Baumstammwerfen in Asseln: Die Lairds of Tremonia trainieren beim Freizeit-Fußball-Verein

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Putting the Stone: Sören Surkamp zeigt wie's geht. (Foto: Schmitz)
 
Die Lairds of Tremonia trainieren seit kurzem auf dem Sportplatz des Freizeit-Fußball-Vereins Asseln für die Highland Games. (Foto: Schmitz)
Dortmund: Sportplatz Auf dem Bleck |

Baumstammwerfen, Strohsackhochwurf, Steinstoßen – das gibt es nicht nur in Schottland, sondern auch in Dortmund: Die Lairds of Tremonia widmen sich dem Highland Gaming, das immer populärer wird. Jetzt haben sie beim Freizeit-Fußball-Verein Asseln eine neue Heimat gefunden.

Die Idee für einen Highland-Gaming-Clan wurde 2016 geboren. „Bei den Highland Games in Kamen waren wir mit vier Leuten und dachten uns: Das können wir auch“, erinnert sich Clan-Chief Kai Blakemore. Schnell wurde trainiert und mit weiteren Interessierten aus dem Freundeskreis wuchs es immer mehr. „Mittlerweile sind wir neun Aktive im Alter von 21 bis 46 Jahren“, so der Lanstroper. Trotz seines angelsächsisch anmutenden Namens stammt er nicht aus Großbritannien. „Ich habe den Namen meiner Frau angenommen“, erklärt er schmunzelnd. „Ich habe eine große Affinität zu Schottland. Erst kürzlich war ich wieder in Edinburgh.“

Die Highland Games kann man als eine Mischung aus Leichtathletik und Strongman bezeichnen. Sie waren ursprünglich Bestandteil der Treffen („Gatherings“ genannt) schottischer Clans zur Zeit der keltischen Könige in Schottland. Ziel war es, die stärksten und schnellsten Männer Schottlands zu finden. Diese wurden dann oft Leibwächter und Boten für den König. Frauen dürfen an den Highland Games ebenfalls teilnehmen. „Beim größten Event in Schottland, dem Braemar Gathering, ist die Queen regelmäßig anwesend, da ihr Sommersitz Balmoral Castle ganz in der Nähe liegt“, erklärt Blakemore. Da die Lairds alle ein großes Interesse an Schottland eint, verbindet ihr selbstgeschaffenes Wappen schottische und Dortmunder Elemente. Neben Hemden mit dem Clan-Logo tragen viele Kilts, wenn auch keine einheitlichen. Aber die typischen Clan-Muster, die Zugehörigkeit symbolisieren sollen, sind vermutlich eh eine Erfindung des 18. Jahrhunderts.

Im vergangenen Jahr kamen die Lairds mit dem Freizeit-Fußball-Verein Asseln, der auf dem Sportplatz Auf dem Bleck ansässig ist, ins Gespräch. „Wir haben eine Anfrage gestellt, ob wir beitreten können. Da der Platz nicht ausgelastet ist, sind wir jetzt eine Unterabteilung des Vereins“, erklärt Kai Blakemore. „Wir fühlen uns richtig wohl auf dem Platz. Die Leute sind sehr nett. Zudem können wir unsere Trainingssachen einlagern.“ Die Begeisterung beruht auf Gegenseitigkeit: „Auch für uns ist das schön“, sagt Dirk Krause, 1. Vorsitzender des Freizeit-Fußball-Vereins. „Das Durchschnittsalter des Vereins ist deutlich gesunken.“ Auch der Sport gefällt ihm: „Das ist sehr interessant. Zudem ist es ein Publikumsmagnet.“

Trainiert werden soll in Asseln regelmäßig mittwochs. Zu den Disziplinen gehören Baumstammüberschlag (Tossing the Caber), Gewichthochwurf (Weight for Height), Steinstoßen (Putting the Stone), Strohsackhochwurf (Sheaf Toss) und Hufeisenwerfen. Stärke ist zwar nicht unwichtig, die Technik macht aber meist den wesentlichen Teil aus. „Kraft kann man aufbauen“, meint Blakemore. „Irgendwann hat man etwa beim Strohsackhochwurf den Punkt raus, an dem man die Forke loslassen muss.“ Das probiere ich im Selbstversuch aus, unterstützt von Benny Larfeld. Bei den ersten Malen fliegt der Sack kaum höher als mein Kopf. Aber nachdem Benny meine Fußstellung korrigiert hat und mir zeigt, wie ich flüssiger abwerfen kann, wird es besser – auch wenn ich die erste Leine, die eigentlich überworfen werden muss, immer noch kaum streife.

Putting the Stone ist Sören Surkamps Lieblingsdisziplin. Er ist frisch bei den Lairds dabei. „Schottland finde ich klasse und Kraftsport auch“, erzählt der. Waltroper „Über Facebook habe ich von der Gruppe erfahren und bin dazugekommen.“ Der Scharnhorster Marcus Linke bevorzugt das Baumstammziehen (Timberwalk), Steinestoßen ist dagegen nicht so sein Ding. Er ist seit zwei Monaten bei den Lairds. „Meine Frau kennt einige Mitglieder aus der Krabbelgruppe unserer Kinder.“

Schwierig ist es für die Lairds mit den Trainingszeiten, da viele bei der Feuerwehr, dem Rettungsdienst oder wie Blakemore im Justizwesen arbeiten und häufig Schichtdienst haben. Trainiert wird teilweise auch bei anderen Vereinen, die die Lairds in Zukunft auch nach Dortmund einladen wollen.

In der Region ist Highland Gaming weit verbreitet. NRW ist generell ein gutes Pflaster für den Sport; Wettkämpfe finden oft statt. Auch die Lairds planen dieses Jahr, erneut in Hamm an den Start zu gehen und möglichst weit vorne zu landen.

Laird war ursprünglich die Bezeichnung für einen schottischen Landbesitzer. Dieser war mit bestimmten feudalen Rechten ausgestattet und gehörte zum niederen Landadel.

Weitere Infos und Kontaktmöglichkeiten zum Clan gibt es unter www.lairds-of-tremonia.de sowie unter www.facebook.com/LairdsofTremonia.
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