Dorstens Ruderer trotzen Wind und Wellen

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Von links: Lennart Kötters, Hendrik Winkel, Marina Plänker, Julian Risse ( RC Marl ) und Luca Fels ( RV Gelsenkirchen ). (Foto: Privat.)
 
Das Hauptquartier des RVD im ausnahmsweise sommerlichen Bremen. (Foto: Privat.)

Bremen/Gent/Brandenburg/Dorsten. Schlag auf Schlag ging es für Dorstens Ruderer am vergangenen Wochenende. Gleich drei Events in drei verschiedenen Städten standen für den Ruderverein an.

Für Charlotte Reinhardt und Jason Osborne ging es bei den Europameisterschaften in Brandenburg um die internationale Konkurrenzfähigkeit im Hinblick auf mögliche olympische Ehren.

Für Carolin Doerfler, Benedikt Müller, Lukas Müller, Cedric Kulbach und Timo Piontek hieß es die internationale Konkurrenzfähigkeit bei der Regatta in Gent zu beweisen. Und auch die RVD Junioren waren im Einsatz und trotzten bei der Großen Bremer Ruderregatta Wind und Wellen.

Europameisterschaften in Brandenburg

Gemischte Gefühle dürften Jason Osborne und Charlotte Reinhardt nach den Rennen bei den Europameisterschaften in Brandenburg haben. Freuen konnte sich Jason Osborne über die Silbermedaille im Leichtgewichts-Doppelzweier, die er zusammen mit seinem Mainzer Partner, Moritz Moos, überraschend vor den drittplatzierten Weltmeistern aus Norwegen gewann. Fragezeichen bereitet derzeit der überraschende Sieg der Iren – ein Boot, welches bislang noch nicht für die olympischen Spiele im August qualifiziert ist. „Die Iren waren überraschend stark, das hatte so keiner erwartet. Aber die Bedingungen am Finaltag waren auch äußerst schwierig – da spielt dann auch mal Glück eine Rolle. Silber ist ein toller Erfolg, es liegt aber noch Arbeit vor den beiden. Die werden sie angehen, da bin ich mir sicher“, sagt Sebastian Schmelzer (Trainer des Rudervereins Dorsten), der als Zuschauer in Brandenburg auf der Tribüne saß.

Auf den Vorlauf und den Hoffnungslauf verzichten musste Charlotte Reinhardt. Ein Magen-Darm Infekt stoppte die 22-Jährige in den ersten beiden Rennen des Frauenachters. Sieben Boote hatten gemeldet, darunter auch die Niederlande und Rumänien, die es in gut zwei Wochen bei der olympischen Qualifikationsregatta in Luzern zu schlagen gilt. Rechtzeitig zum Endlauf, für den sich der deutsche Achter neben den Niederladen, Rumänien, Großbritannien, Russland und Belarus qualifizierte, meldete sich Charlotte Reinhardt aber wieder zurück an Bord. Auch hier machten es Wind und Wellen auf dem auf der benachteiligten Außenbahn startenden deutschen Boot nicht leicht. Aber anders als in den letzten Rennen behielt das Boot von Trainer Ralf Müller auf den ersten 500 Metern Kontakt zum Feld. Die Spitze machten die Niederländerinnen und Britinnen unter sich aus, wichtig war für das deutsche Boot aber der Zweikampf mit den Rumäninnen. Das Ergebnis: 1. GB, 2. NED, 3. RUS, 4. ROM, 5. GER, 6. BLR. Platz fünf, mit gut einer Bootslänge auf Rumänien. Ein Ergebnis, das Hoffnung macht. „Bis 1500 Meter dachte ich, dass die Mädels hier an Rumänien dranbleiben. Trotzdem ein starkes Rennen, eine physisch starke Leistung. Unter normalen Bedingungen kann es in Luzern klappen. Es bleibt spannend“, resümierte Sebastian Schmelzer den Auftritt der Frauen.

Internationale Regatta Gent

In Deutschland gibt es in diesem Jahr keine internationalen Regatten für die U23 Ruderer, bei denen diese sich mit der kontinentalen Konkurrenz messen können. Deshalb entschied der Deutsche Ruderverband, die Regatta Gent zu besuchen. So sollten nach den Eindrücken und Platzierungen der ersten Kleinbootüberprüfung vor gut zwei Wochen Starts in Groß- und Mittelbooten erfolgen. Einzig Lukas Müller musste im Kleinboot ran. Er belegte zusammen mit dem Siegburger Jannek Schirrmacher den zweiten Platz im Männer-Zweier ohne Steuermann. Sonntags belegte er im Männer 8+ Platz drei. Die beste Medaillenausbeute des Wochenendes gelang Carolin Doerfler. Sie war sowohl Samstag, als auch am Sonntag zusammen mit Julia Barz, Sophie Oksche und Elisaveta Sokolkova im Vierer ohne Steuerfrau erfolgreich und siegte zudem an beiden Tagen im ersten U23 Achter des Deutschen Ruderverbandes. Benedikt Müller belegte mit dem zweiten U23 Achter des Dorstener Rudervereins den zweiten Platz, sowie Platz 3 im Vierer ohne Steuermann. Timo Piontek, gestartet für den Koblenzer Runderverein Rhenania, erlangete am Samstag den dritten und vierten Platz im Männer Doppelvierer und Doppelzweier, sowie am Sonntag der dritte Platz im Männer-Doppelvierer.

Cedric Kulbach war für den Karlsruher Ruderverein Wiking ebenfalls am Start. Samstag gewann er, zusammen mit dem Siegburger Patrick Stöcker, den Leichtgewichts Doppelzweier. Sonntag siegte er in einer Renngemeinschaft im Leichtgewichts Doppelzweier. Der Siebtplatzierte der Deutschen Kleinbootmeisterschaft unterstrich damit seine Ambitionen auf einen Start bei den Weltmeisterschaften im A-Bereich, die im August in Rotterdam stattfinden. Bundestrainer Marcus Schwarzrock machte dem Schermbecker, der ebenfalls aus dem Ruderverein Dorsten stammt, berechtigte Hoffnungen.

RVD Junioren bei der Großen Bremer Ruderregatta


Die in Münster vor zwei Wochen noch so erfolgsverwöhnten Juniorenruderer mussten in Bremen überwiegend mit zweiten und dritten Plätzen Vorlieb nehmen. So trafen besonders die Leichtgewichts B-Junioren auf starke Konkurrenz. So konnten die Doppelzweier mit Leon Jakiel/Tim Gerling und Lennart Kötters/Hendrik Winkel zwar teilweise überzeugen, Siege gelangen jedoch keine. Lediglich am Sonntag konnte der Leichtgewichts Doppelvierer der Renngemeinschaft Dorsten/Marl/Gelsenkirchen mit Hendrik Winkel, Lennart Kötters und Steuerfrau Marina Plänker am Siegersteg anlegen.

Immer besser in Fahrt kommen Aaron Kiersch und Vincent Schmidt (Herdecke) im Junioren A Zweier ohne Steuermann. Auch hier gelang beiden kein Sieg, aber sie hatten in drei von vier Rennen mit der Spitze um den Sieg gekämpft. Hier sieht Trainer Uli Wyrwoll die Entwicklung auch langfristig „ Beide gehören dem jüngeren Jahrgang dieser Altersklasse an. Wir haben noch einiges an Trainingsrückstand, machen aber Fortschritte. Wir kommen immer besser auf hohe Frequenzen und können den Gegnern auch Paroli bieten“.

Weiterhin im Vierer mit Steuermann und im Achter der B-Junioren ist Julius Gülker unterwegs. Er konnte den Überraschungscoup von Münster, bei dem er mit dem Achter siegreich war, nicht wiederholen und verbuchte stets dritte Plätze. Auch hier sehen die Trainer die Entwicklung eher langfristig.

In zwei Wochen fallen dann hinsichtlich der Deutschen Jugendmeisterschaft die ersten Vorentscheidungen. Die Junioren starten bei der Kölner Regatta, die U23 Ruderer fahren in Hamburg eine erneute Kleinbootüberprüfung aus. Für Charlotte Reinhardt wird es am 24. Mai auf dem Rotsee ernst – hier entscheidet sich der Start bei den olympischen Spielen 2016.
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