Großmarkt Düsseldorf darf nicht sterben

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(c) grossmarktgilde.de
In der gestrigen Sitzung der Ratsfraktion Tierschutz FREIE WÄHLER wurde hauptsächlich ein Thema diskutiert: Die Zukunft des Großmarkts Düsseldorf. Herr Peter Hecker, Geschäftsführer der Großmarkt Zwei.Null GbR, wies auf das seit 1936 bestehende gute Verhältnis der Händler mit der Verwaltung der Stadt Düsseldorf hin. In den vielen Jahrzehnten der Zusammenarbeit hätte man immer Lösungen gefunden, mit denen alle gut leben konnten. Warum es sich jetzt so fest gefahren hat, sei nicht erklärlich.

Herr Hecker wies darauf hin, dass die Blumenmarkthallen regelmäßig von der Genossenschaft instandgehalten wurden und werden, weshalb dort kein Sanierungsstau entstanden ist. Man dürfe jedoch fragen, warum die Stadt in ihren Hallen nicht ebenso regelmäßig Instandhaltungsmaßnahmen betrieben habe und warum jetzt dort ein Sanierungsstau von rund 35,3 Mio. EUR aufgelaufen ist.

Es gibt Händler, die für ihre Standflächen mehrere hunderttausend Euro investiert haben, um die baulichen Missstände zu beseitigen, damit sie ihre Betriebszulassung nicht verlieren und ihren Kunden weiterhin guten Gewissens gesunde und frische Waren anbieten können. Gerne hätten auch weitere Händler eigenes Geld in die Hand genommen, aber Verträge, die jährlich gekündigt werden können, verhindern Investitionen, unternehmerische Perspektiven und machen Fremdfinanzierungen unmöglich.

Die Marktgilde ist auch darüber verwundert, dass alle aufwändigen Fachplanungen, die von den Großmarkthändlern selber beauftragt wurden, in der städtischen Verwaltung auf so wenig Resonanz stießen. Stattdessen habe man den Eindruck, dass die Stadt unbedingt ihre Planungen durchsetzen wolle. Dies bedeutet, dass am Ende die Händler für jeden Quadratmeter, als auch für allgemeine Fahrwege, Müllsammelplätze, etc. 9,50 EUR bezahlen müssten. Dies würde umgerechnet bedeuten, dass für jeden Quadratmeter tatsächliche Verkaufsfläche in Wahrheit 19,00 EUR zzgl. Nebenkosten zu bezahlen wären. Damit wäre der Großmarkt tot, denn kein Händler könnte bei den engen Margen diese Kosten auf die Preise umlegen. In der Folge würden über 1.000 Mitarbeiter auf dem Großmarkt ihre Arbeitsplätze verlieren. Wie sollten dann die nachgelagerten Betriebe, die überwiegend im Stadtgebiet ihre Waren und Dienstleistungen anbieten, ihre Produkte dann erhalten? Auch diese Arbeitsplätze und somit Steuern und Sozialabgaben sind in großer Gefahr!

Die Händler fragen sich auch, ob aufgrund der seit 2014 jährlich aufgetretenen Verluste des Großmarktbetriebes die Gründe betriebswirtschaftlich untersucht und entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen wurden. Von ihnen wird zu Recht erwartet, verantwortungsvoll und vorausschauend als Unternehmer zu wirtschaften. Hat die Stadtverwaltung in den letzten Jahren ebenso verantwortungsvoll gehandelt? Wie soll das derzeit angespannte Verhältnis und gestörte Vertrauensverhältnis wieder aufgebaut werden?

Torsten Lemmer, Ratsherr a.D und Fraktionsgeschäftsführer: „Das Thema Großmarkt Düsseldorf ist in der Politik leider kein Neues. Es gab schon vor Jahren Überlegungen, den Großmarkt z.B. nach Duisburg zu verlegen oder an der Theodorstrasse, dem heutigen Standort des ISS Domes, neu aufzubauen, damit man an der Ulmenstrasse viele Wohnungen bauen könne.

Man muss jedoch wissen, dass es sich bei diesem Gelände um Industriegrundstücke handelt, die schon seit weit über 100 Jahren industriell genutzt werden. Es sind sicherlich Altlasten im Boden, die eine Umnutzung deutlich teurer machen.

Außerdem geht es hier darum, Vertrauen zu erhalten. Die Händler auf dem Großmarkt konnten Jahrzehnte gut mit der Stadt zusammenarbeiten, gemeinsam Lösungen finden und für die Düsseldorfer Bevölkerung die Versorgung mit Blumen, Obst, Gemüse und weiteren Lebensmitteln sicherstellen. Das möchten die Händler auch in Zukunft, setzt aber voraus, dass Verwaltung und Politik sie daran auch nicht hindert. Deshalb wird die Ratsfraktion Tierschutz FREIE WÄHLER in der nächsten Ratsversammlung sowohl gegen die Auflösung der öffentlichen Einrichtung Großmarkt, als auch dem Verkauf der Grundstücke stimmen."
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