Salvator im Museum

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Die Ausstellung "Die ganze Welt in Gottes Hand Von der Heilserwartung des Mittelalters zu Mercators Beschreibung der Welt" ist zu den gewohnten Öffnungszeiten vom 19. Juni 2016 - 8. Januar 2017 im Kultur- und Stadthistorischen Museum Duisburg zu sehen.

Äußerer Anlaß für die Präsentation ist der 700. Geburtstag der nahegelegenen evangelischen Salvatorkirche. Mit dem Bau eines Turmes im Jahre 1316 beginnt seine Geschichte.

Die Ausstellung ist nach Aussage des Museums ein Novum: "Noch nie war der ikonographische Typus des Salvator Mundi Gegenstand einer Museumspräsentation." Das frühgotische Gnadenbild des Christus Salvator steht im Mittelpunkt der Ausstellung. Es wurde während der Reformationszeit aus der Kirche entfernt und gelangte "auf wundersamen Wegen" in die katholische Kirche St. Pankratius in Dormagen.

"Seit der Antike lassen sich Kaiser und Könige mit der Erdkugel als Zeichen ihrer Macht abbilden. Während im Mittelalter die Welt von der schützenden Hand Christi gehalten wird, kommt im 16. Jahrhundert eine völlig neue Darstellungsform auf. Sie basiert auf geografischem Wissen, das durch Entdeckungsreisen in dieser Zeit immer genauer wird," berichtet das Museum und kriegt so den Schwenk zu Mercator hin.

"Die Erde wird nicht mehr ausschließlich als von Gott geschaffen verstanden, die von seiner Hand als Symbol von Macht und Schutz umgeben ist. Gelehrte Männer beginnen damit, die göttliche Schöpfung zu erforschen und zu beschreiben.

Unter ihnen ist auch der Kosmograph Gerhard Mercator, der 1594 in der evangelischen Salvatorkirche in Duisburg seine letzte Ruhestätte findet.
Weltliche Gelehrte werden nun mit einer kartierten Erdkugel abgebildet. Das neue Weltbild beeinflusst sogar die sakrale Kunst. In einigen seltenen Darstellungen hält der Salvator Mundi einen exakt konstruierten Globus: Als Leihgabe aus Amsterdam ist solch ein besonderes Altarbild in der Ausstellung zu sehen."

Es gibt Gemälde, historische Bücher, Zeichnungen, Steinzeug, Stadtsiegel, Standbilder, Meßkelche, Münzen und Keramikgefäße zu sehen. Es ist eine kleine, aber sehenswerte Ausstellung. Zeigt sie auch wieder eine Nähe von Kirche und Stadt, wie es sie schon früher einmal gegeben hat?
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