Dortmund setzt Zeichen gegen Rechts

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Dortmund stellt sich den Neonazis entgegen: Viele Dortmunder wollen sich an Aktionen gegen die angemeldeten Märsche am Samstag (31./7.) beteiligen, die die Polizei nicht verbieten kann. (Foto: Archivfoto)
 
Demokratische Kräfte stehen in Dortmund für den Abfpiff für Rechts. (Foto: Archiv)

Der Vorstand des Seniorenbeirats der Stadt Dortmund sieht mit großer Sorge dem Aufmarsch der Neonazis am Samstag (31.) entgegen.

Vor allem die ältere Generation, die zum Teil noch die Schrecken des dritten Reiches miterlebt und in Erinnerung hat, verurteilt die Machenschaften dieser Gruppierung, die für einen Tag wieder Dortmund in die Schlagzeilen bringen wird.
„Wir erklären uns mit dem DGB, den Vereinigten Kirchenkreisen und mit allen, die jeweils in den Stadtteilen gegen den Aufmarsch friedlich demonstrieren, solidarisch“, so der Vorstand des Dortmunder Seniorenbeirates.
Wir wollen keine Nazis in unserer Stadt: Das werden am 31. August 2013, einen Tag vor dem Antikriegstag, zahlreiche Organisationen und engagierte Dortmunder bei Veranstaltungen und Aktionen in der ganzen Stadt deutlich machen.

Aktionen laufen in der ganzen Stadt

„Dortmund wird sich am kommenden Samstag - und wenn notwendig eine Woche später noch einmal - den von den Nazis angemeldeten Umzügen entgegen stellen. Die breite demokratische Protestbewegung wartet derzeit darauf, dass die Routen der rechtsextremen Aufzüge bekannt gegeben werden, um auch die eigenen Planungen abschließen zu können. Aber wo auch immer - wir werden die Nazis stellen und ihnen zeigen, dass der menschenverachtende Rechtsextremismus in unserer Stadt nichts zu suchen hat. Stadt und Bürgerschaft müssen immer wieder von neuem zeigen: Dortmund ist eine Stadt der Vielfalt, Toleranz und Demokratie“, betont Oberbürgermeister Ullrich Sierau.

"Pflicht, Aufmarsch zu verhindern"

Sierau gehört zu den Erstunterzeichnern des Aufrufs des Bündnisses ‚Dortmund nazifrei’. Darin heißt es unter anderem: „Als Demokraten sehen wir uns in der Pflicht, diesen Aufmarsch (der Partei ‚Die Rechte’) entschlossen zu verhindern und den Nazi-Horden den Weg friedlich zu blockieren. Dabei verzichten wir ausdrücklich auf gewaltsame Aktionen jeder Art gegen Menschen und Sachen. Wir wollen friedlich für Demokratie und gesellschaftliche Vielfalt eintreten und verhindern, dass Nazis ihren Rassismus und ihre menschenverachtende Ideologie auf unseren Straßen artikulieren können.“

Friedlich demonstrieren

Dem Bündnis gehören zahlreiche Vertreter aus der Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik, aus der Wirtschaft, der Kultur, Gewerkschaften, Kirchen und Sozialverbänden an.
Ebenso ruft der Dortmunder Arbeitskreis gegen Rechts dazu auf, friedliche Demonstrationen gegen den rechten Aufmarsch am kommenden Samstag zu unterstützen: „Dortmund ist unsere Stadt. Es ist die Stadt der hier lebenden Zivilgesellschaft und ihrer Institutionen. Dortmund ist, trotz immer wiederholter Parolen, nicht die Stadt von Nazis und anderen Ewiggestrigen. Deshalb rufen wir alle Bürgerinnen und Bürger auf, … den Feinden unserer freiheitlichen, demokratischen Ordnung deutlich und in großer Zahl zu zeigen, dass wir sie und ihre unmenschlichen Parolen, dass wir Hass und Gewalt in unserer Stadt nicht dulden.“

Friedensfest am Katharinentor

Bereits seit Montagläuft am Katharinentor wieder das fünftägige Friedensfestival, das der DGB und seine Gewerkschaften veranstalten. Zum dritten Mal bestreiten Akteure von A wie AWO bis Z wie Zwickau ein politisches und zugleich unterhaltsames Programm. An den einzelnen Veranstaltungstagen stehen Themen wie „Rechtsextremismus“, „Fremdenfeindlichkeit“ oder „Rechte Gewalt“ im Focus, ohne dass der fröhliche, bunte Aspekt zu kurz kommt.
Unter dem Motto „Für Dortmund. Gegen Nazis.“ wird Samstag, 31. August, zum vierten Mal in Folge das große Friedensfest ab 17 Uhr auf dem Dorstfelder Wilhelmplatz gefeiert. Die Stadt Dortmund setzt damit bewusst einen starken Schlusspunkt hinter die zahlreichen Protestaktionen des Tages.
Das Bündnis Dortmund gegen Rechts will Samstag gegen die neuerliche Naziprovokation Flagge zeigen. Der DGB organisiert einen Sternmarsch und eine Demonstration in Sicht- und Hörweite zum Faschistenaufmarsch: Treffpunkte für den Sternmarsch des DGB:
- 10.45 Uhr Platz der Alten Synagoge/Opernhaus
- 10.45 Uhr Platz von Buffalo, gegenüber U-Turm
- 10.45 Uhr Kampstraße hinter Elektro Conrad
Die Bündnisse “Dortmund nazifrei” und “Dortmund stellt sich quer” kündigen an, den Nazi-Aufmarsch mit Blockaden zu verhindern.
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Bettina Brökelschen aus Dortmund-City | 28.08.2013 | 08:51  
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