Mit geballter Faust im Blitzlichtgewitter: Sören Link (SPD) WA-Foto: Preuß
Schon nach den ersten Auszählungen war klar, dass der Vorsprung Sören Links vor dem Rest des Feldes deutlich ausfallen würde. Anfangs sah es sogar so aus, als könnte der junge Sozialdemokrat die 50 Prozent Marke übertreffen. Am Ende blieb er knapp drunter.
„Ich sehr glücklich und zufrieden mit so einem eindeutigen Ergebnis – das ist ein tolles Ergebnis“, erklärte Sören Link. „Wer letztendlich OB wird, entscheidet sich nun am 1. Juli. Wir werden noch einmal in den Wahlkampf gehen. In den nächsten beiden Wochen gilt es, mit möglichst vielen Menschen ins Gespräch zu kommen, an Infoständen oder bei verschiedenen Veranstaltungen in den Stadtteilen.“
Mit der Wahlbeteiligung könne niemand zufrieden sein, meint Link. „Das würde jeder Demokrat so sehen.“ Er werbe persönlich für mehr Beteiligung. Der SPD-OB-Kandidat zeigt sich sehr zuversichtlich: „Mit dem Rückenwind von Sonntag gehe ich gerne in Stichwahl.“
Benno Lensdorf wahrte sich mit dem zweitbesten Ergebnis eine zweite Chance, nach der Stichwahl doch noch ins Rathaus einzuziehen. „Ich bin froh, dass ich in die Stichwahl gekommen bin. Ich hatte keinen leichten Stand, die schlechten Ergebnisse der CDU im Bund und im Land waren kein Rückenwind für mich. Ich habe an Prozentpunkten mehr erreicht als die CDU in Duisburg bei den Landtagswahlen.“
Auch seiner Meinung nach war die geringe Wahlbeteiligung „absolut enttäuschend“. In anderen Ländern gingen die Menschen auf die Straße, um freie Wahlen durchzusetzen, und hier mache man vom bestehenden Wahlrecht kaum Gebrauch. „Wir müssen allesamt daran arbeiten, dass die Wahlbeteiligung nicht noch weiter sinkt, sondern hochgeht.“ Auch er habe seinen Wahlkampf der nächsten beiden Wochen inzwischen strukturiert. Der Christdemokrat will seine Aussagen noch deutlicher machen, um sich von Sören Link klar zu unterscheiden.
Michael Rubinstein, der als parteiloser Kandidat das drittbeste Resultat erzielte, zeigte sich am Montag enttäuscht. „Ich bin natürlich nicht glücklich“, teilte er mit. „Ich hatte, ehrlich gesagt, mehr an Prozenten erwartet. Vor allem bin ich aber für Duisburg enttäuscht. Am Anfang des Jahres hat man mit Pauken und Trompeten auf den Neuanfang hingearbeitet, und dann haben sich doch nur so wenige an der Wahl beteiligt.“ Ansonsten sehe er sich als Gewinner, denn er hat im Vergleich zu allen anderen Unabhängigen das beste Ergebnis erreicht. Nun müsse man darüber nachdenken, so Rubinstein, warum man mit den Neuwahlen so wenige Duisburger erreicht habe. Er gehe persönlich mit einem lachenden und einem weinenden Auge aus der Wahl heraus.
Was sagen Sie? Gesetzt den Fall, Sören Link würde die Stichwahl gewinnen, wäre das auch ein Neuanfang für Duisburg? Hat Benno Lensdorf noch eine Chance, mehr Stimmen zu fangen als Link? Wie muss die geringe Wahlbeteiligung gedeutet werden? Waren die Duisburger mehr an der Abwahl Sauerlands interessiert als an einer Neuwahl oder ist es stiller Protest?
Die SPD und die CDU werden versuchen die niedrige Wahlbeteiligung als Wahlmüdigkeit der Duisburger zu verkaufen und somit ihren "riesen" Sieg feiern.
Dagegen kann nur ein Zeichen gesetzt werden, wenn eben möglichst viele ungültig wählen. Also nochmal kurz zur Erklärung - eben zur Wahl gehen und beide Kandidaten ankreuzen.
Es ist die einzigste Möglichkeit hier nochmal ein Zeichen zu setzen das man mit dieser Wahl unzufrieden ist.
Ich werde jedenfalls am 1. Juli ungültig wählen gehen, da ich weder das eine noch das andere wählen kann. Das 1. Mal in meinem Leben das ich bei einer Wahl ungültig stimme. Der Ungültigwähler ist halt die legitime Alternative zum Nichtwählen. Denn wer nicht wählt, wählt SPD und CDU.
Diese Wahl sollte in meinen Augen annuliert werden!!
Nicht nur in den Raum stehenden Wahlscheinverkauf sondern auch vom Verein Bürgerstimmung entdeckten fehlenden Genemigungen der Wahlplakataufhängung einiger Oberbürgermeisterkandidaten setzen ein ehrliches Ergebnis in Frage!
Pardon, man kann den Kandidaten ja vielleicht einiges vorwerfen, aber sicherlich nicht die Tatsache, dass zwei Drittel aller Wahlberechtigten scheinbar schlicht zu träge waren, ihr Kreuz zu machen. Hätte es daran gelegen, dass aus Bürgersicht kein geeigneter Kandidat zur Wahl stand, hätte zumindest eine ungültige Stimme abgegeben werden können. Das ist nicht passiert - warum also nun eine Wahl wiederholen, die offenbar nicht von Interesse ist? Das ist traurig und in seiner Außenwirkung auch peinlich, aber eben demokratisch.
@Joachim: Politiker sind nach meinem Verständnis weder Popstars noch Club-Animateure, müssen daher weder begeistern noch von den Stühlen reißen. Überzeugungskraft, gesunder Menschenverstand und Glaubwürdigkeit wären Eigenschaften, die mir wichtiger wären.
Man sollte im Übrigen nicht vergessen, dass es ein kostbares Privileg ist, wählen zu dürfen. Wer dazu animiert werden muss, hat meiner Ansicht nach ein fragwürdiges Demokratieverständnis. Wen die Duisburger wollen oder nicht, vermag ich nicht zu sagen. Von Wahlen aber scheinen sie nicht viel zu halten - leider!
@Joachim: Wollen Sie allen 13 (!) Kandidaten unterstellen, verlogen und /oder Warmduscher respektive Leisetreter zu sein? Der Bürger hatte die Wahl zwischen dem von Ihnen vielzitierten Neuanfang mit einem überparteilichen Kandidaten oder der konventionellen Parteipolitikervariante. Nur wenige haben davon Gebrauch gemacht, und mit dem Ergebnis müssen nun alle leben.
@Joachim. Ich zitiere:
"es ist doch gerade die Überzeugungskraft, die Macht des Wortes UND die persönliche Ausstrahlung - die Menschen berührt, "mitnimmt, von den Stühlen reißt" - im Gegensatz zu den 'Verlogenen', 'Warmduschern' und 'Leisetretern', die eben weder Glaubwürdigkeit noch Anstand besitzen!"
Es liegt mir fern, Ihnen das Wort im Munde umzudrehen.
Wie soll denn der vielbeschworene Neuanfang in Duisburg aussehen ?
Wenn ich die Diskussion nach der Love-Parade richtig verstanden habe, wurde Sauerland lediglich vorgeworfen, dass er nicht der perfekte Notfallseelsorger war. Dann sollte jetzt derjenige gewählt werden, der das besser kann.
Ein Neuanfang ist das für Duisburg sicherlich nicht.
In der momentanen Situation von Duisburg für das Amt des Oberbürgermeisters zu kandidieren ist entweder mutig oder extrem dumm.
Den Scherbenhaufen, den der letzte OB Duisburg hinterlassen hat sowie die Probleme, die noch auf Duisburg zukommen, erfordern einen wirklichen, verantwortungsvollen "Macher". Mit Visionen und Durchsetzungsvermögen.
Und das kann ich leider bei den beiden noch verbleibenden Kandidaten nicht erkennen.
Übrigens, der Drops ist schon geluscht. Wahlbeteiligung hin oder her.
Die Menschen, die den OB Sauerland abgewählt haben, und jetzt nicht gewählt haben hätten damals auch zuhause bleiben können.
Jetzt bekommen sie möglicherweise ähnliches nur mit einem anderen Gesicht, Namen und Parteibuch.
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