Eine aus dem romanischen Kranz: Stiftung fördert erneut die Dorfkirche in Brackel

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Übergabe des Schecks (v.l.): v.l.: Pfarrer Eckhard Wedegärtner, Bodo Kemper von Westlotto, Karin Lehmann von der Stiftung Denkmalschutz, Ulrich Moeske von der evangelischen Kirchengemeinde Brackel und Pfarrer und Tong Rosiepen. (Foto: Schmitz)

Bereits im vergangenen Jahr unterstützte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) die evangelische Kirchengemeinde Brackel bei der Erneuerung der Schieferdachdeckung von Sakristei und Chor mit regionalem Schiefer in altdeutscher Deckung mit 50.000 Euro. In diesem Jahr stellt die Stiftung der Gemeinde dank der Erträge der GlücksSpirale erneut 75.000 Euro für die Instandsetzung von Turm- und Schiffdach zur Verfügung.

Das Kirchengebäude, das eine besondere städtebauliche und architektonische Bedeutung besitzt, gehört zu den über 380 Projekten, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mittel von WestLotto aus der Lotterie GlücksSpirale allein in Nordrhein-Westfalen fördern konnte. Den symbolischen Fördervertrag überbrachte Karin Lehmann vom Ortskuratorium Bochum/Dortmund der DSD zusammen mit Bodo Kemper von WestLotto an Ulrich Moeske von der evangelischen Kirchengemeinde Brackel.

Die Brackeler Kirche liegt an der historischen Handelsstraße, dem Hellweg, und gehört zu dem Kranz romanischer Dorfkirchen, die im 12. und 13. Jahr-hundert rund um die Freie Reichsstadt Dortmund entstanden. Mit dem 1554 vollzogenen Übertritt der Gemeinde zum protestantischen Glauben war die Gemeinde die erste evangelische Kirche im heutigen Stadtgebiet Dortmunds.

Die aus Bruchstein gebaute, heute steinsichtige Hallenkirche war Ende des 12. Jahrhunderts dreischiffig als Basilika errichtet worden. Einen neuen Chor mit hohen Maßwerkfenstern und Strebepfeilern ergänzte man einhundert Jahre später. Zu dieser Zeit entstand wohl auch der mächtige, quadratische Westturm. 1495 bis 1497 wurde das Gotteshaus zur Hallenkirche umgebaut, wobei die Außenmauern erhöht und Schiff und Vierung neu gewölbt wurden. 1892 schließlich erneuerte man die nördliche Langhauswand und errichtete den südlichen Querhausgiebel.

Da das Langhaus durch die querrechteckigen Gewölbe breiter ist als lang, wirkt der Raum im Inneren kurz. Bemerkenswert ist die qualitätvolle Bauplastik am Tympanonportal mit einer Kreuzigungsszene. Die romanischen Querarme der Kirche überspannen Tonnen-, den sonstigen Innenraum Kreuzrippengewölbe. Ausstattungsstücke haben sich aus dem 12. Jahrhundert, dem 16. und dem späten 17. Jahrhundert erhalten. Die 1960 von der Orgelbaufirma Steinmann aus Vlotho gefertigte neobarocke Werkorgel wurde 2011 durch die Orgelbaufirma Seifert aus Kevelaer umgebaut, erweitert und neu intoniert.
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