Michael "Mike" Groschek : "Ich hatte Lampenfieber"

Minister Michael Groschek. Foto: SPD
Düsseldorf: Landtag Nordrhein-Westfalen | Exklusives Interview für den Niederrhein Anzeiger (NA) mit dem frischgebackenen Minister für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr.

Michael „Mike“ Groschek, saß bis letzten Donnerstag für den Wahlkreis Dinslaken / Oberhausen als MdB im Deutschen Bundestag in Berlin. Und seitdem im Ministersessel.

Niederrhein Anzeiger: Herzlichen Glückwunsch, Herr Minister! Das kam ja überraschend. Wann haben Sie denn erfahren, dass Sie Minister werden? Und wie war das als, Sie Ihren Eid auf NRW geleistet haben?

Michael Groschek: Erfahren habe ich das wirklich kurzfristig. Und bei der Vereidigung hatte ich Lampenfieber. Obwohl ich ja schon lange in der Politik bin, ist das schon ein ganz besonderer Moment, der einen innehalten läßt. Und in dem man die Verantwortung auch körperlich spürt.

Niederrhein Anzeiger: Haben Sie lange überlegt, als das Angebot kam? Denn in die Regierungsverantwortung gehen, heißt ja auch, manch anderes Amt niederlegen?

Michael Groschek: Natürlich habe ich abgewogen und mir sehr genau überlegt, was dieser Schritt konkret bedeutet. Im Bundestag habe ich bislang den Schwerpunkt Sicherheitspolitik gehabt. Ein internationales Thema, von dem für ganz Deutschland viel abhängt. Zum Beispiel in Afghanistan, wo unsere Truppen stationiert sind. Als das Angebot aus Düsseldorf kam, ist mir das alles durch den Kopf geschossen. Minister sein - im Heimatland! Viele Möglichkeiten - aber auch gleichzeitig der Respekt vor der Verantwortung in diesem Amt. Ich habe es aber, nachdem die Entscheidung endgültig gefallen war, mit Überzeugung angenommen. Und bin jetzt „nur noch“ ehrenamtlicher SPD-Chef von Oberhausen. Nicht mehr Generalsekretär der NRW-SPD. Und auch nicht mehr MdB für Oberhausen und Dinslaken.

Niederrhein Anzeiger: Wie man hört, sind Sie ja gleich voll „reingesprungen“. Wie war der erste Arbeitstag im Ministerium?

Michael Groschek: Positiv. Auch das erste Gespräch mit den Mitarbeitern war gut. Erste Erwartungshaltungen wurden gegenseitig formuliert.
Und es gibt genug zu tun in Sachen Verkehr, Bauen und Stadtentwicklung und Wohnen: NRW soll Logistik-Drehscheibe der Bundesrepublik bleiben. Ich komme aus der Kommunalpolitik und kenne daher genau die finanziellen Nöte der Städte.
Ich stehe auch für bezahlbaren Wohnraum in unseren Städten und gegen „soziale Apartheid“, die sich gegen Menschen mit geringem Einkommen richtet. Wir haben viele „Baustellen“ und das braucht intelligente Lösungen.

Das heißt, „die Betuwe“ wird jetzt Chefsache?

Michael Groschek: Das ist wirklich eine große „Baustelle“, zu der auch die Bahnsicherheit gehört. Da müssen auch die Bahnbrände der letzten Zeit zur Sprache kommen. Als Sicherheitspolitiker sticht mir das besonders ins Auge. Da müssen stabile Sicherheitskonzepte her beim Betuwe-Ausbau und im Sinne der Anwohner. Ich kenne die vielfältigen Probleme seit Jahren und werde das nicht aus den Augen verlieren.

Niederrhein Anzeiger: Was wünschen Sie sich für Ihre Amtszeit?

Michael Groschek: Dass nach 5 Jahren alle sagen, wir sind quitt: „Keine Wunder, aber gute Arbeit in der Sache.“

Niederrhein Anzeiger: Herr Minister, wir danken für das Gespräch auch im Namen unserer Leser. Und namens aller Bürger: Glück auf !

Angst, dass „der Mike“ jetzt in Düsseldorf abhebt, braucht niemand aus seinem ehemaligen Bundestagswahlkreis zu haben: Am Samstag, 30. Juni ist Michael Grosckek in Dinslaken und besucht ab 10.30 Uhr die Sommerschau des Kaninchenzuchtvereins R 341 auf dem Hülsermannshof 26.

(Erschienen im Niederrhein Anzeiger KW 26/12 Text: cd).
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