BUND kritisiert Neuauflage von Wickede-West

Scharfe Kritik an der Wiederaufnahme der Planung für das Wohngebiet Wickede-West (Bebauungsplan Br196) übt die Kreisgruppe Dortmund im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

"Nachdem das Wohngebiet aufgrund ökologischer Bedenken seit über zeit Jahren auf Eis lag, wird es nun auf Wunsch der Ratsfraktionen von CDU und SPD aus der Schublade geholt. Auch wenn das Wohngebiet etwas verkleinert wird, wäre es ein erheblicher Eingriff in die Landschaft", so BUND-Sprecher Thomas Quittek in einer Pressemitteilung.
Der BUND erinnert daran, dass die Naturschutzverbände und der Landschaftsbeirat die Planung im Rahmen ihrer Stellungnahme zum Flächennutzungsplan 2003 als die ökologisch bedenklichste im ganzen Stadtgebiet beurteilt und sich dabei auf städtische Gutachten bezogen hatten.
Das geplante Wohngebiet zerstöre eine Feld-, Wiesen- und Heckenlandschaft, warnen die Umweltschützer. Nördlich hiervon erstreckt sich das geplante Naturschutzgebiet "Wickeder Holz“. Der Umweltplan der Stadt Dortmund stellt das Gebiet als wichtigen Erholungsraum dar. Die Umweltqualitätsziele zur Freiraumentwicklung der Stadt fordern den Ausschluss weiterer baulicher Entwicklung und Flächenversiegelung.
"Hintergrund für die Wiederaufnahme der Planung sind offensichtlich wirtschaftliche Interessen", so Quittek. Die Fläche befindet sich im so genannten Sondervermögen „Grundstücks- und Vermögensverwaltungsfonds“ der Stadt.
Dieses wurde 1998 zur beschleunigten Ausweisung von Wohnbauland und zur Erschließung von Finanzmitteln für den städtischen Haushalt gegründet. Als Grundkapital dienten im städtischen Besitz befindliche oder angekaufte Grundstücke, die damals nicht im Flächennutzungsplan als Bauland vorgesehen waren. Ein Großteil dieser Grundstücke wurde ohne Beachtung ökologischer Belange angekauft. Diese Grundstücke sollen mit Gewinn an bauwillige Unternehmen und Privatpersonen als Bauerwartungsland veräußert werden. Transaktionen des Sondervermögens finden nicht öffentlich statt.
Im Sondervermögen enthalten sind aus ökologischer Sicht bedenkliche Flächen wie Tulpenstraße (Sölderholz), Wickede-West, Rhader Weg (Bövinghausen) und in Grevel, listen der BUND auf.
Von Bürgern und Naturschutzverbänden wird kritisiert, dass mit der Aufnahme dieser Flächen in das Sondervermögen Sachzwänge für das Bebauungsplanverfahren geschaffen werden und von einem ergebnisoffenen Verfahren keine Rede mehr sein kann.

Autor:

Ralf K. Braun aus Dortmund-Ost

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