Die neue Spielzeit

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Die Ballettproduktion „Drei Farben: Tanz" war im letzten Jahr ein Überraschungserfolg. In diesem Jahr birngt Ballettdirektor Xing Peng Wang eine getanzte Fassung des Zauberbergs auf die Bühne. (Foto: Alexander Ekman)

Von einer Fußball-Operette über die Klassiker Don Givanni und Hamlet bis zu Thomas Manns „Zauberberg" als Ballett - das Dortmunder Theater hat in der neuen Spielzeit allerhand zu bieten.

Mit einem „Paukenschlag", so Opernintendant Jens-Daniel Herzog, beginnt die neue Opernspielzeit: Giuseppe Verdis „Ein Maskenball“ wird zunächst in Dortmund und gleich darauf am weltberühmten Royal Opera House Covent Garden in London gezeigt. Einen Höhepunkt der Saison stellt die deutsche Erstaufführung der Fußball-Operette „Roxy und ihr Wunderteam“ aus der Feder des berühmten Berliner Operettenkomponisten Paul Abraham dar.

Von Händels barockem Oratorium „Saul“ bis zu Andrew Lloyd Webbers Rock-Oper „Jesus Christ Superstar“ (mit Let's Dance-Star Alexander Klaws) zeigt sich die ganze Vielfalt des Musiktheaters in Dortmund. Hausherr Jens-Daniel Herzog inszeniert mit Mozarts „Don Giovanni“ ein Gipfelwerk des Opernrepertoires, und das Richard-Strauss-Jahr 2014 wird mit einer Neuproduktion von „Der Rosenkavalier“ gefeiert. Die Junge Oper zeigt in Kooperation mit der Deutschen Oper am Rhein und der Oper Bonn die Familienoper „Vom Mädchen, das nicht schlafen wollte“.

Ein berühmter Roman hat Ballettdirektor Xin Peng Wang zur Eröffnungspremiere der neuen Spielzeit inspiriert: Thomas Manns „Der Zauberberg“. An den Überraschungserfolg der Vorsaison („Drei Farben: Tanz“) knüpft der dreiteilige Ballettabend „Drei Streifen: Tanz“ mit drei Choreografen von Weltruf an. Die Wiederaufnahmen von „Schwanensee“ und „Der Traum der roten Kammer“ erfüllen nicht nur die Wünsche des Publikums, sondern zeigen auch die ganze stilistische und inhaltliche Bandbreite der Dortmunder Ballettcompagnie, deren Spielzeit auch dieses Jahr wieder von zwei hochkarätig besetzten Ballettgalas eingerahmt wird.

„Held_innen_leben“ lautet das Motto der zweiten Spielzeit von Gabriel Feltz als Generalmusikdirektor der Dortmunder Philharmoniker. Die „Eroica“ von Beethoven fehlt daher im Konzertprogramm der neuen Konzertsaison ebensowenig wie das autobiografische „Heldenleben“ von Richard Strauss oder Wagners „Siegfried“. Der Bogen der Philharmonischen Konzerte spannt sich bis hin zur jungen Komponistin Lera Auerbach. International gefeierte Solisten wie Sharon Kam, Elisso Virsaladze, Christian Poltera und Schauspieler Sebastian Koch sind der Einladung, gemeinsam mit den Philharmonikern aufzutreten, gerne nachgekommen. Fortgesetzt werden die beliebten Konzertreihen wie etwa die Babykonzerte, Kammerkonzerte, Familienkonzerte, Konzerte für junge Leute, Wiener Klassik Konzerte sowie das Neujahrskonzert.

Schauspielintendant Kay Voges präsentiert in der Spielzeit 2014/2015 wieder eine große Bandbreite an Stoffen und Erzählweisen – gebündelt in der Frage nach Identität und menschlicher Individualität im digitalen Zeitalter, in dem sich die Grenzen von Virtualität und Realität zunehmend verwischen.

Antike und moderne Klassiker wie Ingmar Bergmans „Szenen einer Ehe“, Arthur Millers „Tod eines Handlungsreisenden“, Sophokles „Elektra“ und vor allem Shakespeares „Hamlet“ (in der Inszenierung des Schauspielintendanten Kay Voges) werden daraufhin beleuchtet und befragt.

Andere Stoffe, für das Schauspiel neu bearbeitet und entwickelt, greifen das Thema von Big Data, Überwachung, Macht und Kontrolle der Daten explizit auf: Eine Theaterbearbeitung von Spielbergs „Minority Report“ verspricht eine ebenso ernste wie unterhaltsame Annäherung an diese Fragen zu sein wie eine Bearbeitung von Herman Melvilles Roman „Moby Dick“.

Noch in den Sommerferien richtet das KJT das dritte pottfiction-Camp am Big Tipi aus, in dem Hundert Jugendliche aus dem ganzen Ruhrgebiet einen Entwurf von ihrer Zukunft vorstellen werden. Die Suche nach Identität und Utopie ziehe sich wie ein roter Faden durch die Spielzeit, so der Direktor des Kinder- und Jugendtheaters, Andreas Gruhn. Ein Höhepunkt wird das Projekt „Industriegebietskinder“ sein, das gemeinsam mit Schülern der Marie-Reinders-Realschule und Studenten der FH Dortmund entwickelt wird.

Nicht zu vergessen das Weihnachtsmärchen: Andreas Gruhn greift eine Erzählung von Gerdt von Bassewitz auf und entwickelt daraus das Weltraummärchen: „Peters Reise zum Mond“.
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