Arbeitskampf in Wort, Schrift und Bild

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Auftakt mit dem Chor Todocabea
Duisburg: Hochemmerich |

„Wenn ich dran denke, dann ist das wie gestern, und ich könnte heulen“,



war der Kommentar einer Besucherin, die die Ausstellung „160 Tage und Nächte Arbeitskampf in Rheinhausen“ besuchte. Trotz Wahlkampf und Muttertag konnten Ingrid Lenders, 1. Vorsitzende der Interessengemeinschaft Margarethensiedlung, und Jürgen Tholl, Vorstandsmitglied der IGMS, zufrieden mit der Besucherzahl sein, die während der Öffnung zwischen 10 und 15 Uhr die Ausstellung besuchten.

Die Eröffnung durch den Chor Todocabea (das ist Spanisch und bedeutet: alles verändert sich) mit dem Lied „Keiner schiebt uns weg“, kam bei den Besuchern gut an und erzeugte sofort eine gute Stimmung, da alle zumindest den Refrain noch mitsingen konnten.

Ingrid Lenders konnte zur Eröffnung Bezirksmanager Jürgen Konkol und das ehemalige Betriebsratsmitglied Walter Busch begrüßen. Gabriele Petrick, Leiterin der Arbeitsstelle der VHS Duisburg-West war ebenfalls anwesend und überzeugte sich vom Gelingen der Veranstaltung.

Fotos stellten Manfred Vollmer, Fotograf, und Peter Flore, ehemaliger Kruppianer, der den Arbeitskampf mit seiner Kamera begleitete. Viele andere private Fotos, Zeitungsausschnitte, Videofilme und musikalische Aufnahmen vom damaligen Chor Tor 1 standen ebenfalls zur Verfügung. Heinz Lemmer, auch ein ehemaliger Kruppianer, gab eine Kostprobe seiner seinerzeit auf Band aufgenommenen, selbst getexteten Arbeitskampflieder zu Gehör.

Die in die Ausstellung eingebettete Lesung fand sehr aufmerksame Zuhörer, und man konnte spüren, dass das Vorgelesene Erinnerungen an selbst Erlebtes weckte. Das Bekanntwerden der Schließungspläne, die spontanen Streiks, die geplanten Aktionen, die Gründung der Fraueninitiative, lange 160 Tage und Nächte im kalten Winter, das kam alles wieder hoch.

„Wir sind keine Nostalgiker, sondern wir wollen ein wichtiges Stück Zeitgeschichte unserer Region erhalten. Deshalb werden wir auch am 26.11.2017, dem eigentlichen Jahrestag, eine neue Ausstellung auf die Beine stellen; wieder in Kooperation mit der VHS.“

Ingrid Lenders ließ es sich nicht nehmen, den anwesenden Frauen eine Muttertags Rose zu überreichen sowie auch dem Chor ein kleines, süßes Dankeschön mit Rose zu übergeben.

Die nächste Veranstaltung der IGMS wird es in Kooperation mit dem Verein WuLiuS (Wohnen und Leben in unserm Stadtteil), dem Eifeler-Moselaner-Verein und der Gerion (Altenpflege) im Juni an der Hans-Böckler-Straße 8 in 47226 Duisburg-Rheinhausen geben. Dann wird zum „Tag der offenen Tür“ eingeladen, um sich besser bekannt zu machen. Näheres wird zeitnah bekannt gegeben.
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