Oldtimer: Autoklassiker in der Hohen Mark

Anzeige
Ein VW Käfer Baujahr 1956 und ein jüngerer Porsche 911 Targa starten zur Tourenfahrt. Foto: Rentel
 
Schmuckstück: Ein Opel von 1958.

Zu den Internationalen Niederrhein Classics hatte die Niederrheinische Oldtimergemeinschaft Schermbeck und Westfalen im ADAC eingeladen. 119 Teams machten sich vom Restaurant „Hohes Ufer“ in Gahlen aus auf den Weg durch den Naturpark Hohe Mark.

Fahrtleiter Hans-Peter Großjohann hatte eine rund 120 Kilometer lange Strecke ausgetüftelt, die für die Profis eine sportliche Orientierungsfahrt darstellte und eine touristisch sehr einfache Tour für die weniger Ambitionierten bot. Mindestens Baujahr 1989 oder älter mussten die Autos sein. Zweite wichtige Regel: Die Fahrt sei nicht als Rennen gedacht, sondern solle den Wert historischer Autos als Kulturgut unterstreichen, erklärten die Veranstalter.

Den Titel des ältesten Fahrzeugs sicherte sich ein BMW 327 Cabrio, Baujahr 1941. Der elegante Zweisitzer hat eine bewegte Geschichte hinter sich, verriet Fahrer Klaus Picard. Nach dem Krieg verschlug es den Wagen in die Sowjetunion, erst 1999 sei das einst in Eisenach gebaute Auto wieder nach Deutschland zurück gekehrt. Über Preise wurde nicht gesprochen, aber der BMW dürfte zum geschätzten Durchschnittswert aller Autos (rund 20.000 Euro) seinen Teil beigetragen haben.

Ein Kapitän aus der Schweiz


Die Schweiz war früher die Heimat des herrschaftlichen Opel Kapitän, mit dem Harald und Gabriele Hempel unterwegs waren. „Das Auto gehörte zum Fuhrpark der Firma Maggi“, erklärte der Dinslakener. Und mit Blick auf den auch damals schon stolzen Kaufpreis: Der Wagen sei vermutlich von den Direktoren und nicht von einem einfachen Mitarbeiter gefahren worden, vermutete er. Seit 2008 besitzt Hempel den alten Opel von 1952 und bis auf ein paar Verschleißteile musste er wenig an dem Oldtimer machen.

Da stellte der Mercedes 170 Diesel, den Dr. Rolf Tiggemann pilotierte, ganz andere Anforderungen. Zwischen 1989 und '91 ließ er den Benz komplett restaurieren, allein in der Karosserie steckten 900 Arbeitsstunden, erklärte der Bochumer. „Der Wagen war komplett auseinander gebaut.“ Ein befreundeter Fachmann aus Wattenscheid übernahm den komplizierten Fall. Für den Laien habe das Auto „äußerlich einen ganz ordentlichen Eindruck“ gemacht, aber es sah doch schlimmer aus als gedacht. Dabei kam Tiggemann über einen Schicksalsschlag an den Wagen: Sein bester Freund verunglückte vor vielen Jahren tödlich, und die Witwe gab den Diesel an ihn weiter. Daher kenne er den Wagen noch viel länger, sagte er. Seit 1992 nimmt der Bochumer mit dem Oldtimer an Ausfahrten teil, auch schon mehrfach in Schermbeck.

Seit sieben Jahren besitzt Werner Klump, Geschäftsführer des Landhotels Voshövel, seinen schwarzen Mercedes 280 SL, Baujahr 1968. Für den Hotelier war die Tour eine Premiere, denn diese Ausfahrt nach Karte und den sogenannten „Chinesenzeichen“ war seine erste. Er setzte daher auch auf die Erfahrung und Ortskunde seines Beifahrers.

Von Gahlen aus machten sich die gut gelaunten Teams über ruhige Strecken auf den Weg zur Mittagsrast in Raesfeld. Ziel war am Nachmittag das Berghotel Hohe Mark in Reken. Über ein Detail waren sich übrigens fast alle einig: Bei dem heftigen Sturm am Samstag wären wohl fast alle Oldtimer in der schützenden Garage geblieben.

Weitere Informationen zum Verein und seinen Aktionen auf der Internetseite www.oldtimer-schermbeck.de.

Text und Bilder: Andreas Rentel
1
1
1
1
1
1
1
1
Einem Mitglied gefällt das:
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.