Dinslakener Kiosk am Neutorplatz ist Teil des Ersten Tages der Trinkhallen

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Kiosk am Neutorplatz: vl. Uwe Friebe und Marlies Heep. (Foto: Heike Cervellera)
Dinslaken: Neutorplatz |

Eine gemischte Tüte, bitte. Diesen Satz hören Marlies Heep und Uwe Friebe vom Kiosk am Neutorplatz öfters und sie lieben ihre Arbeit im kleinen Büdchen.

Morgens pünktlich um halb sechs öffnet der Kiosk mitten auf dem Neutorplatz seine Luke: „Wenn wir aufmachen, haben alle anderen noch zu. Wir sehen die Stadt erwachen.“ Die ersten Geschäftsleute holen sich eine Zeitung, die Kinder winken auf der Weg zur Schule und die ersten Grüppchen halten ihr Kaffeekränzchen bei den sympathischen Pärchen am Neutorplatz: „Spätestens dann ist man fröhlich und die schlechte Laune vergessen“, so Heep.

Den Kiosk an diesem Standort gibt es schon lange, berichtet Friebe: „Nach dem Krieg gab es schon eine Bretterbude genau an dieser Stelle. Mitte der 80er Jahre wurde der Kiosk dann versetzt. Ein paar Meter weiter nach links – am Neutorplatz 17.“ Dort fing Friebe im Jahr 1986 auch an. Zuvor hatte er bereits einen Kiosk in Lohberg und gesteht: „Eigentlich wollte ich nur so fünf bis sechs Jahre den Kiosk machen.“ Daraus sind in diesem Jahr bereits 30 Jahre geworden. Vor zehn Jahren ist auch Heep als Inhaberin mit eingestiegen, damals noch am Neutorplatz 17: „Vor zwei Jahren sind wir dann wieder an die ursprüngliche Stelle gezogen.“ Ein ganz neuer Kiosk ist entstanden, aber wieder, wie es den Beiden wichtig war „mit einer Luke zum Verkauf.“


Lustige Anekdoten zwischen Brötchen und Süßem


Während die Dinslakener das erzählen, kommt eine Kundin, die direkt liebevoll begrüßt wird: „Na, du Urlauberin, wie war es?“ fragt Heep. Es falle auf, wenn auf einmal Kunden nicht mehr kommen „und sich vorher nicht abgemeldet haben. Da macht man sich dann schon Gedanken.“ Das macht für die beiden auch das Besondere am Kiosk-Leben aus: „Es ist viel familiärer als im normalen Einzelhandel. Im Prinzip ist man auch Seelsorger und hört sich die Geschichten der Menschen an.“ Und die können mitunter sehr lustig seien. So berichtet Friebe von einem Pärchen, das regelmäßig zu ihnen kommt: „Der Mann hatte sich auf dem Friedhof verletzt und die Frau hat den Notruf angerufen und gesagt ‚Mein Mann liegt auf dem Friedhof, bitte helfen Sie mir‘. Die Rettungshelfer dachten natürlich, dem Mann sei nicht mehr zu helfen. Nachdem sich das Missverständnis aufgeklärt hatte, kam die Frau zu uns an den Kiosk und erzählte uns erstmal davon. Da muss man sich schon manchmal das Lachen verkneifen.“

Liebevoll werden morgens die Zeitungen für die Stammkunden schon eingerollt und der Kaffee vorbereitet. Mit zwei Stückchen Zucker und einem Schuss Milch. Insbesondere Zeitungen und Zeitschriften werden neben Zigaretten auch immer noch viel verkauft, berichtet Heep. Auch dazu hat Friebe eine Anekdote parat: „Einmal kam ein älterer Herr und sagte ‚Ich brauche die Zeitung, die meine Frau hier immer kauft‘. Ich fragte ihn, wer denn seine Frau sei und seine Antwort war nur ‚Na, meine Frau eben‘. Da wir die meisten Kunden ja nicht mit Namen kennen, war das etwas schwieriger. Dann fragte ich ihn, ob er ein Foto dabeihabe. Sein Gesicht hellte sich auf, denn das hatte er. Leider war das dann ein Foto von seiner Frau von vor 60 Jahren“, so Friebe lachend.

Für das Paar ist es eine ganz besondere Freude, dass sie am Ersten Tag der Trinkhallen mit dabei sind: „Wir haben einfach mal einen Text eingeschickt und wurden genommen.“ Der Kiosk ist einer von 50, die vom Ruhrtourismus ein Kulturprogramm gesponsert bekommen: „Von 16 bis 22 Uhr werden hier Poetry Slamer auftreten“, verrät Heep. Zusätzlich werden die Beiden noch „Kunst am Kiosk“ anbieten: „Der Hobbykünstler Charly Wythen wird Aquarelle ausstellen“, berichtet Heep. Zudem werde es für die Beiden noch eine besondere Überraschung geben: „Marc Torke von Radio KW hat sich für den Tag angekündigt und wird von acht bis zwölf Uhr seinen Dienst bei uns verrichten.“

Zusätzlich zum Kiosk am Neutorplatz nimmt noch die Blaue Bude „kleine Zeche“, Hünxerstraße 422 am 20. August am Tag der Trinkhallen teil. Die Betreiber haben sich ebenfalls, auch wenn sie nicht zu den glücklichen Gewinnern des Kulturprogramms gehören, etwas einfallen lassen: Ein Picknicktisch für 30 Leute wird aufgestellt. Die 30 Plätze werden unter den Teilnehmern am Trinkhallenquiz verlost. Alle weiteren Gäste dürfen natürlich rund um die Bude auch mitfeiern.
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