"Mein Gedicht heißt Farbe" das Museum Küppersmühle würdigt Rolf-Gunter Dienst

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"Mein Gedicht heißt Farbe", Rolf-Gunter Dienst im MKM, Blick in die Ausstellung
 
"Mein Gedicht heißt Farbe", Rolf-Gunter Dienst im MKM, Blick in die Ausstellung
Duisburg: MKM Museum Küppersmühle |

Das MKM Museum Küppersmühle im Duisburger Innenhafen würdigt das Werk von Rolf-Gunter Dienst mit einer umfassenden Retrospektive. Gezeigt werden Zeichnungen, Gouachen und Gemälde aus verschiedenen Schaffensphasen. Die Auswahl erfolgte noch in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler. Die Eröffnung konnte Rolf-Gunter Dienst leider nicht mehr miterleben, er verstarb im März 2016. Die hervorragende Ausstellung im MKM hätte ihm gefallen.

Die großen, hellen Räume des MKM sind wie geschaffen für die großformatigen, farbintensiven Bilder. Auf den ersten Blick erscheinen die Farbflächen plan, fast plakativ. Aber das sind sie bei weitem nicht, schnell erkennt man die Lebendigkeit, die in den Farbflächen und Farbstreifen steckt. Die Farbaufträge sind nicht mit digitalen Hilfsmitteln entstanden, sondern "handgemacht". Ihre Tiefe und Lebendigkeit erhalten sie durch skriptive Elemente, Schriftzeichen oder "Kürzel" wie Rolf-Gunter Dienst sie selbst nannte. Diese "Kürzel" verzweigen sich mit der Farbe zu einer flirrenden Lebendigkeit. Manchmal scheinen die Farbflächen- und Farbstreifen reliefartig aus der Bildebene zu kommen. Die Bildoberflächen erhalten eine reliefartige, rhythmische Struktur.

Der Besucher kann einsinken in diese Farbigkeit oder wie MKM-Direktor Walter Smerling meinte: "In seinen Bildern, in seinen Farbwelten kann man wandeln. Der Anblick aus nächster Nähe kommt einem Spaziergang durch einen Farbwald gleich. Farbe sehen, Farbe trinken, Farbe erleben - das verbindet man beim Betrachten seiner großformatigen Arbeiten."

Malerei und Literatur

Rolf-Gunter Dienst wird 1942 in Kiel geboren. Bereits mit 18 Jahren beginnt er zu malen, parallel arbeitet er als Autor und Kunstkritiker. Von 1960 bis 1965 gibt er mit seinem Bruder Klaus-Peter Dienst die Zeitschrift "RhinozEros" heraus. Ab 1962 ist er Redakteur der Zeitschrift "Das Kunstwerk". Er erhält zahlreiche Lehraufträge und ist als Gastdozent im In-und Ausland tätig. Von 1992 bis 2008 hat er die Professur für Freie Grafik, Malerei und Objektkunst an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg inne. Seine Arbeiten werden vielfach ausgezeichnet. Stipendien und Vortragsreisen führen ihn mehrfach ins inner- und außereuropäische Ausland. Rolf-Gunter Dienst ist reiselustig und seine Leidenschaft gehört der Malerei wie auch der Literatur. Da speist eine Vorliebe die andere. So wird er bekannt für seine "geschriebene Malerei" auf der Basis von skriptiven Elementen (Kürzeln), die im Laufe der Zeit immer stärker mit der Farbe verschmelzen. Dabei wandelt Rolf-Gunter Dienst Stimmungen und Empfindungen aus der Natur, aus der Kunst, Literatur und Musik um in riesige Farbfelder von monumentaler Größe. Oftmals haben die Bilder ein Format von bis zu 10 Metern Länge.

"Geschriebene" Malerei

Der Rundgang beginnt bei den malerischen Anfängen. Noch in kleinen Formaten sieht man in den Papierarbeiten und Gouachen deutlich die einzelnen "Kürzel" in Reihung, abwechselnd mit Farbstreifen. Dann folgen die monumentalen Bilder, in denen "Kürzel" und Farbe sich mischen, schließlich sieht man in den weiteren Räumen seine monochromen Arbeiten, darunter Bilder in Weiß und Schwarz. Aber der erste Blick trügt auch hier, denn es ist weder ein reines Weiß noch Schwarz. Auch bei diesen Bildern hat er akribisch seine "Kürzel" gesetzt, die facettenreich im Licht changieren. Die weißen und schwarzen Bilder lassen einen an Agnes Martin oder Ad Reinhardt denken. Bei aller inneren Lebendigkeit wirken die Bilder ruhig und still.

"Mein Gedicht heißt Farbe", der Titel der Ausstellung ist ursprünglich der Titel eines Bildes aus seiner frühen Schaffensphase. Der Titel passt. Besser kann man die Liebe zur Malerei und zur Literatur, die Rolf-Gunter Dienst sein Leben lang in sich trug und die er so genial in seinen Arbeiten verband, kaum wiedergeben.

Die Ausstellung läuft bis zum 18.September 2016

Weitere Infos zur Ausstellung und zum Veranstaltungsprogramm

Tipp: Duisburger und Duisburgerinnen haben jeden Donnerstag freien Eintritt im MKM (gegen Vorlage des Personalausweises).

Hier ein Blick in die Ausstellung, viel Freude beim Anschauen:

MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst
Philosophenweg 55
47051 Duisburg
www.museum-kueppersmuehle.de
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7 Kommentare
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Jürgen Daum aus Duisburg | 14.07.2016 | 13:43  
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Karl-Heinz Hohmann aus Unna | 14.07.2016 | 15:14  
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Eckhard Schlaup aus Gladbeck | 14.07.2016 | 20:45  
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Margot Klütsch aus Düsseldorf | 14.07.2016 | 21:57  
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Christoph Niersmann aus Hilden | 15.07.2016 | 00:16  
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Herbert Lödorf aus Gelsenkirchen | 15.07.2016 | 12:26  
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Andrea Gruß-Wolters aus Duisburg | 16.07.2016 | 18:24  
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