Dinslaken: Drei "heiße Riesen" mit langer Leitung

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STEAG, EVO und die Fernwärme der Dinslakener Stadtwerke verbinden die Thermo-Rohrnetze:

Mit einer 25 Kilometer langen Fernwärme-Leitung aus dicken, isolierten Rohren diagonal durchs Ruhrgebiet will Dinslakens Stadtwerke-Chef Dr. Götz mit seiner erfolgreichen Firma „Fernwärmeversorgung Niederrhein“ und Partnern die vorhandenen Netze der Fernwärme verbinden.

Die Leitung wird von Duisburg-Fahrn nach Bottrop-Süd vorwiegend über öffentliche oder Firmen-Grundstücke führen. Dazu wird in wenigen Wochen eine neue Firma zusammen mit der EVO Oberhausen und der STEAG Fernwärme gegründet, die Projektgesellschaft „Fernwärmeschiene Rhein-Ruhr“ GmbH.

Die Fernwärme-„Schienen“ Niederrhein und Ruhr (so nennen die Techniker irritierend die vorhandenen Rohr-Netze) wären so schon in vier Jahren miteinander verbunden! Eingespeist werden flächendeckend industrielle Abwärme, Kraft-Wärme-Kopplung, Wärme aus regenerativen Energien und – Müllverbrennungs-Anlagen! So wird langfristig CO2 eingespart und die Wärmeversorgung der gesamten Revier-Region von Moers bis Herne gesichert, und vor allem: Allein aus Bezugsquellen vor Ort! Einzelne schon vorhandene Rohrstrecken können benutzt und eingebaut werden.
Den Antrag zur Genehmigung der Thermo-Pipeline wollen die drei Partnerfirmen ein Jahr nach der in wenigen Wochen bevorstehenden Firmengründung, im ersten Quartal 2016 bei der Bezirksregierung einreichen. Kann ein weiteres Jahr drauf nach staatlicher und eigener Projekt-Prüfung die Rhein-Ruhr-Wärme einen eigenen Baubeschluss fassen, hofft man, schon nach einer Bauzeit von knapp zwei Jahren mit Teilen Stück für Stück „ans Netz“ zu gehen, also bereits in vier Jahren ab heute.
Die neue rotgrüne NRW-Landesregierung schrieb es in den Koalitionsvertrag.

Fernwärme Rhein Ruhr

Nachdem im Mai 2013 eine vom Land NRW beauftragte Machbarkeitsstudie den Sinn des Projektes nachwies, hatten sich die Fernwärme-Chefs vor mehr als andertalb Jahren im Juli 2013 zu einer Absichtserklärung zusammengefunden.

Gesellschafter werden die GmbHen der Fernwärmeversorgung Niederrhein mit 25,1 %, die STEAG Fernwärme mit 56,6 % und die EVO Oberhausen AG mit 18,3 %. Zweck der neuen Firma ist ausdrücklich die Planung, Errichtung und der Betrieb der Fernwärmeschiene Rhein-Ruhr und dies als Verbindung der Netze Niederrhein und Ruhr. Der finanzielle und technische Verbund dient nicht nur der Versorgungssicherheit, indem er für die Partner langfristig das Ausfall-Risiko einzelner Wärmequellen (bis hin zu auch einmal industrieller Schließung) stark mindern kann.

Er schafft auch Potenziale für Erschließung und Nutzung weiterer und neuer Wärmequellen. Auch können die Netze entlang der neuen Leitung erweitert werden und so Stadtteile im Revier erreichen, die bisher außerhalb der Schienen Ruhr oder Niederrhein lagen. Was die Wirtschaftlichkeit erhöht. Mit dem neuen Netzverbund können größere CO2-freie Abwärmemengen und KWK-Mengen allen Partnern der Region zur Verfügung gestellt werden. Damit will die Fernwärme Rhein-Ruhr den wesentlichen Beitrag zu den CO2- und Kraft-Wärme-Kopplungs-Zielen des Landes NRW leisten. Eine lange Leitung, die´s bringt. Kosten: knapp 200 Millionen.

Mit ihrer moderaten Preispolitik haben es die Stadtwerke Dinslaken im Ranking der 117 von der Verbaucherzentrale NRW getesteten Grundversorger auf Platz 8 geschafft. Und haben wohl so auch zahlreiche neue Kunden auch über die Region hinaus gewinnen können. Privatkunden aber auch Großkunden von Rostock bis München: So werden seit 1. Januar 400 Wohnungen der GBW München von der Fernwärme Niederrhein beheizt. Für eine Werkhalle und eine Abtauanlage der Deutschen Bahn liefern die Stadtwerke nun ebenfalls die nötige Wärme. Und ab Sommer 2015 werden in Voerde-Friedrichsfeld 95 Wohnungen und das Siemens-Werk auf heimische Fernwärme umgestellt.

Preise bleiben auch 2015 stabil

Der Rückblick auf das 110-jährige Stadtwerke-Jubiläum 2013 bilanzierte mit 193 Millionen Umsatzerlösen und 24, 6 Millionen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, das beste Jahresergebnis in der Unternehmensgeschichte. Ein Grund dafür: Der seinerzeitige harte und lange Winter. Da 2014 das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnung war, kann das Jahresergebnis nicht mehr so hoch wie im Jubiläumsjahr ausfallen.

Und noch ein voller Erfolg bei den Stadtwerkbädern darf nicht unerwähnt bleiben: „Hundewoodstock“ in Freibad Hiesfeld! Der letzte Badetag war für begeisterte Herrchen / Frauchen und Hunde reserviert! Wiederholung fest versprochen.
(Text: cd)
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