Sporthalle der Maximilian-Kolbe-Schule wird zunächst nicht als Unterkunft für Flüchtlinge genutzt

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Die Gemeinde Schermbeck wird das seit drei Jahren leerstehende Ecco-Hotel für sechs Monate anmieten. (Foto: Andreas Rentel)
 
Als weiteren Schritt hat der Ausschuss den Kauf einer 10.600 Quadratmeter großen Fläche an der Weseler Straße vor dem evangelischen Friedhof beschlossen. (Foto: Andreas Rentel)
Schermbeck: Rathaus |

Die Sporthalle der Maximilian-Kolbe-Schule wird zunächst nicht als Unterkunft für Flüchtlinge genutzt. Stattdessen hat sich der Bau- und Liegenschaftausschuss der Gemeinde Schermbeck in nichtöffentlicher Sitzung bei einer Gegenstimme für ein anderes Vorgehen entschieden. Bürgermeister Mike Rexforth und sein Stellvertreter Herbert Tekaat haben die Ergebnisse in einem Pressegespräch erläutert.

Drei Objekte sollen vorrangig für Flüchtlinge genutzt werden. Eine leerstehende Halle am Möbelgeschäft Rademacher an der Weseler Straße in Bricht sei „sehr geeignet“, so der Bürgermeister. 80 bis 100 Personen könnten dort unterkommen. Zudem wird die Gemeinde das seit drei Jahren leerstehende Ecco-Hotel für sechs Monate anmieten. Einer Kaufoption habe der Ausschuss zugestimmt, sagte Rexforth. „Die Zimmer sind tip-top“, allerdings hätten die Gläubiger das Gebäude im Insolvenzverfahren weitgehend leer geräumt. Die 45 Zimmer des Hotels bieten bis zu 80 Flüchtlingen Platz. Als dritten Ort nennt Rexforth eine Halle auf dem Idunhall-Gelände, ebenfalls für rund 80 Menschen geeignet. Diese Halle werde noch auf ihre Geeignetheit geprüft, Stichwort: Brandschutz.

Als weiteren Schritt hat der Ausschuss den Kauf einer 10.600 Quadratmeter großen Fläche an der Weseler Straße vor dem evangelischen Friedhof beschlossen. „Jungen Familien Eigentum zu erschwinglichen Preisen“ wolle die Gemeinde damit ermöglichen, erklärte der Bürgermeister. Diese Wohnungspolitik habe es seit 20 Jahren nicht mehr im Ort gegeben. Die Kirche habe bereits schriftlich erklärt, dass sie die Fläche nicht als Erweiterung für den Friedhof braucht.

Je zur Hälfte soll diese als Kauf- und Erpacht-Grundstücke angeboten werden. Dort wird die Gemeinde auch selber bauen: 16 Wohneinheiten sollen in einem gestaffelten, dreigeschossigen Gebäude entstehen. Auch hier sollen, falls die Zahlen weiter steigen, zunächst Flüchtlinge einziehen; maximal 160 Personen. Langfristig wolle die Gemeinde damit aber bezahlbaren Wohnraum zur Miete anbieten, erklärte der Bürgermeister. Als Beipiel-Zielgruppe nannte er Senioren mit kleiner Rente. 1,35 Millionen Euro wird das Haus kosten, dass Mitte des kommenden Jahres bezugsfertig sein soll. Statt Holz- oder Containerlösungen setze die Gemeinde auf das massive Bauen. Sozial-Partner ist dabei die Caritas Dinslaken. Die Arbeiten am Bebauungsplan haben begonnen. Den Käufern oder Erbpächtern der benachbarten Grundstücke werde „kein Klotz vor die Tür gestellt“, betonte der Bürgermeister. „Das machen wird gerade nicht.“ Wer dort bauen wolle kenne die Situation vorher.

Und: In dieser Woche wird der Rheinisch-Westfälische Hof an der Mittelstraße bezugsfertig sein für bis zu 30 Flüchtlinge. Rexforth: Erst wenn alle anderen Alternativen ausgeschöpft sind, werde die Gemeinde die Turnhalle wieder in den Blick nehmen. Für diese Planung habe es im Ausschuss „viel Lob“ gegeben. Der Bürgermeister versicherte: Man wolle beim Thema Flüchtlinge, derzeit leben 250 in der Gemeinde, „so sachte wie möglich“ vorgehen. Und: „Wir haben es uns nicht leicht gemacht.“
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