Mieter bedanken sich bei ihrer Wohnungsgenossenschaft

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So sah das Haus in der Teutonenstraße nach der Gasexplosion aus. Inzwischen ist es abgerissen. (Foto: Archiv/Klinke)
Dortmund: Teutonenstraße |

Der 31. März 2016 veränderte das Leben der Mieter im Hause Teutonenstraße 3 in Hörde. Durch eine Gasexplosion wurde das Haus komplett zerstört, eine Frau kam bei der Explosion ums Leben.

Das Mietshaus gehörte der Wohnungsgenossenschaft GWS Dortmund Süd, die sich sofort um die geschockten Mieter kümmerte. Dafür möchten sich die Hausbewohner jetzt bedanken.

Herbert Awenmark erinnert sich noch ganz genau an den Morgen: "Ich wollte eigentlich zum Grab meiner Mutter fahren, denn es war ihr Geburtstag. Ich war in der Küche, und plötzlich gab es einen lauten Knall, alles wurde schwarz.Ich bin rausgerannt in den Flur, habe noch nach meinem Nachbarn gerufen."

37 Jahre hat Awenmark in dem Haus gewohnt, plötzlich standen er und seine Nachbarn vor dem Nichts: "Möbel, Kleidung, persönliche Gegenstände, alles war weg. Wir standen auf der Straße und hatten nix mehr." Zwar konnten später noch einige Sachen geborgen werden, doch der Großteil des Hausrats war verloren.

Fürs Erste kam Herbert Awenmark bei einem langjährigen Bekannten unter. Dieter Bauermeister nahm ihn in seiner Wohnung auf. Auch er war von der schnellen Hilfe der Wohnungsgesellschaft beeindruckt: " Die GWS hat sofort gehilfen, hat die Hausbewohner in einen Raum gebracht. Es gab etwas zu Essen und zu Trinken, und auch die Notfallseelsorger waren sofort da. Die GWs hat sich super gekümmert, die Mieter haben schnell neue renovierte Wohnungen bekommen."

Herbert Awenmark ist mit zwei anderen Mieterinnen des Hauses nun in Wohnungen an der Alfred-Trappen-Straße gezogen. Hier hat er sich inzwischen eingelebt, an die Ereignisse im März denkt er nur ungern. Noch einmal zurück in die Teutonenstraße ziehen? Das ist für ihn keine Option. "Ich bin jetzt 74, ich will nicht nochmal umziehen."

Was genau aus der Baulücke wird, die das Haus in der Teutonenstraße gerissen hat, ist noch nicht ganz klar. "Die beiden Häuser rechts und links davon sind leergezogen, aber nicht einsturzgefährdet", erklärt Boris Deuter vom Vorstand der Genossenschaft. "Derzeit ist alles im Planungsstadium. Es gibt erste Entwürfe von Architekten. Die Baulücke wird geschlossen." In Kürze soll eine Entscheidung fallen, welcher Entwurf realisiert wird und wie die Nachbarhäuser einbezogen werden. Dann muss noch auf die Baugenehmigung gewartet werden.

Unterdessen hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den mutmaßlich Verantwortlichen für die Katastrophe erhoben. Dem mutmaßlichen Täter, verdächtigt wird ein Mieter des Hauses, droht eine lebenslange Haftstrafe.
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