwickelte und seitdem damit freundschaftlich-kollegial verbunden ist. Hier zu sehen sind außerdem Entwurfszeichnungen und Modelle aus allen Schaffensphasen.
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