Konzept gegen Hochwasser: Dem Wasser mehr Raum geben

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Zuletzt am 12. Juli wurden Straßen, Keller und Gärten in Marten, Oespel und Kley überflutet. Anlass genug für die ein Konzept für besseren Hochwasserschutz zu erarbeiten. (Foto: Schütze)

Nach dem Unwetter ist vor dem Unwetter: Die Stadt hat ein Handlungskonzept zum besseren Hochwasserschutz entwickelt. Der Fokus liegt dabei auf Marten, Oespel und Kley.

Sintflutartige Regenfälle, überflutete Straßen und Keller – all das sind längst keine Einzelfälle mehr. Zuletzt am 12. Juli wurden Marten, Oespel und Kley geflutet. Solche sogenannte Starkregenereignisse „wird es künftig häufiger geben“, fürchtete Baudezernent Martin Lürwer. Anlass genug, ein Handlungskonzept zu entwickeln, wie der Schutz vor Hochwasser in der Stadt verbessert werden kann.
„Wir müssen dem Wasser mehr Raum geben“, gibt der Chef der Stadtentwässerung, Dr. Christian Falk, die Richtung vor. Zunächst in Marten, Oespel und Kley sollen verstärkt Retensionsflächen angelegt werden, die bei Starkregen die Wassermassen auffangen können. Denkbar sind weitere Regenrückhaltebecken, aber auch als Mulden hergerichtete Grünflächen oder Gräben. Entsprechende Konzepte sollen in Kley für den Feldbach und den Elsenbach entwickelt und umgesetzt werden. Dazu gelte es große Schulkomplexe oder aber Teile von Gewerbegebieten, zum Beispiel im Indupark, ganz vom Kanalsystem abzukoppeln.
Auch die naturnahe Umgestaltung von Bächen sowie der Bau weiterer „Talsperren“ sollen den Schutz vor Hochwasser verbessern.


Kanalsystem leistungsfähiger machen

Und die Abwasserkanäle? Die sind nur eingeschränkt in der Lage, die Wassermassen bei Starregen aufzunehmen, sagen Lürwer und Falk. „Wenn wir das wollten, müssten wir U-Bahn-Schächte unter die Straßen bauen“, so Baudezernent Lürwer.

Gleichwohl will die Stadt auch in Sachen Kanalsystem mehr tun. Bei Neuanlagen sollen Abwasserrohre mit größerem Querschnitt verlegt werden, um die Leistungsfähigkeit des Netzes zu verbessern. Rund 100 Millionen Euro steckt Dortmund bis 2017 in ihr Kanalnetz.
In die Pflicht genommen werden aber auch die Bürger. „Ohne private Vorsorge geht es nicht,“ so Dr. Falk. Das gelte beispielsweise für den Einbau von Rückstauklappen, die verhindern, das Wasser aus den Kanälen ins Haus drückt gedrückt. Zu diesem Thema wollen die Experten der Stadtentwässerung vermehrt Beratungstermine anbieten.
Der besseren Information der Bürger dient auch eine digitale „Überflutungsgefahren-Karte“. Die Arbeiten an dieser Karte haben begonnen. Ab 2016 soll sie im Internet abrufbar sein.
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