Rewe plant Eröffnung des neuen Neuasselner Supermarkts im Herbst 2013

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Überaus groß war am Dienstagabend (26.2.) das Interesse der Neuasselner an den Informationen über den nun bald beginnenden Neubau eines Supermarkts an der Ecke Holzwickeder Straße/Am Funkturm. (Foto: Günther Schmitz)
 
Auch Architektin Ursula Becker-Neumann, Elisabeth Vossebrecher, Chefin der SPD Asseln/Neuasseln, Investor Lars Süggel und Rewe-Vertreter Peter Gumprich (vorne, v.l.n.r.) verfolgten wie über 60 Neuasselner interessiert den Vortrag von Stadtplaner Bernd Kötter. (Foto: Günther Schmitz)
Dortmund: DRK-Begegnungsstätte Neuasseln |

„Wir treffen uns alle am Eröffnungstag wieder und kaufen hier im neuen Rewe ein“, beschloss Gastgeberin Elisabeth Vossebrecher, Vorsitzende der SPD Asseln/Neuasseln, den Info-Abend zum Supermarkt-Neubau am Funkturm trotz ihres strahlenden Lächelns mit einem durchaus ernst gemeinten Appell.

Das Interesse der vornehmlich älteren Neuasselner, Haupt-Leidtragende des seit Schließung des kleinen Edeka-Ladens im September 2010 herrschenden Nahversorgungs-Notstands in der Funkturm-Siedlung, war riesig: Über 60 interessierte Zuhörer ließen den Saal der DRK-Begegnungsstätte beim Info-Abend des SPD-Ortsvereins aus allen Nähten platzen.

Sie und alle anderen gut 3500 Neuasselner dürfen sich auf das endlich absehbare Ende der Versorgungslücke freuen: „Im Herbst 2013“, preschte Rewe-Vertreter Peter Gumprich, bei der Asselner Großhandels-Genossenschaft für Expansion zuständig, mit seiner Prognose vor, könnten sich erstmals die Türen des neuen Vollsortimenters mit 1300 Quadratmetern Verkaufsfläche öffnen. „Spätestens Anfang April“, ergänzte Architektin Ursula Becker-Neumann, „wahrscheinlich eher“, werde der Abriss der 1962 errichteten, aktuell bis auf den Kiosk leerstehenden Einkaufszeile beginnen.

Stadtplaner Kötter stellt Planungen vor

Zuvor hatte Bernd Kötter vom städtischen Planungs- und Bauordnungsamt die wesentlichen Inhalte der Pläne und das Verfahren für den Supermarkt-Neubau auf dem Grundstück Holzwickeder Straße 115 vorgestellt:

Auf dem Dach der Tiefgarage, die mit sämtlichen Stellplätzen bestehen bleibt und nur eine neue Zufahrt von der Holzwickeder Straße aus erhält, entsteht – ein wenig nach Norden verschoben – der rund 1800 Quadratmeter große Neubau des Einkaufszentrums-mit Rewe-Markt und Lager. Vorgesehen sind u.a. auch ein Back-Shop in der Vorkassen-Zone, Poststelle und (Außen-) Gastronomie. Sogar das Dach wird begrünt, die Entsiegelung der Zufahrten, eine Rigole zur Regenwasserversickerung und eine Brauchwasser-Zisterne sind ebenfalls geplant.

Beliefert wird der neue Supermarkt künftig ebenfalls von der Holzwickeder Straße aus. Eingehauste Laderampe und Einkaufswagen-Boxen sollen Lärm ebenso mindern wie der glatte Asphalt auf den 55, nachts gesperrten Kundenparkplätzen, die in gewohnter Weise über die bestehende Zufahrt von der Straße Am Funkturm angefahren werden können. Bestehen bleiben soll auch erst einmal die Bushaltestelle „Haslindestraße“. Deren Verlegung schließt Stadtplaner Bernd Kötter bei (nicht erwarteten) Konflikten indes nicht aus.

Unmut in Sachen Geldautomat

Auch ein seit der Sparkassen-Schließung in Neuasseln arg vermisster Geldautomat sei vorgesehen – allerdings einer der Volksbank, verriet Architektin Becker-Neumann – und erntete prompt Kritik: „Auch ein Überweisungsautomat wird benötigt“, forderte eine Zuhörerin. Und die Neuasselner SPD-Ratsfrau Brigitte Thiel monierte, angesichts der Mehrzahl der Sparkassenkunden im Ort sei ein Geldautomat dieses Geldinstituts wichtig. Doch auch an Rewe-Kassen sind, so ein Hinweis, Geldabhebungen möglich.

Mieter von Eigentümer und Investor Lars Süggel wird die Rewe Dortmund sein; die Genossenschaft hat sich für 15 Jahre an den Laden gebunden. Derzeit stünden zwar – entgegen der im Ort kursierenden Gerüchte – die Betreiber des Rewe-Supermarkts und des Back-Shops mit Sonntagsöffnung noch nicht fest, antwortete Rewe-Vertreter Peter Gumprich auf Fragen der Zuhörer. Verhandlungen mit selbständigen Kaufleuten stünden aber an, Ergebnisse erwarte er in vier bis sechs Wochen. Klar sei jedoch, dass man „den Laden als Rewe nicht selber betreiben“ wird.

Die maximal möglichen Ladenöffnungszeiten von 6 bis 21.30 Uhr werktags, im Back-Shop sonntags von 7 bis 17 Uhr werde man wohl nicht ausschöpfen, rechnet Gumprich mit einer Marktöffnung ab 7 bzw. 7.30 Uhr, bei der Bäckerei am Sonntag bis zum späten Vormittag oder Mittag. Sitzgelegenheiten für die Gastronomie werde es drinnen wie draußen zur Haslindestraße „in üppiger Form“ geben, versprach Gumprich.

35 bis 45 Personen, davon rund die Hälfte in Vollzeit, dürften im Markt Arbeit finden, aber auch Packkräfte im Niedriglohnbereich, empfahl Gumprich einer interessierten Fragestellerin sich zu bewerben: „Wir brauchen immer gutes Personal.“

„Schwieriger Standort in Neuasseln“

Bleibt die bange Frage, ob der neue Vollsortiments-Supermarkt mit bis zu 12.500 Artikeln und der geplanten 18 Meter langen Theke für Wurst, Fleisch und Feinkost künftig von den Kunden im Ort auch entsprechend angenommen wird. „Der Standort in der Funkturm-Siedlung ist für uns – wie für andere – ein schwieriger“, spielte Peter Gumprich auf das Aus des Mitbewerbers Edeka vor zweieinhalb Jahren an: „Wenn nicht alle bei uns einkaufen, kriegen wir ein Problem. Normalerweise brauchen wir um die 10.000 Menschen, dass so ein Laden läuft.“ Deshalb müsse man auch anderen, in Aplerbeck und Brackel, etwas abgraben.

Also in den Nachbarorten, in denen die Neuasselner – viele per Bus – aktuell ihre Einkäufe erledigen (müssen).

Zum Bebauungsplan-Verfahren:
Einwendungen gegen den vom Stadtplaner wegen seiner ungewöhnlich geringen Fläche betitelten „Briefmarken-Bebauungsplan“ hat es laut Bernd Kötter während der einmonatigen öffentlichen Planauslegung bis zum 21. Februar nur wenige gegeben. Am Info-Abend wurde gar keine Kritik laut. „So ist alles in Butter, wir können schon mal loslegen“, freute sich auch Bernd Kötter über die fast komplettierte Planreife: „Wir stehen nun kurz vor dem Baurecht.“ Terminiert sind die noch notwendigen Satzungsbeschlüsse durch die Bezirksvertretung Brackel am 18. April, durch den Fachausschuss (AUSWI) am 24. April und durch den Rat am 2. Mai.
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