Entwässerung ist Hauptsorge: Geplante Häuser in Wickede-West stoßen auf wenig Gegenliebe

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Die Besucher der Bürgerinformationsversammlung waren überwiegend skeptisch.
 
Stadtplanerin Birgit Niedergethmann
Dortmund: Evangelisches Begegnungszentrum Wickede |

Auch Zustimmung, aber deutlich mehr Widerstand gab es auf dem Bürgerinformationsabend zum Bebauungsplan Wickede-West im Begegnungszentrum der Johanneskirche am Hellweg.

80 bis 90 Interessierte waren auf Einladung von Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Czierpka gekommen, um zu erfahren, was auf der momentan landwirtschaftlich genutzten Fläche geplant ist. Am nordwestlichen Rand Wickedes soll auf städtischem Gebiet ein Wohngebiet mit circa 150 Wohneinheiten entstehen. Sowohl Einfamilienhäuser als auch Geschosswohnungsbau (drei Etagen mit Staffelgeschoss) soll westlich der Eichwaldstraße gebaut werden. Zwei Zufahrten sollen für Fahrzeuge gebaut werden, eine in einem Zwischenraum von fünf Metern zwischen vorhandenen Häusern. Das Bebauungsplanverfahren soll für die planungsrechtlichen Voraussetzungen sorgen. Am 9. März hatte es einen Aufstellungsbeschluss der Bezirksvertretung gegeben (der OA berichtete).

Die Bebauung war bereits Anfang der 2000er-Jahre geplant, damals allerdings noch deutlich größer. „Ich begrüße es, dass der Bebauungsplan kleiner geworden ist“, sagte Friedhelm Sohn von der SPD-Ratsfraktion, der als Zuhörer erschienen war. Norbert Roggenbach von der Initiative „Schützt unseren Freiraum“ übergab Czirpka eine Liste mit etwa 200 Unterschriften gegen die Planung.

Ein Problem ist der Boden. Das Wasser versickere in ihnen schlecht, wie Städteplaner Stefan Höltkemeyer erklärte. Daher werde es offene Entwässerungsmulden geben. Diese sollen in ein Rückhaltebecken führen, das im nordwestlichen Bereich zwischen der Siedlung und dem Grüningsbach (in den das Wasser abgeleitet werden soll) geplant ist. Das Gelände müsse auf jeden Fall modelliert werden und teilweise bis zu einem Meter angehoben werden, beschrieb Stadtplanerin Birgit Niedergethmann. Utz Kowalewski, Vorsitzender der Ratsfraktion Die Linke & Piraten, wies auf die Gefahr von Starkregen hin. Alles werde jetzt genau geprüft, etwa auf Umweltbelange hin, so Birgit Niedergethmann. Der Hochwasserschutz werde ebenfalls mit einbezogen. „Alle Berechnungen und Gutachten sind aktuell“, sagte sie. Ein Bürger bezweifelte, dass das Gebiet trockengelegt werden könne: „Der Aufwand steht in keine Relation.“

Auch die Zunahme an Verkehr bereitete den Bürgern Sorge. Höltkemeyer versicherte, dass weiterhin eine wie bisher ausreichende bis sehr gute Verkehrsqualität gewährleistet sei. Ein Bürger sprach die geplante OW IIIa an. Czierpka erklärte, dass die Planungen auch ohne die L66 3n (wie sie mittlerweile heiße) funktioniere. Mehrere Anwohner befürchteten Einbußen an Lebensqualität. Höltkemeyer versicherte, dass alles überprüft werde, bevor gebaut wird. „Ich sehe aber keine Probleme.“ Ein Bürger fragte, ob sicher sei, dass nicht in 20, 30 Jahren noch mehr gebaut werde, worunter die Umwelt leide. „Niemand kann sagen, was in 20 Jahren ist“, sagte Czierpka. „Natur mögen wir alle, aber irgendwo müssen die Menschen leben.“ Auch einige Bürger sah das ähnlich: „Wir sind in der Stadt und nicht auf dem Dorf.“

Im Rahmen der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung können sich Interessierte bis einschließlich 20. Juni im Stadtplanungs- und Bauordnungsamt, Burgwall 14, über den Plan informieren. Es besteht auch die Möglichkeit, sich schriftlich oder mündlich zu den Planungsabsichten zu äußern. Ansprechpartner ist Stefan Hölkemeier, Tel. 5025699. Weitere Infos unter www.stadtplanungsamt.dortmund.de.
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